Öffentliche Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (ODA) Deutschland hat 2021 inter­natio­nales Finan­zie­rungs-Ziel für Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit erfüllt

Pressemitteilung vom 12. April 2022 | Berlin – Deutschland hat nach vorläufigen Berechnungen der OECD auch im vergangenen Jahr das international vereinbarte Ziel erfüllt, mindestens 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung für Entwicklungszusammenarbeit bereitzustellen.

Im abgelaufenen Jahr erreichte die sogenannte ODA-Quote (Official Development Assistance) am Bruttonationaleinkommen (BNE) demnach 0,74 Prozent. Deutschland bleibt damit hinter den USA in absoluten Zahlen der zweitgrößte Geber weltweit vor Japan, Großbritannien und Frankreich.

Entwicklungs-Staatssekretär Jochen Flasbarth: „Es ist wichtig, dass Deutschland gerade auch in schwierigen Zeiten bereit ist, partnerschaftlich andere Länder zu unterstützen sowie die Lösung globaler Probleme anzugehen. Die sogenannte ODA-Quote ist ein wichtiger Gradmesser für Solidarität in der Welt. Allein sagt die Quote aber noch nichts aus, denn in Zeiten geringeren Wirtschaftswachstums wie im letzten Jahr und zugleich außerordentlicher Zahlungen für die globale Impfkampagne lässt sich das Ziel leichter erreichen als in Jahren mit besserer wirtschaftlicher Entwicklung. Entscheidend ist daher neben den relativen Anstrengungen, die wir unternehmen, auch der absolute Umfang dessen, was wir an realer Unterstützung gewähren. Die multiplen Krisen, die wir derzeit vom aktuellen russischen Krieg in der Ukraine, über die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie und ihrer Folgen bis hin zu einem immer notwendigeren Engagement zur Hungerbekämpfung und zum Einsatz in Krisenregionen, wie Afghanistan oder dem Sahel, haben, erfordern eine ausreichende Ausstattung der Entwicklungszusammenarbeit.“

Insgesamt haben Bund, Länder und Kommunen im vergangenen Jahr rund 27,3 Milliarden Euro für ODA-Leistungen aufgebracht, davon kamen 13,7 Milliarden Euro aus dem Haushalt des Bundesentwicklungsministeriums. Neben den vor allem vom Bundesentwicklungsministerium finanzierten weltweiten Projekten der Entwicklungszusammenarbeit zählen zu den ODA-Leistungen unter anderem auch die Studienplatzkosten für Studierende aus Entwicklungsländern in Deutschland (1,5 Milliarden Euro) sowie auch Teile der Leistungen für Flüchtlinge, die in Deutschland Schutz suchen (2,3 Milliarden Euro). Die ODA-Quote ohne Inlandsflüchtlingskosten beträgt demnach 0,68 Prozent.

Die OECD wird die endgültigen ODA-Werte für 2021 voraussichtlich Ende 2022 bekannt geben. Das 0,7-Prozent-Ziel für die ODA-Quote wurde 1972 bei den Vereinten Nationen vereinbart.

Mehr Informationen unter www.oecd.org/dac (Externer Link)

Korrektur: Ursprünglich hieß es in dieser Pressemitteilung: „Insgesamt haben Bund, Länder und Kommunen im vergangenen Jahr rund 27,3 Milliarden Euro für ODA-Leistungen aufgebracht, davon kamen 13,7 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt.“ Richtig ist: „... davon kamen 13,7 Milliarden aus dem Haushalt des Bundesentwicklungsministeriums.“ Der entsprechende Satz wurde geändert.