Covax Finanzierungskonferenz bringt Zusagen über 4,8 Milliarden US-Dollar für globale Impf­kam­pag­ne gegen Corona

Pressemitteilung vom 8. April 2022 | Berlin – Eine gemeinsam von Deutschland, Indonesien, Ghana und dem Senegal ausgerichtete virtuelle Geberkonferenz hat heute Zusagen in Höhe von 4,8 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung der Impfallianz COVAX eingebracht. Damit kann COVAX über Investitionen in Logistik und den Kauf von Spritzen und anderen Ver­brauchs­mate­riali­en mehr als eine weitere Milliarde Impfungen in den 92 ärmsten Ländern der Welt ermöglichen.

Ein weiterer Erfolg der Konferenz ist ein neues Vorsorgeinstrument, das bei neuen gefährlichen Virusvarianten greift und dafür sorgen soll, dass Entwicklungsländer dann einen schnellen und gleichberechtigten Zugang zu neuen Impfstoffen bekommen. Deutschland stellt 400 Millionen Euro für COVAX in diesen 92 Ländern bereit sowie zusätzliche 224 Millionen Euro für Impf­stoff­lo­gis­tik in den Partner­län­dern der deutschen Ent­wicklungs­zusammen­arbeit. 

Standbild aus der virtuellen Geberkonferenz zur Unterstützung der Impfallianz COVAX: Ministerin Svenja Schulze vor einem blauen Hintergrund mit weißem G7-Logo

Ministerin Svenja Schulze während der virtuellen Geberkonferenz zur Unterstützung der Impfallianz COVAX

Ministerin Svenja Schulze während der virtuellen Geberkonferenz zur Unterstützung der Impfallianz COVAX

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze: "Diese Konferenz hat gezeigt, dass weite Teile der Weltgemeinschaft auch in schwierigen Zeiten zusammenhalten. Wir müssen und wir können uns mehr als einer Krise zur selben Zeit stellen. Die Pandemie ist erst dann besiegt, wenn sie überall besiegt ist. Darum arbeiten wir weiter hart an unserem gemeinsamen Ziel, 70 Prozent der Bevölkerung in allen Ländern zu impfen. Das ist die größte Impfkampagne der Geschichte. Je besser wir vorankommen, desto geringer wird das Risiko neuer, gefährlicher Virusvarianten.

Die gute Nachricht ist, dass COVAX inzwischen über ausreichend Impfstoffe für die aktuelle Pandemielage verfügt. Auf dieser Konferenz haben wir uns daher auf die verbleibenden logistischen Herausforderungen konzentriert: Wir haben jetzt die Mittel bereitgestellt, die nötig sind, damit die Impfstoffe auch in die Arme kommen. Und wir haben bereits jetzt ein neues Vorsorgeinstrument gestartet, damit sich bei einer neuen Virusvariante die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen: Entwicklungsländer brauchen einen gleichberechtigten Zugang zu Impfstoffen – nur dann kann eine globale Impfkampagne wirklich erfolgreich sein."

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Mit den neuen Finan­zierungs­zu­sagen will COVAX zum einen die Impf­logistik in seinen Part­ner­län­dern stärken. Dafür stehen für COVAX durch die Konferenz nun 600 Millionen US-Dollar bereit. Mit dem Geld soll der Trans­port der Impf­stoffe in Ent­wick­lungs­ländern finan­ziert, in Kühl­schränke für die La­ge­rung von Impf­stoffen investiert oder das nötige Ge­sund­heits­per­so­nal be­zahlt werden. Mit weiteren 545 Millionen US-Dollar werden me­di­zi­ni­sche Ver­brauchs­mate­riali­en wie Spritzen und Des­in­fek­tions­mittel finanziert. Das ist aus­reichend für mehr als eine Milliarde Impfungen. 

Mit der Ein­führung eines "Pan­de­mie-Impf­stoff-Pools" soll da­rüber hinaus ein inno­va­tives Fi­nan­zie­rungs­in­strument zur Ver­besserung der weltweiten Pan­de­mie­prä­ven­tion ge­schaffen werden, um zeit­nah und flexibel auf neue Virus­varianten rea­gieren zu können. Damit soll COVAX im Notfall bereits Geld zur Verfügung haben, um im Interesse der Entwicklungsländer bei Bedarf schnell neue, angepasste Impfstoffe kaufen zu können.

Eine Krankenschwester in einer Impfstelle im Bezirk San Martín de Porres in Lima, Peru. Peru erhielt seine erste COVAX-Lieferung am 10. März 2021.

Eine Krankenschwester in einer Impfstelle im Bezirk San Martín de Porres in Lima, Peru. Peru erhielt seine erste COVAX-Lieferung am 10. März 2021.

Eine Krankenschwester in einer Impfstelle im Bezirk San Martín de Porres in Lima, Peru. Peru erhielt seine erste COVAX-Lieferung am 10. März 2021.

COVAX ist eine der vier Säulen der internationalen Pandemiebekämpfungs-Initiative "ACT-A", für die Deutschland der zweitgrößte Geber ist. In diesem Jahr wird Deutschland mit insgesamt 1,1 Milliarden Euro erneut seinen von ACT-A errechneten sogenannten "fair share" erfüllen – also den fairen Anteil am Finanzbedarf von ACT-A, der sich aus der Wirtschaftskraft der Länder sowie deren Nutzen durch eine schnelle Beendigung der Pandemie berechnet. Von diesen Mitteln stehen wie oben genannt 400 Millionen Euro für die Beschaffung und Verteilung von Corona-Impf­stoffen über COVAX an die 92 ärmsten Länder der Welt bereit.

Darüber hinaus wird Deutschland im Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit weitere 224 Millionen Euro bereitstellen, um die Impfstofflogistik in den Partnerländern zu verbessern.

Ergebnisse der Konferenz finden Sie unter www.gavi.org (Externer Link)