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Bäuerinnen in Benin

Ernte selbst verarbeiten, Gewinne in der Region halten

Aus Kariténüssen wird ein Pflanzenfett gewonnen, das als Sheabutter oder Karitébutter bezeichnet wird.

"Früher haben wir für 50 Gramm Karité-Butter 100 Francs bekommen", erzählt Sidonie Gassouon. Das sind umgerechnet etwa 0,15 Euro. "Heute bekommen wir das Doppelte." Das liegt an der höheren Qualität und der besseren Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte, die Deutschland in Benin fördert.

Die Landwirtschaft ist zwar der wichtigste Wirtschaftszweig des westafrikanischen Landes, sie kann mit ihren geringen Erträgen die Menschen jedoch kaum ernähren. Das hat viele Ursachen: fehlende Infrastruktur, ineffiziente Verwaltung, ungeklärte Landrechte. Es mangelt an Dünger, Saatgut, Krediten, Investitionen. Bevölkerungswachstum und Klimawandel verstärken die Ernährungsunsicherheit und die Übernutzung der Böden.

Um die Produktivität der Landwirtschaft zu steigern, berät die deutsche Entwicklungszusammenarbeit Benins Regierung dabei, ein neues Bodenrecht zu erarbeiten und bessere Rahmenbedingungen für private Investitionen im Agrarsektor zu schaffen. Zudem werden für Exportprodukte wie Cashew- und Karité-Nüsse, aber auch für den Anbau von Nahrungspflanzen wie Reis oder Soja Wertschöpfungsketten aufgebaut. Geschultes Personal macht Landwirte mit nachhaltigeren Anbau- und Erntemethoden und betriebswirtschaftlichen Grundlagen vertraut.

Frauen verdienen deutlich mehr

Sie lernen, ihre Produkte selbst weiterzuverarbeiten und zu vermarkten, damit die Gewinne in der Region bleiben. Unverarbeitete Karité-Rohnüsse zum Beispiel bringen weniger ein als bereits gereinigte und geschälte. Diese werden von Frauengruppen in handwerklichen Betrieben für den lokalen Markt zu Karité-Butter weiterverarbeitet, einem für die Hautpflege begehrten und in der beninischen Küche geschätzten Pflanzenfett. Auf dem Weltmarkt sind Karité-Nüsse als Rohstoff für Kosmetika ("Sheabutter") und Schokolade gefragt.

Sidonie Gassouon ist eine von mehr als 30.000 Frauen, die die Herstellung und Vermarktung der Karité-Butter professionalisiert haben und nun deutlich mehr verdienen. Das hat das Leben ihrer Familien stark verändert. Viele investieren nun in den Anbau von Nahrungspflanzen wie Mais, Reis oder Soja, manche schicken ihre Kinder auf die Universität. Andere Frauengruppen produzieren Tofu oder verarbeiten Reis zu Parboiled Reis (von englisch: "partially boiled" = teilweise gekocht; ein Verfahren, bei dem der Reis unter Hochdruck gedämpft wird).


Lexikon der Entwicklungspolitik

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