Pressemitteilung Internationale Zusammenarbeit in Zeiten globaler Krisen: Alabali Radovan reist zur Weltbank-Frühjahrstagung

15. April 2026 | Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan reist heute zur Frühjahrstagung der Weltbank nach Washington, D.C.. Bis Donnerstag wird sie dort Gespräche mit internationalen Partnern führen. Im Mittelpunkt stehen die Konflikte im Nahen Osten und die Auswirkungen des Iran-Krieges auf Entwicklungsländer sowie zentrale Themen wie Wasser und Mütter- und Kindergesundheit.

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „Die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit stehen derzeit in Washington auf der Agenda – allen voran die Verhandlungen über einen Frieden am Persischen Golf, die uns aktuell zutiefst bewegen. Die Weltwirtschaft wankt, weltweit leiden Menschen unter den dramatischen Auswirkungen. Besonders hart trifft es den Globalen Süden: Millionen Menschen kämpfen in Ländern wie dem Sudan oder Somalia ums Überleben. Grundnahrungsmittel wie Weizen, Reis und pflanzliche Öle werden für viele dort unbezahlbar und fehlender Dünger gefährdet bereits die nächste Ernte.

Gerade jetzt braucht es starke Institutionen wie die Weltbank: Sie bringt die Weltgemeinschaft an einen Tisch und organisiert konkrete Unterstützung. Klar ist aber auch: Priorität hat, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden. Die internationale Gemeinschaft darf jetzt nicht zögern: Die Welt braucht Frieden, Stabilität und ein Ende der Gewalt. Jeder Tag zählt.“

Fokus auf Nahost und den weltweiten Folgen des Iran-Krieges

Die Weltbank ist der weltweit größte Finanzierer von nachhaltiger Entwicklung und damit ein zentraler Akteur bei Konfliktprävention, Krisenreaktion und Wiederaufbau. Dementsprechend prägen die Konflikte im Nahen Osten und die globalen Auswirkungen des Krieges am Persischen Golf viele Gespräche. Die Weltbank prognostiziert bereits ein sinkendes Wachstum und warnt davor, dass starke Anstiege der Preise für Erdöl und Düngemittel zu höheren Lebensmittelpreisen, wachsender Ernährungsunsicherheit und Arbeitsplatzverlusten führen. Im Kreise der Gouverneurinnen und Gouverneure der Weltbank wird Alabali Radovan daher auch darüber beraten, wie die Weltbank die Menschen in besonders betroffenen Ländern gezielt unterstützen kann.

Schwerpunkte: Wasser, Mütter- und Kindergesundheit, Regenwaldschutz

Ein zentrales Thema der diesjährigen Tagung ist der Zugang zu Wasser: Rund zwei Milliarden Menschen weltweit haben keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser. Deshalb startet die Weltbank eine globale Allianz (Externer Link), die bis 2030 einer Milliarde Menschen besseren Zugang ermöglichen soll. Deutschland unterstützt diese Initiative von Anfang an. Gemeinsam mit Weltbank-Präsident Ajay Banga sowie Vertretern des Privatsektors und der Philanthropie wird Alabali Radovan am morgigen Mittwoch den Startschuss für diese neue Allianz geben.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung der Mütter- und Kindergesundheit. Bei einer Veranstaltung zur „Global Financing Facility for Woman, Children and Adolescents“ setzt sich Ministerin Alabali Radovan für die Rechte, körperliche Selbstbestimmung und gesundheitliche Versorgung von Frauen und Mädchen ein. Weltweit wächst der Druck auf das Menschenrecht von Frauen, selbst über ihren Körper zu bestimmen. Die sogenannte „Global Gag Rule“ der US-Administration, die die finanzielle Förderung für Organisationen streicht, die sich für sichere Schwangerschaftsabbrüche einsetzen oder darüber informieren, schränkt die oft lebenswichtige Unterstützung für Frauen weiter ein. Um die körperliche Selbstbestimmung und Mutter- und Kindsgesundheit im globalen Süden zu fördern, stellt das BMZ 45 Millionen Euro für den Weltbank-Fonds zur Verfügung.

Darüber hinaus nimmt Ministerin Alabali Radovan an einer von Brasilien organisierten Veranstaltung zur neuen Regelwaldschutz-Initiative „Tropical Forest Forever Facility(TFFF) teil. Für diese hat Deutschland über den Zeitraum von zehn Jahren eine Milliarde Euro zugesagt.

Am Rande der Tagung führt die Ministerin zahlreiche bi- und trilaterale Gespräche, unter anderem mit Weltbankpräsident Ajay Banga, der libanesischen Ministerin für soziale Angelegenheiten Haneen al Sayyed sowie ihren Amtskolleginnen aus Frankreich und dem Vereinigten Königreich.