Glossar
A
-
Agenda 21
Agenda 21
Die Agenda 21 (Agenda = Tagesordnung) ist ein entwicklungs- und umweltpolitisches Aktionsprogramm mit Handlungsempfehlungen für das 21. Jahrhundert. Sie fordert eine neue Entwicklungs- und Umweltpartnerschaft zwischen den Industrienationen und den armen Ländern. Wichtige entwicklungspolitische Ziele wie Armutsbekämpfung und nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen Wasser, Boden und Wald sind hier ebenso verankert wie umweltpolitische Ziele, etwa die Reduzierung des Treibhauseffektes. Die Agenda 21 schreibt vor, alle gesellschaftlichen Gruppen an politischen Entscheidungen zu beteiligen. Sie definiert Nachhaltigkeit als übergreifendes Ziel der Politik.
Externer Link:
Deutsche Übersetzung der Agenda 21 (PDF 2 MB) -
AKP-Staaten
AKP-Staaten
Afrikanische, karibische und pazifische Partnerstaaten der Europäischen Union. Derzeit gehören 79 Staaten zu AKP-Gruppe.
Siehe auch:
-
Aktionsplan von Johannesburg
Aktionsplan von Johannesburg
Auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg hat sich die internationale Gemeinschaft 2002 – zehn Jahre nach der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro – erneut zur Nachhaltigkeit bekannt. Es wurde vereinbart, die "sich gegenseitig stützenden Säulen der nachhaltigen Entwicklung – wirtschaftliche Entwicklung, soziale Entwicklung und Umweltschutz – auf lokaler, nationaler, regionaler und globaler Ebene auszubauen und zu festigen". Die Teilnehmer des Gipfels verabschiedeten einen Aktionsplan, der die Ziele der Millenniumserklärung bestätigt. Der Plan umfasst unter anderem folgende Vereinbarungen:
- Der Anteil der Menschen ohne sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser und der Anteil der Menschen ohne Zugang zu Kanalisation soll bis 2015 halbiert werden.
- Der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch soll "dringend" gesteigert werden
- Staaten, die das Klimaschutz-Protokoll von Kyoto noch nicht ratifiziert haben, sollen dies nachholen.
- Umweltschädliche Subventionen sollen abgebaut werden.
- Das Artensterben in der Tier- und Pflanzenwelt soll bis 2010 deutlich verlangsamt werden.
- Der Verlust der natürlichen Ressourcen soll gestoppt werden.
- Die negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur bei der Produktion und dem Gebrauch von Chemikalien sollen bis zum Jahr 2020 "minimiert" werden.
-
Ankerländer
Ankerländer
Ankerländer sind eine wichtige Zielgruppe der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, weil sie in ihren Regionen einen großen wirtschaftlichen und politischen Einfluss haben und zunehmend auch internationale Prozesse mitgestalten. Sie spielen eine Schlüsselrolle für die wirtschaftliche und politische Stabilität in ihren Regionen, aber auch für globale Herausforderungen wie den Klima- und Ressourcenschutz, die Gestaltung der Weltwirtschaft und eine nachhaltige, gerechte und friedliche Entwicklung.
Zu den Ankerländern, mit denen Deutschland entwicklungspolitisch zusammenarbeitet, gehören China, Indien, Indonesien, Pakistan, Ägypten, Nigeria, Südafrika, Brasilien und Mexiko. Die Entwicklungszusammenarbeit mit diesen Ländern wird kontinuierlich zu strategischen Partnerschaften weiterentwickelt. Dabei werden der Entwicklungsstand, die Leistungsfähigkeit und die besonderen Herausforderungen, die sich aus der Rolle des jeweiligen Ankerlandes in seiner Region ergeben, berücksichtigt.
Ein wichtiger Schritt, um die führenden Ankerländer stärker in die weltweite Strukturpolitik einzubinden, ist der sogenannte Heiligendammprozess: Zum G8-Gipfel unter deutschem Vorsitz 2007 in Heiligendamm wurden auch Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika eingeladen. Für zunächst zwei Jahre wurde ein hochrangiger Dialog vereinbart, der sogenannte Heiligendammprozess. Themen sollen unter anderem der Schutz geistigen Eigentums, die Entwicklungszusammenarbeit mit besonderem Augenmerk auf Afrika und die weltweite Reduzierung von Kohlendioxid-Emissionen sein.
-
ASEAN
ASEAN
Vereinigung Südostasiatischer Länder (Association of Southeast Asian Nations). Die ASEAN ist eine internationale Organisation mit politischen, ökonomischen und kulturellen Zielen.
Mitgliedstaaten: Brunei Darussalam, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam.
Externer Link:
B
-
BACKUP-Initiative
BACKUP-Initiative
Die BACKUP-Initiative der GTZ ist der deutsche Beitrag zur besseren Nutzung internationaler Finanzmittel im Gesundheitssektor. BACKUP steht für "Building Alliances – Creating Knowledge – Updating Partners". Frei übersetzt heißt das "Bündnisse bilden – Wissen schaffen – Partner auf den neusten Stand bringen". Den Partnerländern wird durch die Initiative der Zugang zu globalen Finanzmitteln erleichtert. Außerdem werden sie bei der Qualitätssicherung im Gesundheitswesen und bei der Durchführung erfolgreicher Maßnahmen gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria unterstützt.
Externer Link
C
-
CIM (Centrum für internationale Migration und Entwicklung)
CIM (Centrum für internationale Migration und Entwicklung)
Das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) vermittelt erfahrene deutsche und europäische Fachkräfte in die Länder Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und Mittel- und Osteuropas. CIM ist eine Arbeitsgemeinschaft der GTZ und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit.
Siehe auch:
-
Cotonou-Abkommen
Cotonou-Abkommen
Abkommen vom 23.6.2000. Es regelt die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und den Ländern Afrikas, der Karibik und des Pazifiks (AKP-Staaten).
Das wichtigste Ziel des Cotonou-Abkommens ist die Bekämpfung der Armut. Dieses Ziel soll durch eine umfassende wirtschaftliche, handelspolitische und finanzielle Zusammenarbeit mit den Partnerländern erreicht werden. Außerdem wurde vereinbart, dass die Partnerländer bestimmte politische und ökonomische Auflagen erfüllen müssen, vor allem eine "verantwortliche Regierungsführung"
(Good Governance), die Achtung der Menschenrechte und Demokratie, um Leistungen der EU zu erhalten.
Siehe auch:
D
-
DED (Deutscher Entwicklungsdienst)
DED (Deutscher Entwicklungsdienst)
Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) ist einer der führenden europäischen Personalentsendedienste. Er wurde 1963 als gemeinnützige Gesellschaft mbH gegründet. Gesellschafter sind die Bundesrepublik Deutschland sowie der Arbeitskreis "Lernen und Helfen in Übersee" e.V. Seine finanziellen Mittel erhält der DED aus dem Bundeshaushalt. Er ist eine der sechs in Deutschland staatlich anerkannten Einrichtungen zur Entsendung von Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfern.
Siehe auch:
-
DEG (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft)
DEG (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft)
Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) ist ein Unternehmen der KfW-Bankengruppe. Ihre Aufgabe ist es, private unternehmerische Initiativen in Entwicklungs- und Reformländern zu fördern. Die DEG will damit zu einem nachhaltigen Wachstum und zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen vor Ort beitragen. Dazu stellt sie privaten Unternehmen langfristiges Kapital für Investitionen in den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung.
