Afrikareise Beauftragter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit der Bundesregierung Schwabe reist nach Nigeria

„Nachhaltige Entwicklung ist wirksames Mittel gegen religiös motivierte Intoleranz, Gewalt und Terrorismus“

Pressemitteilung vom 23. August 2022 | Berlin/Abuja – Der Beauftragte für Religions- und Weltanschauungsfreiheit der Bundesregierung Frank Schwabe ist vom 22. bis 26. August in Nigeria. Die rasant wachsende Bevölkerung des westafrikanischen Landes zeichnet sich dadurch aus, dass sie je etwa zur Hälfte aus Muslimen und Christen besteht. Daraus ergeben sich positive Beispiele für ein gutes Zusammenleben, aber es gibt auch Spannungen.

Frank Schwabe, Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit

Frank Schwabe, Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit

Frank Schwabe, Be­auf­tragter der Bundes­re­gie­rung für Religions- und Welt­an­schau­ungs­freiheit

Frank Schwabe: „Nigeria ist ein Land, das bekannt ist für das Zusammenleben von Muslimen und Christen, leider auch für die Konflikte entlang religiöser Trennlinien. Nachhaltige Entwicklung ist eines der wirksamsten Mittel gegen religiös motivierte Intoleranz, Gewalt und Terrorismus. Seit Jahren engagiert sich die Bundesregierung in der Konfliktprävention in Nigeria.“

Der Beauftragte für Religions- und Weltanschauungsfreiheit der Bundesregierung will sich genau über diese Vielfältigkeit der religiösen Dimension informieren. Dazu gehören die Spannungen zwischen Hirten und Bauern ebenso wie der Umgang mit der weiblichen Genitalverstümmelung und dem Einfluss von religiösen Akteur*innen zur Verhinderung dieser schweren Menschenrechtsverletzung. Ein besonderes Thema der Reise ist die Inhaftierung von Mubarak Bala, Präsident der Humanistischen Vereinigung Nigerias. Schwabe trifft sich mit Angehörigen und Anwälten Balas.

Frank Schwabe: „In den Blick nehmen will ich auch jene Menschen, die einer weltanschaulichen Organisation angehören und sich für die Freiheit des Nichtglaubens einsetzen. Eben wie Mubarak Bala, der vor wenigen Monaten zu 24 Jahren Haft verurteilt wurde. In Nigeria werde ich seine Angehörigen, seinen Anwalt und aktive Humanistinnen und Humanisten treffen. Darüber hinaus wird der Fall in Gesprächen mit nigerianischen Regierungsvertreter*innen thematisiert werden.

Ich will vor Ort mehr über die Vorrausetzungen erfahren, wie Religionen zur Entwicklung eines Landes positiv beitragen können. Wie können die universellen Menschenrechte gewahrt werden, und welche Impulse für ein friedliches und tolerantes Miteinander sind notwendig? Dazu werde ich zwei Tage in Jos sein, Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaates Plateau, und mich mit verschiedenen Akteurinnen und Akteuren austauschen, die dort seit Jahren in der Konfliktprävention arbeiten. Die Konflikte zwischen Bauern und Hirten, zwischen Christen und Muslimen mögen religiös aufgeladen sein, haben allerdings ihren Ursprung in der Auseinandersetzung um Ressourcen.“