Zerstörter Stadtteil in Beirut, Libanon.

Pressemitteilung Entwicklungsministerin Alabali Radovan reist in den Libanon

28. Oktober 2026 | Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan reist heute in den Libanon. Im Mittelpunkt der Reise stehen der Reformkurs der Regierung, die Stärkung staatlicher Strukturen und die Bewältigung der Folgen von Krieg und Vertreibung.



Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „Deutschland steht an der Seite der Menschen im Libanon. Sie brauchen Stabilität und eine Zukunftsperspektive. Deshalb unterstützen wir die libanesische Regierung bei ihrem Reformkurs und beim Aufbau staatlicher Institutionen und öffentlicher Dienstleistungen. Gemeinsam mit Partnern wie UNICEF und UNDP helfen wir zugleich denen im Libanon, die unter Krieg und Vertreibung leiden. Reformen und die Bewältigung der Kriegsfolgen müssen Hand in Hand gehen. Und klar ist: die Stabilität Libanons ist auch eine wichtige Grundlage für einen Frieden in der gesamten Region.“

Die jahrelange Wirtschafts- und Finanzkrise, schwache staatliche Institutionen und die militärischen Auseinandersetzungen zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee haben den Libanon schwer gezeichnet. Gleichzeitig bietet die reformorientierte Regierung unter Präsident Joseph Aoun und Premierminister Nawaf Salam die Chance auf grundlegende Veränderungen im Land. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit arbeitet eng mit der Regierung zusammen, um den Staat in seinen Grundfunktionen zu stärken, damit er sich gegenüber dem System basierend auf konfessionellen Interessen und anderer nichtstaatlicher Akteure behauptet.

Geplant sind politische Gespräche mit Staatspräsident Joseph Aoun, Premierminister Nawaf Salam und Parlamentssprecher Nabih Berri. Im Mittelpunkt stehen Reformen, der Aufbau staatlicher Kapazitäten und eine verlässliche öffentliche Versorgung. Weitere Themen sind die Situation der Geflüchteten und Binnenvertriebenen sowie die Voraussetzungen für eine Wiederherstellung grundlegender Dienstleistungen in kriegsbetroffenen Gebieten.

Gemeinsam mit der libanesischen Bildungsministerin Rima Karami besucht Ministerin Alabali Radovan eine Schule im südlichen Libanon, die Deutschland mit weiteren Gebern über den UNICEF „Transition and Resilience Education Fund“ (TREF) unterstützt. Dort wird deutlich, wie schwer der Bildungssektor von den Folgen des Krieges betroffen ist und welche Bedeutung öffentliche Schulen in der aktuellen Krise haben. Die deutsche Entwicklungs-zusammenarbeit verbessert den Zugang zu Bildung besonders für benachteiligte Kinder, darunter durch den Krieg vertriebene Kinder und Kinder syrischer Geflüchteter. Zugleich stärkt sie die Bildungsverwaltung dabei, das öffentliche Schulsystem nachhaltiger und resilienter aufzustellen.

Beim Besuch des von Deutschland unterstützten Zivilschutzes informiert sich die Ministerin über die Kriegsfolgen für die Zivilbevölkerung und die Lage der Einsatzkräfte, die nach wie vor besonders im Südlibanon Hilfe nach militärischen Auseinandersetzungen leisten. Gemeinsam mit dem UN-Entwicklungsprogramm UNDP stärkt Deutschland deren Einsatzfähigkeit und Ausstattung – damit die Menschen in den vom Krieg betroffenen Gebieten wirksame Ersthilfe erhalten können.

Im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft tauscht sich die Ministerin über Reformen sowie die Herausforderungen aus, staatliche Handlungsfähigkeit im gesamten Land zu stärken.