Siehe auch:
-
Durchführungsorganisation
Durchführungsorganisationen
Das BMZ beauftragt die Durchführungsorganisationen mit der Umsetzung der entwicklungspolitischen Vorhaben der Bundesregierung. Zu den Aufgaben dieser Organisationen gehören unter anderem:
- die Durchführung von Projekten der Finanziellen Zusammenarbeit und der Technischen Zusammenarbeit
- die Vorbereitung und Entsendung von deutschen Fachkräften und Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfern
- die berufliche Fortbildung von Fach- und Führungskräften aus den Partnerländern
Siehe auch:
E
-
EEF (Europäischer Entwicklungsfonds)
EEF (Europäischer Entwicklungsfonds)
Über den Europäischen Entwicklungsfonds (englisch European Development Fund, EDF) wird die Zusammenarbeit mit vielen Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifiks (AKP-Staaten) finanziert. Der EEF ist als Sondervermögen der EU eingerichtet und wird von den Mitgliedsstaaten separat finanziert. Für ihn gilt eine eigene Finanzregelung und er wird von einem besonderen Ausschuss verwaltet.
Siehe auch:
-
EG (Europäische Gemeinschaft)
EG (Europäische Gemeinschaft)
Die Europäische Gemeinschaft wurde mit den Römischen Verträgen im Jahr 1957 gegründet, sie ist eine der Grundlagen der europäischen Integration. Auch die Entstehung der Europäischen Union (EU) im Jahr 1992 hat die Europäische Gemeinschaft nicht verdrängt, sie bleibt Teil der EU.
Siehe auch:
-
EIB (Europäische Investitionsbank)
EIB (Europäische Investitionsbank)
Die Europäische Investitionsbank (EIB) mit Sitz in Luxemburg wurde 1958 als Finanzierungsinstitution der Europäischen Gemeinschaft gegründet. Ihre Hauptaufgabe ist die Finanzierung von Investitionen, die die europäische Integration fördern und den Zielen der Gemeinschaft dienen. Hierfür vergibt sie Darlehen mit längeren Laufzeiten und tilgungsfreien Phasen sowie Bürgschaften an öffentliche und private Investoren.
Siehe auch:
Europäische Investitionsbank – Kreditgeber für Partnerländer
-
Empowerment
Empowerment
Der Begriff Empowerment stammt ursprünglich aus dem Bereich der Psychologie und Sozialpädagogik, er lässt sich am besten mit "Selbstbemächtigung" oder auch "Selbstkompetenz" übersetzen. Empowerment umfasst Strategien und Maßnahmen, die Menschen dabei helfen, ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben zu führen. Durch Empowerment sollen sie in die Lage versetzt werden, ihre Belange zu vertreten und zu gestalten. In der Entwicklungszusammenarbeit versteht man unter Empowerment vor allem einen Prozess, der das Selbstvertrauen benachteiligter Bevölkerungsgruppen stärkt und sie in die Lage versetzt, ihre Interessen zu artikulieren und sich am politischen Prozess zu beteiligen. Im Mittelpunkt steht dabei die Stärkung der vorhandenen Potenziale der Menschen.
Um dieses Ziel zu erreichen, sind Veränderungen der sozialen, ökonomischen, rechtlichen und politischen Institutionen innerhalb der Gesellschaft notwendig. Die Entwicklungszusammenarbeit fördert solche Reformen.
-
Entwicklungsland
Entwicklungsland
Für den Begriff "Entwicklungsländer", der in Deutschland seit den 1950er Jahren verwendet wird, gibt es keine einheitliche Definition. Die Mehrzahl dieser Staaten weist jedoch gemeinsame Merkmale auf:
- eine schlechte Versorgung großer Gruppen der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln, dadurch Unterernährung und Hunger
- ein niedriges Pro-Kopf-Einkommen, Armut
- keine oder nur eine mangelhafte Gesundheitsversorgung, eine hohe Kindersterblichkeitsrate und eine geringe Lebenserwartung
- mangelhafte Bildungsmöglichkeiten, eine hohe Analphabetenquote
- hohe Arbeitslosigkeit, ein insgesamt niedriger Lebensstandard, eine oft extrem ungleiche Verteilung der vorhandenen Güter
Die Wirtschaft der meisten Entwicklungsländer ist von einer Struktur geprägt, bei der traditionelle Produktionsweisen - vorwiegend in der Landwirtschaft - einem modernen dynamischen Sektor - meistens im Industriebereich - gegenüberstehen. Sie leidet oft unter Kapitalmangel und außenwirtschaftlichen Schwierigkeiten, weil viele Entwicklungsländer hoch verschuldet sind.
Eine weltweit verbindliche Liste der Entwicklungsländer existiert bisher nicht. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) stufte in seinem Index der menschlichen Entwicklung (HDI) für die Jahre 2007/2008 insgesamt 107 von 177 erfassten Staaten als Länder mit geringer oder mittlerer Entwicklung ein.
Externer Link:
Berichte zur menschlichen Entwicklung – Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (englisch) -
Entwicklungszusammenarbeit (EZ)
Entwicklungszusammenarbeit (EZ)
Entwicklungszusammenarbeit (EZ) leistet Beiträge zur nachhaltigen Verbesserung der weltweiten wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen und politischen Verhältnisse. Sie bekämpft die Armut und fördert Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Entwicklungszusammenarbeit trägt zur Prävention von Krisen und gewalttätigen Konflikten bei. Sie fördert eine sozial gerechte, ökologisch tragfähige und damit nachhaltige Gestaltung der Globalisierung.
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit basiert auf dem Grundsatz, aus ethischer Verantwortung und internationaler Solidarität zu handeln. Sie ist aber auch durch das Bestreben motiviert, die eigene Zukunft zu sichern. Als Sammelbegriff fasst Entwicklungszusammenarbeit die Leistungen der Technischen, Finanziellen und Personellen Zusammenarbeit zusammen. Sie ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft und wird von privaten und öffentlichen Stellen in Industrie- und Entwicklungsländern geleistet. Leistungen der Entwicklungszusammenarbeit können sowohl in materieller Form (als Kredite oder Zuschüsse) als auch in immaterieller Form (zum Beispiel durch Bereitstellung von Know-how oder Aus- und Fortbildung) erbracht werden.
Entwicklungszusammenarbeit oder Entwicklungshilfe?
Die deutsche Regierung betrachtet die Länder und Organisationen, mit denen sie entwicklungspolitisch zusammenarbeitet, nicht als Empfänger von Hilfeleistungen, sondern als gleichberechtigte Partner. Die Ziele der Zusammenarbeit werden gemeinsam festgelegt, die Maßnahmen werden gemeinsam geplant und durchgeführt und auch die Verantwortung für Erfolge und Misserfolge wird gemeinsam getragen. Die Partner beteiligen sich außerdem in vielen Fällen an der Finanzierung der Programme. Darüber hinaus profitieren Deutschland und die anderen Geberstaaten direkt von der Entwicklungszusammenarbeit. Sie bietet eine gute Möglichkeit, wirtschaftliche Kontakte zu den Partnerländern aufzubauen und verbessert die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Der Begriff Entwicklungszusammenarbeit beschreibt diese intensive Partnerschaft viel besser als der früher übliche Begriff Entwicklungshilfe.
