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Wissenstransfer in Kambodscha

Mit Kochkursen und Latrinenbau gegen Mangelernährung


Kambodscha: Vor dem gemeinsamen Mittagessen waschen sich Kinder die Hände

Kambodscha leidet bis heute unter den Folgen des jahrzehntelangen Krieges. Zudem gilt es als höchst anfällig für die Folgen des Klimawandels. Besonders kritisch ist die Lage im armen Nordwesten des Landes. Dort ist etwa jedes dritte Kind unter fünf Jahren chronisch unterernährt. Das liegt nicht nur an der Armut und dem Mangel an Nahrungsmitteln. Es fehlt auch an Wissen um eine ausgewogene Ernährung – und an sauberem Trinkwasser, Latrinen und Möglichkeiten, sich die Hände mit Seife zu waschen. Dadurch können sich Durchfallerkrankungen und Wurminfektionen ausbreiten. Sie sind die häufigste Ursache für Unterernährung bei Kindern.

Unterstützt durch das BMZ arbeitet die Hilfsorganisation Malteser International derzeit daran, die Ernährung von mehr als 10.000 Frauen, 3.500 Kindern unter fünf Jahren und mehr als 2.000 Schulkindern zu verbessern. Die Probleme werden zeitgleich von mehreren Seiten angegangen. Es wurden Dorfgesundheitshelferinnen und -helfer ausgebildet, die in 50 Dörfern schwangeren Frauen und jungen Müttern ein Bewusstsein für ausgewogene Ernährung und die Ursachen von Mangel- und Unterernährung vermitteln. Sie klären darüber auf, wie wichtig das ausschließliche Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten ist und bieten Kochkurse für die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern an. Die Kinder werden regelmäßig gewogen und gemessen.

Parallel werden Familien in 20 Dörfern beim Bau hygienischer Latrinen und beim Zugang zu sauberem Trinkwasser unterstützt. Aufklärungskampagnen informieren über den Zusammenhang zwischen Hygiene, Sanitärversorgung, Gesundheit und Ernährung. In den Schulen lernen die Kinder, wie wichtig Händewaschen ist, und es werden Handwaschstationen eingerichtet.

Um den Speiseplan ausgewogener zu gestalten, wurden bereits mehr als 700 Gemüsegärten für Familien angelegt. Kleinbauernfamilien werden beim Aufbau einer Geflügel- oder Fischzucht unterstützt, um proteinhaltige Nahrungsmittel zu erzeugen. Viele Familien produzieren jetzt Überschüsse, die sie verkaufen können, und bessern damit ihr Haushaltseinkommen auf.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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