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Nachhaltiges Landmanagement in Äthiopien

Wenn Felder und Weiden wieder grün werden

Landwirtschaftliche Flächen mit einem terrassierten Bewässerungssystem in Alaga, Äthiopien

Was tun, wenn Ackerland unfruchtbar wird? Wenn der Boden ausdörrt oder die fruchtbare Humusschicht schwindet? Vor diesen Fragen stehen viele Kleinbauernfamilien in den Hochlandregionen Äthiopiens. Hier, wo etwa die Hälfte der 92 Millionen Einwohner des Landes lebt, haben Klimawandel, Bevölkerungswachstum und unangepasste Anbaumethoden fruchtbare Böden stark geschädigt.

So können starke Niederschläge die ausgezehrten Böden leicht abtragen. Dadurch ist die Ernährungssicherheit der Menschen akut bedroht.

Doch es gibt Auswege: Mit der Terrassierung von Hängen lässt sich das Abrutschen des fruchtbaren Bodens stoppen. Dämme und Rückhaltebecken verhindern, dass starke Regenfälle große Mengen Erde fortspülen. Angepflanzte Hecken und Bäume halten den Boden fest und erhöhen seine Fähigkeit, Wasser zu speichern.

Diese Maßnahmen sind deshalb Teil eines Programms der äthiopischen Regierung für nachhaltige Landbewirtschaftung, das vom BMZ unterstützt wird. Die politisch Verantwortlichen werden beraten, Agrarberaterinnen und -berater werden ausgebildet, um Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zu schulen. Die Kleinbauernfamilien im äthiopischen Hochland sollen so ihre Ernährung selbst sichern können.

Neben dem Bodenschutz müssen dazu auch die landwirtschaftlichen Erträge verbessert werden. Die Menschen in den Dörfern lernen etwa Maßnahmen zur Verbesserung der Bodengesundheit und die Vorteile einer abwechslungsreichen Fruchtfolge kennen. Sie erhalten verbessertes Saatgut und Beratung bei der Viehhaltung.

Über die vergangenen 20 Jahre wurden in der Region 166.000 Hektar Boden wieder fruchtbar gemacht, die inzwischen nachhaltig bewirtschaftet werden. Über 60.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern profitieren davon, dass die Erträge deutlich gestiegen sind: bei Milch beispielsweise um fast 40 Prozent, bei Weizen sogar um drei Viertel.

Viele Familien haben nicht nur selbst ausreichend zu essen, sondern können auch Obst, Gemüse, Eier und Milch verkaufen. Dadurch sind die Haushaltseinkommen um bis zu 50 Prozent gestiegen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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