-
EU (Europäische Union)
EU (Europäische Union)
Die Europäische Union, gegründet mit dem Vertrag von Maastricht 1992, ist formal der Zusammenschluss der Mitgliedstaaten und der Gemeinschaftsinstitutionen. Als rechtliche Organisation basiert sie auf drei Säulen:
- 1. Europäische Gemeinschaft (EG), verwaltet durch die Gemeinschaftseinrichtungen
- 2. Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, sowie europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik
- 3. Zusammenarbeit in den Bereichen Polizei und Justiz
Europäische Organe:
Europäisches Parlament
Das Europäische Parlament ist das einzige auf direkte Wahl gestützte und damit unmittelbar demokratisch legitimierte Organ in der Europäischen Union. Die wesentlichen Aufgaben: Das Europäische Parlament teilt sich die gesetzgebende Gewalt mit dem Rat. Es übt demokratische Kontrolle über alle Organe der EU und insbesondere über die Kommission aus. Es teilt sich die Haushaltsbefugnis mit dem Rat und kann daher Einfluss auf die Ausgabenpolitik der EU ausüben. In letzter Instanz nimmt es den Gesamthaushalt an oder lehnt ihn ab. Die Rolle des Europäischen Parlaments ist nicht mit der des Bundestages zu vergleichen. Im Gegensatz zum Bundestag haben die Abgeordneten kein formales Initiativrecht, sie können also keine eigenen Gesetzesvorlagen einbringen. Das Europäische Parlament kann allerdings mit Mehrheit die Kommission auffordern, geeignete Vorschläge für Rechtsakte zu unterbreiten.
Europäische Kommission
Die Einhaltung des EU-Rechts durch die Mitgliedsstaaten wir durch die Europäische Kommission überwacht. Sie ist auch für Gesetzgebungsinitiativen verantwortlich und sorgt für die Umsetzung des europäischen in nationales Recht.
Rat der Europäischen Union
Der Rat der Europäischen Union, häufig auch Ministerrat genannt, ist das wichtigste Entscheidungsgremium der EU. Er vertritt die Mitgliedstaaten und an seinen Tagungen nimmt je eine Ministerin beziehungsweise ein Minister aus den nationalen Regierungen der EU-Staaten teil.
Europäischer Rat
Anders als der Rat der Europäischen Union ist der Europäische Rat kein Organ der EU. Er besteht aus den Staats- und Regierungschefs und dem Präsidenten der Europäischen Kommission. Sie treten bis zu viermal im Jahr zusammen. Bei diesen Gipfeltreffen werden die Leitlinien der EU-Politik festgelegt, neue politische Impulse gegeben und Fragen gelöst, die auf unterer Ebene nicht geregelt werden konnten.
Siehe auch:
Der Weg Europas - Deutsche Entwicklungspolitik im Rahmen der Europäischen Union
-
Europäische Kommission
Europäische Kommission
Die Europäische Kommission als "Hüterin der Verträge" ist ein politisch unabhängiges Organ, das die Interessen der gesamten EU vertritt. Sie hat das Initiativrecht für die Gesetzgebung, setzt alle Beschlüsse um und überwacht die fristgerechte Umsetzung von Recht der Europäischen Gemeinschaft (EG) in nationales Recht. Weiter setzt sie den beschlossenen EG-Haushalt um und vertritt die EG in Drittstaaten und internationalen Organisationen.
Siehe auch:
-
Evaluierung
Evaluierung
Das Wort Evaluierung beziehungsweise Evaluation stammt ursprünglich aus der lateinischen Sprache und bedeutet Bewertung oder Beurteilung. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit sind Evaluierungen umfassende, systematische Erfolgskontrollen von entwicklungspolitischen Programmen und Instrumenten. Für jede Evaluierung wird auf Grundlage eines allgemeingültigen Rasters ein individueller Plan erstellt. Dieses Verfahren macht es möglich, die Evaluierungsergebnisse unterschiedlicher Vorhaben miteinander zu vergleichen. Dadurch können Erfahrungen, die bei einem einzelnen Programm gesammelt wurden, auch auf andere Maßnahmen übertragen werden. Alle in einem bestimmten Zeitraum vorgesehenen Überprüfungen sind im "Zentralen Evaluierungsprogramm" (ZEP) des BMZ zusammengefasst.
Siehe auch:
F
-
Finanzielle Zusammenarbeit (FZ)
Finanzielle Zusammenarbeit (FZ)
Die Finanzielle Zusammenarbeit (FZ) ist eines der wichtigsten Instrumente der deutschen Entwicklungspolitik. Ihre Hauptaufgabe ist, die Partnerländer bei der Finanzierung von Maßnahmen zu unterstützen, die für ihre Entwicklung wichtig sind – zum Beispiel Investitionen in das Bildungs- und Gesundheitssystem, in die Infrastruktur, in den Umweltschutz oder in die Landwirtschaft. Damit solche Investitionen zu dauerhaften Verbesserungen führen, müssen sie von Reformprozessen begleitet werden. Finanzielle Zusammenarbeit findet darum immer in enger Abstimmung mit anderen deutschen oder internationalen Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit statt. Im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit werden den Partnerländern Finanzierungsmittel zur Verfügung gestellt.
Siehe auch:
G
-
G8 (Gruppe der Acht)
G8 (Gruppe der Acht)
Zur Gruppe der Acht (G8) gehören Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, USA, Deutschland (G7) und, seit 1998, Russland.
Die G8 ist keine internationale Organisation mit eigener Verwaltung, sondern eine informelle Allianz von Staaten. Bei allen Treffen der Gruppe ist auch die Europäische Kommission vertreten, sie wird aber nicht in die offizielle Zählung mit aufgenommen. Den Vorsitz der G8 übernehmen die Mitglieder im Wechsel für jeweils ein Kalenderjahr.
Die G8-Staaten erwirtschaften etwa zwei Drittel des weltweiten Bruttonationaleinkommens. Sie bestreiten rund die Hälfte des Welthandels, gehören zu den größten Beitragszahlern in internationalen Organisationen und stellen drei Viertel der weltweiten Mittel für Entwicklungszusammenarbeit bereit.
Einmal im Jahr treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten zu einem Gipfel. Sie diskutieren dabei über Schlüsselfragen der Weltpolitik, tauschen ihre Standpunkte aus und versuchen, konstruktive Lösungen zu entwickeln. Verantwortlich für die Organisation und die thematische Ausrichtung dieser G8-Gipfel ist die jeweilige Präsidentschaft. In der Vergangenheit waren diese Gipfeltreffen Ausgangspunkt verschiedener G8-Initiativen.
Alle Entscheidungen der G8 werden im Konsens getroffen. Sie haben zwar keine rechtliche Bindung, die Mitglieder der Gruppe vertreten und berücksichtigen die gemeinsam erarbeiteten Positionen aber auf der weltpolitischen Ebene und in internationalen Organisationen. Dadurch können sie weltweit Wirkung erzielen.
Siehe auch:
-
Geberländer
Geberländer
Geberländer sind Staaten, die internationale Entwicklungszusammenarbeit finanzieren. Hierzu gehören die Mitglieder des Entwicklungsausschusses der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Auch die Europäische Kommission ist Mitglied dieses Ausschusses und zählt zu dieser Gruppe von Gebern. Zu den Geberländern gehören außerdem Saudi-Arabien und ein Teil der Golfstaaten, einzelne Schwellenländer wie die Türkei und Brasilien sowie einige Mitgliedsländer der Gruppe 77 und die Volksrepublik China. Diese Länder sind Empfänger von öffentlicher finanzieller und technischer Unterstützung, finanzieren aber auch selbst Projekte in Entwicklungsländern.
