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Lokale Wertschöpfungsketten in Tunesien

Vom Feld bis zum Handel – alle Beteiligten an einem Tisch

Aprikosenernte in Tunesien

Wie lassen sich Armut und Landflucht verringern, wenn die Ernten gering sind und schlecht vermarktet werden, viele Höfe zu klein und hoch verschuldet sind? Wenn zudem Übernutzung und Wassermangel die Böden unfruchtbar machen? In den mittleren und nordwestlichen Landesteilen Tunesiens treibt diese Situation insbesondere viele junge Menschen dazu, in die Städte oder ins Ausland abzuwandern.

Mit deutscher Unterstützung wird inzwischen gegengesteuert. Durch ökologisch, wirtschaftlich und sozial wirksame Veränderungen werden Perspektiven für die Landbevölkerung geschaffen. Die Grundidee: Die Agrarproduktivität steigern und gleichzeitig Böden und Fruchtbarkeit erhalten. Die geernteten Produkte werden in der Region verarbeitet und landesweit sowie international vermarktet. Das bewahrt natürliche Ressourcen und schafft zugleich Einnahmen und Arbeitsplätze insbesondere für benachteiligte Bevölkerungsgruppen.

Fokus auf Aprikosen, Olivenöl, Pistazien und Milch

Dazu werden lokale Wertschöpfungsketten auf ihre Schwachstellen und Potenziale hin analysiert. An den Stellen, wo die größte Hebelwirkung zu erwarten ist, wird gezielt gefördert. Das kann im Bereich der Produktivitätssteigerung in der Herstellung sein, aber auch in der Verarbeitung oder Vermarktung eines Produktes.

Zunächst galt es festzustellen, welche Produkte konkurrenzfähig sind. In dieser Region sind es Aprikosen, Pistazien, Olivenöl und Milchprodukte. Dann wurden für jedes Produkt die Beteiligten der Wertschöpfungsketten – Landwirte, Verarbeiter, Vermarkter und regionale Dienstleister – an einen Tisch gebracht.

In Workshops klärten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Fragen wie: Welche Qualitätsstandards verlangen die in- und ausländischen Märkte? Wie lassen sich Anbau- und Erntemethoden darauf abstimmen und nachhaltiger gestalten? Wie lernen die kleinbäuerlichen Betriebe, unternehmerisch zu arbeiten?

Rund 4.000 Menschen haben bislang bereits von Schulungen und Workshops profitiert. Sieben Plattformen entwickeln für einzelne Wertschöpfungsketten gemeinsame Projekte zu Produktion, Verarbeitung und Vermarktung.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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