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Global Agriculture and Food Security Program (GAFSP)

Ein internationaler Fonds für Landwirtschaft und sichere Ernährung

Gerstenfeld

Kleinbauern zeigen anderen Kleinbauern, wie sie Reis effizienter anbauen und wie sie ihre Ernte lagern sollten, damit sie nicht verdirbt. Diese "Vorführgruppen" sind Teil des Projekts IAPP (Integrated Agricultural Productiviy Program), das das Amt für landwirtschaftliche Beratung in Bangladesch gestartet hat. Bäuerinnen und Bauern lernen hier außerdem voneinander, wie sie neue Reissorten nutzen, Weizen anbauen und ihre Tiere artgerechter halten können.

Finanziert wird das Projekt aus dem internationalen Fonds GAFSP. Das Global Agriculture and Food Security Program unterstützt Kleinbäuerinnen und -bauern sowie kleine und mittlere Agrarunternehmen in den ärmsten Ländern der Welt. Ziel ist, sie in lokale, nationale und globale Wertschöpfungsketten einzubinden. Dadurch soll die Landwirtschaft produktiver werden, Einkommen und Ernährungssicherheit in den jeweiligen Ländern sollen steigen. 

GAFSP setzt damit die Zusagen um, die beim G20-Gipfel 2009 in Pittsburgh gemacht wurden. Auch Deutschland beteiligt sich an dem Fonds mit Mitteln der Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger".

Bisher profitieren zum Beispiel in Bangladesch 110.000 Bauern von verbesserten Sorten und Züchtungen sowie neuen Methoden für Pflanzenbau, Viehhaltung und Fischerei, so dass die Ernten um 35 Prozent und die Milcherträge um 75 Prozent gestiegen sind. In Uganda konnten durch innovative Milchkühlung auf der Grundlage erneuerbarer Energien die Verfügbarkeit von Milch erhöht, die Verluste deutlich reduziert, die Einkommen der Bauern gesteigert und die Kohlendioxid-Emissionen gesenkt werden.

Landwirtschaft gegen Armut

Ausgangslage ist, dass drei von vier Hungernden weltweit in ländlichen Gegenden leben. Die meisten von ihnen sind von der Landwirtschaft abhängig, um ihr Leben bestreiten zu können. Daher trägt Wachstum in der Landwirtschaft zwei- bis viermal so stark dazu bei, Armut zu reduzieren wie Wachstum in anderen Wirtschaftsbereichen. Um die Mittel bewerben können sich Länder mit niedrigen Durchschnittseinkommen, Privatunternehmen und Finanzinstitute.

GAFSP in Zahlen:

  • Bis Ende 2015 profitierten bereits mehr als 5 Millionen Menschen, vorwiegend Kleinbäuerinnen und -bauern mit ihren Familien, von GAFSP geförderten Maßnahmen.
  • GAFSP-finanzierte Projekte laufen bereits in 30 Ländern mit einer durchschnittlichen Armutsrate von 40 Prozent. Ein Drittel dieser Länder sind fragile Staaten. Antragsberechtigt sind 67 Länder.
  • Mehr als die Hälfte der GAFSP-Projekte beinhaltet Maßnahmen, die einen Beitrag zur Verbesserung der Ernährung leisten. Dafür stehen 140 Millionen US-Dollar (14 Prozent der Gesamtausgaben) zur Verfügung. Zwei Drittel dieser Mittel gehen an landwirtschaftliche Projekte, ein Drittel geht an nicht-landwirtschaftliche Ernährungsprojekte.
  • GAFSP zeichnet sich durch starke Partnerorientierung und hohe Effizienz aus (Verwaltungskosten von nur 7 Prozent).

Lexikon der Entwicklungspolitik

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