-
Gender
Gender
Die englische Sprache unterscheidet das biologische Geschlecht ("sex") vom sozialen Geschlecht ("gender"), der gesellschaftlich geprägten und individuell erlernten Geschlechterrolle. Diese Geschlechterrolle wird durch die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Organisation einer Gesellschaft und durch die rechtlichen und ethisch-religiösen Normen und Werte bestimmt. Die Rollenzuweisungen können in verschiedenen Gesellschaften und auch innerhalb einer Gesellschaft stark variieren. Im Gegensatz zum biologischen Geschlecht sind die Geschlechterrollen von Frauen und Männern wandelbar. Gendermaßnahmen bauen auf dieser Flexibilität auf. Sie berücksichtigen die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern und die Tatsache, dass es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt. Anders als bei einer reinen Frauenförderung werden bei solchen entwicklungspolitischen Maßnahmen die Männer in die Strategie einbezogen und für die Ziele der Frauen sensibilisiert.
-
Globalisierung
Globalisierung
Als Globalisierung wird die zunehmende wirtschaftliche, politische und kulturelle internationale Verflechtung bezeichnet. Ausgangspunkt sind dabei wirtschaftliche Prozesse, zum Beispiel die Internationalisierung der Güter- und Finanzmärkte. Diese Prozesse haben sich durch die Entwicklung der Verkehrs- und Kommunikationstechnik in den letzten Jahren beschleunigt. So wächst zum Beispiel der Welthandel schneller als die Güterproduktion. Auch viele ökologische Probleme – Treibhauseffekt, Zerstörung der Ozonschicht, Desertifikation – haben globalen Charakter. Globalisierung wird heute als neue Herausforderung für die Politik diskutiert, die noch immer überwiegend national agiert.
-
Good Governance
Good Governance
Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff "gute Staatsführung" oder auch "gute Regierungsführung". Gemeint ist die Art und Weise, in der in einem Staat Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden. Good Governance beschränkt sich nicht auf die Regierung, sondern gilt für alle Betroffenen und Beteiligten. Gute Regierungsführung hat unter anderem folgende Charakteristika: Sie ist transparent und effektiv. Sie legt Rechenschaft ab. Sie beteiligt alle Menschen und berücksichtigt die Meinung von Minderheiten und die Bedürfnisse von Schwachen.
Siehe auch:
-
Gruppe der 77
Gruppe der 77
Größter Zusammenschluss von Entwicklungsländern innerhalb der Vereinten Nationen. Die Gruppe der 77 existiert seit der ersten Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD), die 1964 in Genf stattfand. Damals zählte die Gruppe 77 Mitglieder, heute gehören ihr 130 Länder an. Ziel der Gruppe ist es, die gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder international zu vertreten und sich für eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung einzusetzen. Die Gruppe der 77 fördert außerdem die wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit der Entwicklungsländer untereinander.
Externer Link:
-
GTZ (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit)
GTZ (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit)
Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH (GTZ) ist weltweit auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Sie ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen im Besitz der Bundesrepublik Deutschland und wurde 1975 gegründet. Ihr Unternehmenszweck ist die Unterstützung der Bundesregierung bei ihrer entwicklungspolitischen Arbeit. Dazu führt sie die Aufträge aus, die ihr die Bundesregierung im Rahmen der Technischen Zusammenarbeit gibt.
Siehe auch:
H
-
HDI (Index der menschlichen Entwicklung, Human Development Index)
HDI (Index der menschlichen Entwicklung, Human Development Index)
Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) veröffentlicht jährlich einen Bericht über die menschliche Entwicklung. Der darin enthaltene Index der menschlichen Entwicklung (englisch Human Development Index, HDI) erfasst die durchschnittlichen Werte eines Landes in grundlegenden Bereichen der menschlichen Entwicklung. Dazu gehören zum Beispiel die Lebenserwartung bei der Geburt, das Bildungsniveau sowie das Pro-Kopf-Einkommen. Aus einer großen Zahl solcher Einzelindikatoren wird eine Rangliste errechnet. Sie ermöglicht es, den Stand der durchschnittlichen Entwicklung eines Landes abzuleiten. 2007/2008 erfasste der Index insgesamt 177 Staaten, 107 von ihnen wurden als Länder mit geringer oder mittlerer Entwicklung eingestuft.
Externer Link:
Human Development Index (HDI) – Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (englisch)
-
Hilfe zur Selbsthilfe
Hilfe zur Selbsthilfe
Selbsthilfe ist das Bestreben, aus eigener Kraft Ziele zu verwirklichen. Sie ist eine individuelle oder gemeinschaftliche Reaktion auf Notlagen oder als unbefriedigend empfundene Situationen. Selbsthilfe stärkt die gesellschaftliche Teilnahme und Teilhabe des politisch mündigen und aktiven Bürgers und ist durch folgende Prinzipien gekennzeichnet: Die Eigenanstrengungen werden nicht ersetzt und die geförderten Personen und Gruppen nicht von der Verantwortung entbunden; bestehende Initiativen werden verstärkt, eine externe Förderung darf nicht über erste Anstöße hinausgehen; die Betroffenen sind bei allen Entscheidungen einbezogen. -
HIPC-Initiative
HIPC-Initiative
HIPC steht für "heavily indebted poor countries" (hoch verschuldete arme Länder). Die HIPC-Initiative ist eine auf Anregung der G7 von Weltbank und IWF 1996 beschlossene Entschuldungsinitiative für hoch verschuldete arme Länder. Auf dem G7-Gipfel in Köln 1999 wurde auf Betreiben der deutschen Bundesregierung eine Erweiterung der Schuldeninitiative (HIPC II) beschlossen. Ziel der Initiative ist, die Verschuldung der betroffenen Länder auf ein tragfähiges Niveau zu reduzieren. Für die Teilnahme an der Initiative gelten feste Abläufe und Regeln. Voraussetzung für eine Entschuldung ist die Vorlage einer nationalen Armutsbekämpfungsstrategie (PRSP) und die Vereinbarung eines makroökonomischen Programms mit dem IWF. Kernelement der Initiative ist die Verknüpfung mit Armutsbekämpfung mit dem Ziel, zusätzlichen Spielraum für armutsrelevante Ausgaben und Investitionen zu schaffen. Die Länder, die von einer Entschuldung profitieren, sollen die frei werdenden Mittel bei der Umsetzung von wirtschaftlichen und sozialen Reformen einsetzen.
Siehe auch:
I
-
Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index, HDI)
Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index, HDI)
Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) veröffentlicht jährlich einen Bericht über die menschliche Entwicklung. Der darin enthaltene Index der menschlichen Entwicklung (englisch Human Development Index, HDI) erfasst die durchschnittlichen Werte eines Landes in grundlegenden Bereichen der menschlichen Entwicklung. Dazu gehören zum Beispiel die Lebenserwartung bei der Geburt, das Bildungsniveau sowie das Pro-Kopf-Einkommen. Aus einer großen Zahl solcher Einzelindikatoren wird eine Rangliste errechnet. Sie ermöglicht es, den Stand der durchschnittlichen Entwicklung eines Landes abzuleiten. 2007/2008 erfasste der Index insgesamt 177 Staaten, 107 von ihnen wurden als Länder mit geringer oder mittlerer Entwicklung eingestuft.
