Internationaler Frauentag Gleich­stellung der Frauen ist Schlüssel für gute Ent­wick­lung

Pressemitteilung vom 8. März 2022 | Berlin – Zum Inter­nationalen Frauentag weist Bundes­ent­wick­lungs­minis­terin Svenja Schulze auf die wichtige Rolle der Gleich­stellung der Geschlechter für nach­hal­tige Ent­wick­lung hin. Die Ministerin hatte bereits zuvor den Ansatz einer fe­minis­tischen Ent­wick­lungs­politik zu einem Schwer­punkt des BMZ erklärt. 

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Bild aus einem Hörsaal des Instituts für angewandte Agrarforschung und Ausbildung in Katibougou, Mali. In der Bildmitte zwei Frauen, um sie herum Männer

Bundes­ent­wick­lungs­minis­terin Svenja Schulze: "Gleiche Rechte und gleiche Chancen für Frauen  sind essen­ziell für eine starke und krisen­feste Gesell­schaft. Deswegen muss sich Ge­schlech­ter­ge­rech­tig­keit wie ein roter Faden durch unsere deutsche Ent­wick­lungs­politik ziehen. Nötig ist eine femi­nis­tische Ent­wick­lungs­politik, die struk­turelle Un­gleich­heiten, Un­gleich­behand­lung und Diskri­minie­rung be­seitigt. Dabei geht es um gleiche Rechte, po­li­ti­sche und wirt­schaft­liche Teil­habe, Reprä­sentanz und Zugang zu Res­sour­cen für alle Menschen. Zahl­reiche Studien belegen, dass die gleich­berech­tigte Teil­habe von Frauen in all ihrer Diver­sität an politischen und gesell­schaft­lichen Ent­schei­dungen eine grund­legende Voraus­setzung für nach­haltige Ent­wick­lung ist. Die Gleich­stellung ist ein Schlüssel­faktor für gute Ent­wick­lung. Armut und Hunger lassen sich ohne eine echte Gleich­stellung nicht über­winden. Wer Frauen stärkt, handelt im Sinne der gesamten Gesell­schaft – auch der Männer."

Die Ungleich­heit und Benach­teili­gung von Frauen gibt es welt­weit in allen Lebens­berei­chen – im politi­schen, wirt­schaft­lichen, kul­turellen wie auch sozialen Bereich. So trägt der Zugang zu Bildung, Land, Besitz und Res­sourcen häufig zur Armut von Frauen und Mädchen bei. Weltweit erfährt jede dritte Frau zumindest einmal im Leben körper­liche oder sexuali­sierte Gewalt. 130 Millionen Mädchen welt­weit wird das Menschen­recht auf Bildung ver­wehrt. Frauen ver­richten nach wie vor circa 75 Prozent der un­bezahl­ten Pflege- und Haus­arbeit – Zeit, die ihnen für eine Erwerbs­tätig­keit und Bildung fehlt.

Die Covid-19-Pan­de­mie hat viele Ent­wick­lungs­erfolge zunichte gemacht und bestehende Un­gleich­heiten verschärft. Frauen sind über­durch­schnitt­lich betroffen. Welt­weit haben während der Pan­de­mie mehr Frauen ihre Ar­beits­plätze verloren als Männer. Fälle von ge­schlechts­basier­ter Gewalt haben durch Aus­gangs­sperren und Schul­schließun­gen zu­genom­men und Mädchen sind nach Schul­schließun­gen seltener als Jungen in die Klassen­räume zurück­gekehrt. Viele müssen nun arbeiten oder wurden in Kinder­ehen gedrängt.

Ministerin Schulze hat die femi­nisti­sche Ent­wick­lungs­politik zu einem der Schwer­punkte der deutschen Ent­wick­lungs­zusam­men­arbeit erklärt. In der Zu­sammen­arbeit mit den Part­ner­ländern im Globalen Süden wie auch im Rahmen der multi­latera­len Zu­sammen­arbeit wird das Bundes­minis­terium für wirt­schaft­liche Zusammen­arbeit und Ent­wick­lung (BMZ) die Veran­kerung von Ge­schlech­ter­gleich­stellungs­zielen in Maß­nahmen in unter­schied­lichsten Bereichen wie zum Beispiel der Klima­an­passung, der Ernäh­rungs­sicherung oder auch der länd­lichen Ent­wick­lung stärken und mehr gezielte Maß­nah­men für die Gleich­stellung der Ge­schlech­ter umsetzen. Deutschland wird das Thema Ge­schlech­ter­gleich­stellung auch im Rahmen der dies­jährigen G7-Prä­sident­schaft prominent auf die inter­natio­nale Agenda setzen.