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Einige der globalen Entwicklungsziele als Sitzkissen bei einer Konferenz
23. September und 24.-25. September 2019

Climate meets sustainable development

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung drückt die internationale Staatengemeinschaft ihre Überzeugung aus, dass sich die globalen Herausforderungen nur gemeinsam lösen lassen. Die Agenda schafft die Grundlage dafür, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten.

Die Agenda 2030 wurde im September 2015 auf einem Gipfel der Vereinten Nationen von allen Mitgliedsstaaten verabschiedet. Sie wurde mit breiter Beteiligung der Zivilgesellschaft in aller Welt entwickelt und stellt einen Meilenstein in der jüngeren Geschichte der Vereinten Nationen dar.

Die Agenda 2030 gilt für alle Staaten dieser Welt. Entwicklungsländer, Schwellenländer und Industriestaaten: Alle müssen ihren Beitrag leisten.

Das Kernstück der Agenda bildet ein ehrgeiziger Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Die 17 SDGs berücksichtigen erstmals alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt, Wirtschaft – gleichermaßen. Die 17 Ziele sind unteilbar und bedingen einander. Ihnen sind fünf Kernbotschaften als handlungsleitende Prinzipien vorangestellt: Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft. Im Englischen spricht man von den "5 Ps": People, Planet, Prosperity, Peace, Partnership.

UN-Generalsekretär António Guterres

"Die Menschen der Welt wollen keine halben Sachen oder leeren Versprechungen. Sie fordern einen Veränderungsprozess, der fair und nachhaltig ist. Nutzen wir die Weltkonferenz im September, um den Ehrgeiz zu steigern und die Notwendigkeit der Inklusion hervorzuheben. Und lassen Sie uns gemeinsam ein Jahrzehnt der Umsetzung und des Handelns für Menschen und den Planeten anstoßen."

António Guterres, UN-Generalsekretär seit 2017

17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

Ein neues Verständnis von Wohlstand und Entwicklung

Die Agenda 2030 steht für ein neues globales Wohlstandsverständnis, das über die verengte Betrachtung von Pro-Kopf-Einkommen hinausreicht. Es geht um eine Umgestaltung von Volkswirtschaften hin zu nachhaltiger Entwicklung, beispielsweise durch verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster und saubere und erschwingliche Energie. Es wird deutlich, dass Klimapolitik, nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung untrennbar miteinander verwoben sind.

Die Umsetzung der Agenda in Verbindung mit dem Pariser Klima-Abkommen (Dezember 2015) bietet die große Chance, den Wandel hin zu nachhaltigen und emissionsarmen Lebens- und Wirtschaftsweisen weltweit zu schaffen – unser Verhalten also "enkeltauglich" zu machen. Dabei fordert die Agenda 2030 ausdrücklich, die Schwächsten und Verwundbarsten in den Mittelpunkt zu stellen und niemanden zurückzulassen ("leave no one behind").

Doch jeder Plan ist nur so gut wie seine Umsetzung. Die Ziele der Agenda 2030 können nur durch eine intensive Zusammenarbeit im Rahmen einer neuen globalen Partnerschaft erreicht werden. Alle Länder sind deshalb dazu aufgefordert, über ihre Anstrengungen und Fortschritte zu berichten – nicht nur national, sondern auch beim Hochrangigen Politischen Forum für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (High Level Political Forum on Sustainable Development, HLPF).

Deutschland übernimmt Verantwortung und ist bereit, gemeinsam mit seinen Partnern zum erforderlichen Wandel beizutragen. Durch eine frühe Berichterstattung an das HLPF hat die Bundesregierung bereits 2016 ein deutliches Zeichen gesetzt.

Video: Die Agenda 2030 kurz erklärt
People, Planet, Prosperity, Peace, Partnership

Die fünf Kernbotschaften der Agenda 2030

Die Präambel der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung benennt fünf Kernbotschaften, die den 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) als handlungsleitende Prinzipien vorangestellt sind: Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft (englisch: People, Planet, Prosperity, Peace, Partnership – "5 Ps") und verdeutlichen die Zusammenhänge zwischen den Zielen.

Die Politik des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) orientiert sich an diesen Kernbotschaften. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit den Partnerländern nach dem Prinzip einer globalen Partnerschaft, zu der jeder etwas beiträgt. Deutschland übernimmt mit diesem entwicklungspolitischen Engagement Verantwortung für globale nachhaltige Entwicklung.