Externer Link:
Human Development Index (HDI) – Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (englisch)
-
InWEnt
InWEnt
InWEnt ist eine Organisation für Personalentwicklung, Weiterbildung und Dialog. Sie entstand 2002 durch die Fusion der Carl Duisberg Gesellschaft e.V. (CDG) und der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung (DSE). An den Programmen der Gesellschaft nehmen jedes Jahr rund 55.000 Menschen teil. InWEnt baut auf die Erfahrungen auf, die diese Vorgängerinstitutionen im Bereich der internationalen Zusammenarbeit gesammelt haben. Die Trainings- und Dialogprogramme von InWEnt richten sich an Fachleute, Nachwuchsführungskräfte und Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft in aller Welt.
Siehe auch:
-
IWF (Internationaler Währungsfonds)
IWF (Internationaler Währungsfonds)
Der Internationale Währungsfonds (IWF, englisch International Monetary Fund, IMF) wurde im Juli 1944 auf der Währungs- und Finanzkonferenz der Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen in Bretton Woods (USA) zusammen mit der Weltbank gegründet. Er ist seit 1947 eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er für die Einhaltung der Regeln im Bretton-Woods-System fester Wechselkurse verantwortlich. Seit 1973 legt der freie internationale Markt die Wechselkurse fest.
Siehe auch:
K
-
KfW Entwicklungsbank
KfW Entwicklungsbank
Innerhalb der KfW-Bankengruppe ist die KfW Entwicklungsbank für die Finanzielle Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern verantwortlich. Diese Form der Zusammenarbeit ist dem Volumen nach das bedeutendste Instrument der deutschen Entwicklungspolitik. Sie setzt da an, wo langfristiges Kapital fehlt und wo der Markt versagt oder noch nicht hinreichend funktioniert. Die KfW Entwicklungsbank unterstützt ihre Partner dabei, eine wirtschaftlich tragfähige und sozial gerechte Entwicklung einzuleiten.
Übergeordnetes Ziel der Finanziellen Zusammenarbeit ist, die Armut zu reduzieren und die Lebensbedingungen der Menschen, vor allem der armen Bevölkerungsschichten, zu verbessern. Die KfW Entwicklungsbank fördert Investitionen in die Infrastruktur, in Finanzsysteme und in den Umweltschutz, zum Beispiel in die Ressourcensicherung. Durch den Aufbau von leistungsfähigen Finanzsystemen, die kleinen und mittleren Unternehmen neue Chancen bieten, werden Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen. In Krisenregionen trägt die KfW zum Beispiel mit Investitionen in Beschäftigungsprogramme zur Stabilisierung des sozialen Umfelds bei.
Siehe auch:
-
Kohärenz
Kohärenz
In der entwicklungspolitischen Diskussion wird das Wort Kohärenz (lateinisch cohaerere: zusammenhängen) im Zusammenhang mit der Aufforderung an andere Politikfelder verwendet, entwicklungspolitische Ziele stärker zu berücksichtigen. In diesem Sinne wird auch von Politikkohärenz im Interesse von Entwicklung gesprochen. So soll beispielsweise die Agrarpolitik Maßnahmen vermeiden, die entwicklungspolitische Ziele beeinträchtigen würden. Wo möglich, soll sie die Entwicklungspolitik ergänzen. Das gleiche gilt für alle Politikfelder, in denen das, was die Geberländer tun oder veranlassen, das Leben der Menschen in Entwicklungsländern beeinflusst. Politikkohärenz im Interesse von Entwicklung ist wichtig, damit entwicklungspolitische Maßnahmen nachhaltig wirken können. Verbesserung der Kohärenz ist daher ein zentrales Ziel der Entwicklungspolitik.
-
Konferenz von Rio
Konferenz von Rio
Auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 trafen sich Vertreter aus 178 Ländern, um über Fragen zu Umwelt und Entwicklung im 21. Jahrhundert zu beraten. In Rio wurde das Konzept der nachhaltigen Entwicklung als internationales Leitbild anerkannt. Dahinter stand die Erkenntnis, dass wirtschaftliche Effizienz, soziale Gerechtigkeit und die Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen gleichwertige überlebenswichtige Interessen sind, die sich gegenseitig ergänzen. Das zentrale Ergebnis der Konferenz ist die Agenda 21.
In Rio wurden außerdem die Waldgrundsatzerklärung zum Schutz der Wälder, die Klimarahmenkonvention zur Bekämpfung des Treibhaueffektes und das Übereinkommen über die biologische Vielfalt, die das Artensterben aufhalten soll, unterzeichnet. Auch die Desertifikationskonvention von 1996, die die Wüstenausbreitung stoppen soll, geht auf den Rio-Gipfel zurück.
-
Kooperationsvorhaben
Kooperationsvorhaben
Gemeinschaftliche Vorhaben von mindestens zwei deutschen Entwicklungsorganisationen. Kooperationsvorhaben sind die engste Form der Zusammenarbeit von Entwicklungsorganisationen. Sie werden sehr häufig von der KfW und der GTZ im Rahmen der Kooperation von Technischer und Finanzieller Zusammenarbeit durchgeführt.
L
-
LDC (Least Developed Countries)
LDC (Least Developed Countries)
Least Developed Countries, die am wenigsten entwickelten Länder.
Externer Link:
M
-
Mainstreaming
Mainstreaming
Mainstreaming bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen aller Beteiligter umfassend zu berücksichtigen.
In der Entwicklungspolitik wird unter anderem in den Bereichen Gleichstellung der Geschlechter ("Gender Mainstreaming"), Integration Behinderter und Bekämpfung von HIV/AIDS ein Mainstreaming-Ansatz verfolgt.
-
Mainstreaming-Ansatz
Mainstreaming-Ansatz
Mainstreaming der HIV/AIDS-Bekämpfung in der Entwicklungszusammenarbeit wird als breit angelegter Prozess definiert. Er soll Entwicklungsakteure in die Lage versetzen, Ursachen und Folgen von AIDS in ihrer Arbeit in effektiver und nachhaltiger Weise zu überwinden, indem sie ihre Aktivitäten im Hinblick auf die Bekämpfung von HIV/AIDS anpassen und verbessern.
Entwicklungsfaktoren wie Armut, Geschlechter-Ungleichheit, schwacher Zugang zu öffentlichen Diensten, Migration und gesellschaftliche Instabilität sind gleichzeitig Ursachen und Folgen von HIV-Infektionen. Um in einem Land die Ursachen und Konsequenzen der AIDS-Pandemie zu verringern und zu überwinden, ist eine nationale Strategie notwendig, die alle an der Entwicklung eines Landes beteiligten Akteure, Aktionsebenen und Sektoren einbezieht. Für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit bedeutet dies, in einem gemeinsamen Prozess konkrete Schritte für die unterschiedlichen Sektoren zu vereinbaren und umzusetzen. Außerdem sind Aktivitäten erforderlich, die zum Erhalt der Arbeitskraft beitragen. Es handelt sich dabei um Arbeitsplatzprogramme zur Information der Betroffenen und das Angebot von Dienstleistungen zur Prävention, HIV-Testung, Pflege und Behandlung. Der Mainstreaming-Ansatz soll durchgehend in den Schwerpunktstrategie- und Konzeptpapieren der deutschen Entwicklungszusammenarbeit verankert werden.
-
MDRI - Multilaterale Entschuldungsinitiative
MDRI (Multilaterale Entschuldungsinitiative)
Im Juni 2005 beschlossen die Finanzminister der G8-Staaten im schottischen Gleneagles die sogenannte Multilaterale Entschuldungsinitiative (Multilateral Debt Relief Initiative, MDRI). Sie knüpft an den Mechanismus der HIPC-Initiative an. Länder, die den Vollendungszeitpunkt im Rahmen der HIPC-Initiative erreicht haben, erhalten einen vollständigen Erlass ihrer Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF), bei der Weltbanktochter IDA (International Development Association) und dem Afrikanischen Entwicklungsfonds (AfDF).
Siehe auch:
-
MERCOSUR
MERCOSUR
Mercado Común del Sur, gemeinsamer südamerikanischer Markt
Externer Link:
-
Mikrofinanzsystem
Mikrofinanzsystem
Viele Menschen in Entwicklungsländern haben keine Möglichkeit, einen auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Bankkredit zu erhalten. Sie verfügen entweder nicht über die notwendigen Sicherheiten oder leben nicht im Einzugsbereich einer Bank. Viele Kunden sind für Banken auch darum nicht interessant, weil sie, zum Beispiel für eine Geschäftsgründung, nur kleine Summen brauchen. Mikrokreditsysteme schließen diese Lücke der Versorgung mit finanziellen Dienstleistungen. Sie werden oft von Interessensgruppen aufgebaut, zum Beispiel von Fraueninitiativen, die gemeinsam erwirtschaftetes Geld an andere Frauen verleihen. Mikrokreditsysteme vergeben kleine Kredite zu fest definierten Bedingungen. Zwei Aspekte sind wichtig: Die Kreditnehmerin oder der Kreditnehmer müssen in der Lage sein, das Geld zurückzuzahlen, denn oft sind die Kreditgeber selbst nicht wohlhabend. Und die Kreditbedingungen müssen auf die Bedürfnisse des Kreditnehmers zugeschnitten sein. Das heißt in der Regel längere Laufzeiten und niedrigere Zinssätze als bei herkömmlichen Banken. -
Millenniumsentwicklungsziele
Millenniumsentwicklungsziele
Im September 2000 kamen hochrangige Vertreter von 189 Ländern, die meisten von ihnen Staats- und Regierungschefs, zu dem bis dahin größten Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York zusammen (Millenniumskonferenz).
Als Ergebnis des Treffens verabschiedeten sie die so genannte Millenniumserklärung. Aus ihr wurden später acht internationale Entwicklungsziele abgeleitet, die Millenniumsentwicklungsziele (englisch: Millennium Development Goals, MDGs):
- den Anteil der Weltbevölkerung, der unter extremer Armut und Hunger leidet, halbieren
- allen Kindern eine Grundschulausbildung ermöglichen
- die Gleichstellung der Geschlechter fördern und die Rechte von Frauen stärken
- die Kindersterblichkeit verringern
- die Gesundheit der Mütter verbessern
- HIV/AIDS, Malaria und andere übertragbare Krankheiten bekämpfen
- den Schutz der Umwelt verbessern
- eine weltweite Entwicklungspartnerschaft aufbauen
Mit vereinten Kräften will die internationale Gemeinschaft diese Ziele bis zum Jahr 2015 erreichen.
Siehe auch:
-
Millenniumskonferenz und Millenniumserklärung
Millenniumskonferenz und Millenniumserklärung
Im September 2000 kamen hochrangige Vertreter von 189 Ländern, die meisten von ihnen Staats- und Regierungschefs, zu dem bis dahin größten Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York zusammen. Als Ergebnis des Treffens verabschiedeten sie die so genannte Millenniumserklärung. Sie definiert vier programmatische, sich wechselseitig beeinflussende und bedingende Handlungsfelder für die internationale Politik:
- Frieden, Sicherheit und Abrüstung
- Entwicklung und Armutsbekämpfung
- Schutz der gemeinsamen Umwelt
- Menschenrechte, Demokratie und gute Regierungsführung
Aus der Erklärung wurden später acht internationale Entwicklungsziele abgeleitet, die Millenniumsentwicklungsziele (englisch: Millennium Development Goals, MDGs).
Siehe auch:
-
Monterrey-Konsensus
Monterrey-Konsensus
Auf der UN-Konferenz über Entwicklungsfinanzierung im mexikanischen Monterrey hat die internationale Gemeinschaft 2002 diskutiert, wie man die bei der Millenniumskonferenz verabredeten Ziele finanzieren kann. In Monterrey haben sich Entwicklungs- und Industrieländer zum ersten Mal mit allen denkbaren Finanzierungsquellen der Entwicklungszusammenarbeit beschäftigt. Sie sind dabei unter anderem zu folgenden Ergebnissen gekommen:
- In den Entwicklungsländern sollen mehr Haushaltsmittel mobilisiert werden.
- Ausländische Direktinvestitionen sollen die Wirtschaft in den Entwicklungsländern stärken.
- Der internationale Handel soll als ein Motor für Entwicklung gefördert werden. Die Industrieländer sollen ihre Märkte dazu für Produkte aus den Entwicklungsländern öffnen.
- Die internationale Gemeinschaft soll ihre Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit erhöhen.
- Hochverschuldeten Entwicklungsländern soll im Rahmen der HIPC-Initiative ein Teil der Schulden erlassen und eine entwicklungsverträgliche Schuldenfinanzierung angeboten werden.
- Die Interessen von Entwicklungsländern sollen bei der Reform der internationalen Handels- und Finanzarchitektur berücksichtigt werden.
- Die internationale Entwicklungszusammenarbeit soll noch besser aufeinander abgestimmt werden.
Siehe auch:
N
-
Nachhaltigkeit, nachhaltige Entwicklung
Nachhaltigkeit, nachhaltige Entwicklung
Nachhaltigkeit oder auch tragfähige Entwicklung bedeutet, die Bedürfnisse der Gegenwart so zu befriedigen, dass die Möglichkeiten zukünftiger Generationen nicht eingeschränkt werden. Nachhaltigkeit soll die Grundlage aller politischen Entscheidungen über den Umgang mit natürlichen, gesellschaftlichen und technischen Ressourcen sein. Seit der UN-Konferenz von Rio über Umwelt und Entwicklung im Jahr 1992 ist die nachhaltige Entwicklung als globales Leitprinzip akzeptiert worden. Ihre Umsetzung ist die in Rio verabschiedete Agenda 21.
Externer Link:
-
NRO (Nichtregierungsorganisation)
NRO (Nichtregierungsorganisation)
Nichtregierungsorganisationen (NROs, auf Englisch non-governmental organisations, NGOs) sind prinzipiell alle Verbände oder Gruppen, die gemeinsame Interessen vertreten, nicht gewinnorientiert und nicht von Regierungen oder staatlichen Stellen abhängig sind. Dazu zählen zum Beispiel Gewerkschaften, Kirchen und Bürgerinitiativen aber auch Arbeitgeberverbände oder Sportvereine. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich der Begriff NRO besonders für Organisationen, Vereine und Gruppen durchgesetzt, die sich gesellschaftspolitisch engagieren. Einige wichtige und typische Betätigungsfelder von NROs sind Entwicklungspolitik, Umweltpolitik und Menschenrechtspolitik.