Die Würde des Menschen im Mittelpunkt (People)

Eine Welt ohne Armut und Hunger ist möglich

Rund zwei Milliarden Menschen können kein würdevolles Leben führen, weil sie nicht genug zu essen haben oder weil ihre Ernährung zu einseitig ist. Das BMZ trägt entschlossen dazu bei, Armut und Hunger in allen Formen und Dimensionen weltweit zu beseitigen. Alle Menschen sollen sich nach ihren Fähigkeiten und Neigungen entwickeln und so ihr volles Potenzial ausschöpfen können. Das BMZ legt in seiner Arbeit ein besonderes Augenmerk auf die Menschenrechte, die Reduzierung von Ungleichheit und die Verbesserung der Lebenssituation besonders benachteiligter Bevölkerungsgruppen, vor allem in Konfliktländern und den am wenigsten entwickelten Ländern (Least Developed Countries, LDCs).

Den Planeten schützen (Planet)

Klimawandel begrenzen, natürliche Lebensgrundlagen bewahren

Der Klimawandel bedroht bisherige Entwicklungserfolge und gefährdet die Zukunftsperspektiven aller Länder. Die Agenda 2030 verpflichtet uns, den Planeten zu schützen, damit auch künftige Generationen ein gutes Leben in einer intakten Umwelt führen können. Dazu zählen die nachhaltige Nutzung von Meeren und Ozeanen, der Erhalt von Ökosystemen und Biodiversität, die Bekämpfung des Klimawandels sowie ein nachhaltiger Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Wohlstand für alle fördern (Prosperity)

Globalisierung gerecht gestalten

Die Wirtschaft ist Wohlstandstreiber und Entwicklungsmotor. Das BMZ trägt dazu bei, allen Menschen weltweit die Chance zu bieten, am wirtschaftlichen, sozialen und technischen Fortschritt teilzuhaben. Nachhaltiges Wirtschaftswachstum muss alle Menschen erreichen und ihnen eine menschenwürdige Arbeit und Beschäftigung bieten. Die Schere zwischen Arm und Reich darf dabei nicht noch weiter auseinandergehen.

Frieden fördern (Peace)

Menschenrechte und gute Regierungsführung

Alle Menschen sehnen sich nach einem Leben in Frieden, ohne Angst und Gewalt. Dazu braucht es friedliche, sichere und inklusive Gesellschaften. Das BMZ fördert in diesem Sinne gute Regierungsführung und stärkt die dafür erforderlichen Institutionen. Die Menschenrechte aller Mädchen, Frauen, Jungen und Männer sollen geachtet und geschützt werden.

Globale Partnerschaften aufbauen (Partnership)

Global gemeinsam voranschreiten

Der Erfolg der Agenda 2030 hängt in großem Maße davon ab, dass alle mitmachen - nicht nur Staaten und Organisationen, sondern jede und jeder Einzelne. Um die ehrgeizige Vision der Agenda 2030 zu verwirklichen, braucht es einen neuen Geist internationaler Zusammenarbeit. Eine neue globale Partnerschaft soll die für die Umsetzung der Agenda benötigten Mittel mobilisieren.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller beim UN-Gipfel zur Agenda 2030 zur nachhaltigen Entwicklung 2015 in New York
Der deutsche Beitrag

Kompass für alle Politikfelder

Für Deutschland dient die Agenda 2030 als Kompass – nicht nur für die Entwicklungspolitik, sondern für alle Politikfelder. Deutschland hat bereits früh begonnen, das Prinzip der Nachhaltigkeit zur Grundlage allen Handelns zu machen, national wie international. Darauf bauen wir jetzt auf.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Vorbereitungskonferenz zum Nachhaltigkeitsforum 2019 in Berlin, die auf Einladung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (untere Reihe, zweite von links) und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (untere Reihe, zweiter von rechts) stattfand.
Gegenseitiges Lernen fördern

Überprüfungsmechanismus der Agenda 2030

Die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung liegt in der Verantwortung der Länder. Ein solider und transparenter Überprüfungsmechanismus soll ihnen dabei helfen, möglichst große Fortschritte zu erreichen und darüber systematisch Rechenschaft abzulegen.

Logo der Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung 2015 in Addis Abeba
Finanzierung

Die Aktionsagenda zur Entwicklungsfinanzierung

Anders als es bei den Millenniumsentwicklungszielen (MDGs) war, sind in der Agenda 2030 auch Mittel und Wege zur Umsetzung definiert. Vor allem die Vorgaben der Aktionsagenda, die im Juli 2015 auf der UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung verabschiedet wurde, sind dabei von großer Bedeutung.

Die acht Millenniumsentwicklungsziele
Rückblick

Der Weg zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Die Agenda 2030 verbindet zwei ehemals voneinander getrennte globale Prozesse in einem ganzheitlichen Strang: die Armuts- und Entwicklungsagenda der Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) und die Nachhaltigkeitsagenda ("Rio-Prozess").

streifenbild sdg

Lexikon der Entwicklungspolitik

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