Siehe auch:
O
-
ODA (Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit)
ODA (Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit)
Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (englisch: Official Development Assistance, ODA) werden die Mittel genannt, die DAC-Länder (also die Mitgliedsländer des Entwicklungshilfeausschusses der OECD) Entwicklungsländern direkt oder durch internationale Organisationen für Entwicklungsvorhaben zur Verfügung stellen.
Der Europäische Rat hat im Juni 2005 beschlossen, die ODA der Europäischen Union bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu erhöhen (ODA-Stufenplan).
-
ODA-Stufenplan
ODA-Stufenplan
Der Europäische Rat hat 2005 beschlossen, die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) der Europäischen Union in einem Stufenplan bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu erhöhen. Dabei haben sich die alten Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland, verpflichtet, die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu steigern. Die neuen Mitgliedsländer streben eine Erhöhung auf 0,33 Prozent bis 2015 an.
Siehe auch:
Der ODA-Stufenplan – Europas Verpflichtung zur Entwicklungsfinanzierung
-
OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (englisch: Organisation for Economic Co-operation and Development, OECD) gibt es seit 1961. Sie hat ihren Sitz in Paris. Heute sind in der OECD 30 Länder zusammengeschlossen. Gemäß ihrem am 14. Dezember 1960 in Paris unterzeichneten Übereinkommen fördert die OECD eine Politik, die in den Mitgliedstaaten eine optimale Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigung sowie einen steigenden Lebensstandard fördert. Sie will dadurch eine gesunde Entwicklung der Weltwirtschaft fördern und im Einklang mit internationalen Verpflichtungen auf multilateraler und nichtdiskriminierender Grundlage zur Ausweitung des Welthandels beitragen.
Siehe auch:
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
-
Ownership
Ownership
Der englische Begriff Ownership bedeutet wörtlich übersetzt "Eigentümerschaft". Er wird in der entwicklungspolitischen Diskussion verwendet, um die Identifikation der Menschen mit einem sie betreffenden Vorhaben zu umschreiben. Ownership ist auch die Eigenverantwortung, die Zielgruppen und Partnerorganisationen bei der Entwicklungszusammenarbeit übernehmen. Sie gilt als wichtige Vorbedingung für die Effizienz, die Nachhaltigkeit und den Erfolg von Maßnahmen.
P
-
Partizipation
Partizipation
Der Begriff Partizipation geht auf das lateinische Wort "particeps" = "teilnehmend" zurück und steht für "Beteiligung", "Teilhabe", "Mitwirkung" und "Einbeziehung".
Partizipation ist ein wichtiges Gestaltungsprinzip der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Sie bedeutet, dass sich Menschen (Bevölkerungsgruppen, Organisationen, Verbände, Parteien) aktiv und maßgeblich an allen Entscheidungen beteiligen, die ihr Leben beeinflussen. Sie trägt dazu bei, dass die Zielgruppen und Partnerorganisationen der Entwicklungszusammenarbeit ihre Interessen artikulieren und durchsetzen können (siehe auch Empowerment). Partizipation bedeutet außerdem, dass die Menschen ihre Erfahrungen und Wertvorstellungen in die gemeinsame Arbeit einbringen. Dadurch machen sie sich die Vorhaben zu Eigen und übernehmen die Verantwortung für ihren Erfolg (siehe auch Ownership).
-
PPP (Public Private Partnership)
PPP (Public Private Partnership)
Public Private Partnerships (öffentlich-private Partnerschaften) sind Allianzen zwischen der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit und der privaten Wirtschaft zu beiderseitigem Nutzen. Bei diesem Modell fördert das BMZ Projekte privater Unternehmen im Ausland, wenn sie einen deutlichen entwicklungspolitischen Nutzen bringen.
Durch PPP-Projekte können privatwirtschaftliche Mittel für die Entwicklungsländer gewonnen werden. Außerdem sensibilisieren und mobilisieren solche Vorhaben die Wirtschaftsunternehmen für entwicklungspolitische Ziele.
Siehe auch:
Entwicklungspolitik mit Gewinn – Public Private Partnerships
-
PRSP (Strategiepapier zur Armutsminderung)
PRSP (Strategiepapier zur Armutsminderung)
PRSP ist die Abkürzung für "Poverty Reduction Strategy Paper", deutsch: Strategiepapier zur Armutsminderung. Das Konzept der PRSPs haben Weltbank und IWF als umfassenden Ansatz zur Armutsbekämpfung entwickelt und 1999 vorgestellt. Ziel des Konzeptes ist es, die Politik der beiden Institutionen gegenüber den ärmsten Ländern ganz auf das Ziel der Armutsbekämpfung auszurichten. Die Idee der PRSPs basiert darauf, dass die ärmeren Länder selbst Strategien für die Entwicklung ihrer Wirtschaft und ihres Sozialsystems entwickeln und die Verantwortung für die Umsetzung übernehmen. Die Geberländer unterstützen diese Strategien.
PRSPs sollen in einem partizipativen Prozess entstehen, das heißt, dass die Zivilgesellschaft sich an ihrer Erarbeitung beteiligt: Parteien und Parlamente, Gewerkschaften, Unternehmerverbände, Kirchen, NROs, Genossenschaften und Basisgruppen. Die PRSPs umfassen wirtschaftspolitische, finanzielle und soziale Aspekte und orientieren sich auch an den Millenniumsentwicklungszielen. Sie sollen kontinuierlich weiterentwickelt werden. Schuldenerlasse im Rahmen der HIPC-Initiative setzen ein PRSP voraus.
Siehe auch:
Q
-
Querschnittsthemen
Querschnittsthemen
Die Bundesrepublik Deutschland unterstützt eine große Zahl sehr unterschiedlicher entwicklungspolitischer Programme und Projekte. Trotz dieser Vielfalt möchte das BMZ gewährleisten, dass sich alle Maßnahmen in das Gesamtkonzept der deutschen Entwicklungspolitik einfügen. Deshalb wurden die bedeutendsten übergeordnete Ziele der deutschen Entwicklungspolitik definiert, die Querschnittsthemen. Bei allen Maßnahmen, die das BMZ fördert, wird geprüft, ob sie den folgenden acht Querschnittsthemen entsprechen oder ihnen zumindest nicht entgegenwirken:
- Bekämpfung der Armut
- Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter
- Partizipative Entwicklung und gute Regierungsführung (Good Governance)
- Umwelt- und Ressourcenschutz
- Krisenprävention
- Bekämpfung von Drogenmissbrauch
- Ländliche Entwicklung
- Tropenwaldschutz
R
-
Rat der Europäischen Union
Rat der Europäischen Union
Der Rat der EU wird auch Ministerrat oder einfach nur Rat genannt. Er ist das wichtigste Entscheidungsorgan der EU und besteht aus je einer Ministerin oder einem Minister aus jedem EU-Staat. Der Rat ist dadurch die Institution der Europäischen Union, in der die Regierungen der Mitgliedstaaten vertreten sind. Er tagt in neun unterschiedlichen Zusammensetzungen. Der Ratsvorsitz wechselt alle sechs Monate zwischen den EU-Ländern. Der Rat erlässt zusammen mit dem Europäischen Parlament Gesetze, beschließt mit Kommission und Parlament über den EU-Haushalt und schließt völkerrechtliche Verträge. Er tagt immer als Rat der Fachminister zum jeweiligen Thema. Im Bereich Entwicklungszusammenarbeit also zum Beispiel mit den Entwicklungsministerinnen und -ministern oder als Rat der Finanz- und Wirtschaftsministerinnen und -minister (ECOFIN).
Siehe auch:
-
Reproduktive Gesundheit
Reproduktive Gesundheit
Im weiteren Sinne beschreibt der Begriff nicht nur die Abwesenheit von Krankheiten oder Beschwerden der menschlichen Fortpflanzungsorgane, sondern den Zustand des vollständigen seelischen, körperlichen und sozialen Wohlbefindens im Hinblick auf Sexualität und Fortpflanzung. Der Begriff bezieht sich auf alle Phasen des Lebens.
Nach der Definition des Aktionsprogramms der UN-Weltbevölkerungskonferenz von Kairo 1994 bedeutet reproduktive Gesundheit, dass "Menschen ein befriedigendes und ungefährliches Sexualleben haben können und dass sie die Fähigkeit zur Fortpflanzung und die freie Entscheidung darüber haben, ob, wann und wie oft sie hiervon Gebrauch machen wollen".
S
-
Social Marketing
Social Marketing
Der Begriff bedeutet "soziales Marketing". Mit den Methoden der kommerziellen Werbung wird für die Nutzung bestimmter Produkte geworben. Ziel ist zum Beispiel, die Bevölkerung mit guten und gleichzeitig bezahlbaren Verhütungsmitteln zu versorgen. Durch Fernseh- und Radiowerbung, Plakate, Handzettel und Straßentheater werden die Menschen über Wirkung und Anwendung informiert. Durch finanzielle Unterstützung von Social-Marketing-Programmen wird dafür gesorgt, dass die Produkte für die Menschen bezahlbar sind. Auf Dauer sollen die Programme ohne weitere finanzielle Unterstützung auskommen können.
T
-
Technische Zusammenarbeit (TZ)
Technische Zusammenarbeit (TZ)
Die Technische Zusammenarbeit (TZ) vermittelt technische, wirtschaftliche und organisatorische Kenntnisse und Fähigkeiten. Sie soll die Leistungsfähigkeit von Menschen und Organisationen stärken und dadurch vor allem die ärmeren Bevölkerungsgruppen unterstützen. Sie sollen in die Lage versetzt werden, ihre Lebensbedingungen durch effizienten und nachhaltigen Einsatz von Ressourcen aus eigener Kraft zu verbessern und eigene Ziele zu verwirklichen. Weitere wichtige Ziele der Technischen Zusammenarbeit sind die Beteiligung der Zivilgesellschaft und die Verbesserung der gesellschaftlichen Stellung von Frauen in den Partnerländern.
Siehe auch:
-
Transformationsland
Transformationsland
Als Transformationsländer werden Staaten bezeichnet, die sich in einem Übergangsstadium von einer auf zentraler Planung beruhenden Wirtschaftsform in eine marktwirtschaftlich organisierte Gesellschaftsordnung befinden. Hierzu gehören die mittel- und osteuropäischen Länder (MOE), die Gruppe der Neuen Unabhängigen Staaten (NUS) auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion sowie die südostasiatischen Länder Vietnam, Laos und Kambodscha. Die Bundesregierung unterstützt seit Beginn der 1990er Jahre die politischen und wirtschaftlichen Reformen in den MOE/NUS-Staaten. Es ist das Ziel dieser Förderung, den schwierigen Prozess der Transformation zu erleichtern und es diesen Ländern zu ermöglichen, ihren Platz in der Gemeinschaft demokratischer, marktwirtschaftlich orientierter Nationen einzunehmen.
W
-
Weltbank
Weltbank
Die Weltbank wurde im Juli 1944 auf der Währungs- und Finanzkonferenz der Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen in Bretton-Woods (USA) zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) gegründet. Sie ist wie der IWF eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Ursprünglich war ihr Ziel, nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau zu fördern und in Zusammenarbeit mit dem IWF stabile Währungen zu schaffen. Seit den 1960er Jahren ist es ihre Hauptaufgabe, die Armut in der Welt zu bekämpfen und die Lebensbedingungen der Menschen in den Entwicklungsländern zu verbessern. So trägt sie zum Erreichen der internationalen Entwicklungsziele bei.
Siehe auch:
-
WTO (Welthandelsorganisation)
WTO (Welthandelsorganisation)
Neben dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbankgruppe ist die Welthandelsorganisation (WTO) eine der zentralen Organisationen der Weltwirtschaftsordnung. Sie ist als einzige internationale Organisation dafür zuständig, Regeln für den internationalen Handel zu formulieren. Während sich die GATT-Regeln vor allem auf den Güterhandel konzentrierten, umfassen Die WTO-Verträge unter anderem Regeln für den Güterhandel, den Handel mit Dienstleistungen und den Schutz geistigen Eigentums. Vorrangiges Ziel der WTO ist der Abbau aller Hemmnisse, die den weltweiten Handel behindern. Dazu gehört unter anderem der Abbau von Diskriminierungen zwischen importierten und heimischen Gütern und zwischen Importen aus verschiedenen Ländern.
Siehe auch:
Welthandelsorganisation und allgemeines Zoll- und Handelsabkommen
Z
-
Ziviler Friedensdienst
Ziviler Friedensdienst
Der zivile Friedensdienst ist ein freiwilliger Dienst von lebens- und berufserfahrenen Frauen und Männern. Speziell ausgebildete Fachleute vermitteln im Konflikt, bringen Anliegen benachteiligter Menschen an die Öffentlichkeit, begleiten ehemalige Soldaten auf ihrem Weg ins zivile Leben und ermöglichen Flüchtlingen die Rückkehr in ihre Heimat. Sie arbeiten dabei immer mit lokalen Organisationen und Initiativen zusammen.
Siehe auch:
-
Zivilgesellschaft
Zivilgesellschaft
Ein ursprünglich unter anderem vom italienischen Theoretiker Antonio Gramsci (1891–1937) entwickelter Begriff. Er verstand darunter die Gesamtheit aller nichtstaatlichen Organisationen, die auf den "Alltagsverstand und die öffentliche Meinung" Einfluss haben.
Heute umschreibt der Begriff einen Bereich innerhalb der Gesellschaft, der zwischen dem staatlichen, dem wirtschaftlichen und dem privaten Sektor angesiedelt ist. Die Zivilgesellschaft umfasst die Gesamtheit des Engagements der Bürger eines Landes – zum Beispiel in Vereinen, Verbänden und vielfältigen Formen von Initiativen und sozialen Bewegungen. Dazu gehören alle Aktivitäten, die nicht profitorientiert und nicht abhängig von parteipolitischen Interessen sind.
Verschiedene Politikwissenschaftler beschreiben die Zivilgesellschaft als Komponente, die neben dem Staat und den Kräften des Marktes notwendig ist, um eine ideale pluralistische Gesellschaft von engagierten Bürgern zu schaffen.
-
Zwangslizenz
Zwangslizenz
Durch ein Patent wird dem Inhaber das alleinige Recht eingeräumt, den patentierten Gegenstand herzustellen, anzubieten, in den Verkehr zu bringen oder zu gebrauchen. Er kann dieses Recht an Lizenznehmer verkaufen. Die Zwangslizenz ist eine ohne oder gegen den Willen des Patentinhabers eingeräumte Befugnis, ein Patent in bestimmter Weise zu nutzen. Grund für die Erteilung einer Zwangslizenz ist allgemeines öffentliches Interesse, zum Beispiel die Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen Medikamenten.



