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Internationale Agrarforschung

Wissen auf die Felder bringen


Maispflanze

Die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung zu sichern, obwohl pro Kopf immer weniger Ackerfläche und Weideland zur Verfügung steht und das Wasser knapper wird – diese Aufgabe lässt sich nur mit Hilfe der internationalen Agrarforschung bewältigen.

Daher unterstützt das BMZ neben den 15 Agrarforschungszentren der CGIAR, der globalen Forschungspartnerschaft für eine ernährungssichere Zukunft, auch icipe (Forschungsschwerpunkt integrierte Schädlingsbekämpfung) und das World Vegetable Center (Forschungsschwerpunkt Gemüse). Außerdem fördert es die Entsendung integrierter Fachkräfte in die Agrarforschung. Insgesamt stellt Deutschland somit jährlich rund 25 Millionen Euro für die internationale, gemeinnützige Agrarforschung zur Verfügung.

Agrarforschung sichert Ernährung

Die CGIAR-Institute forschen an neuen, ertragreicheren Sorten und Anbaumethoden, die weniger Wasser, Dünger und Boden benötigen. Dabei arbeiten sie eng mit den Bäuerinnen und Bauern zusammen. Viele neue Sorten, die in Forschungsinstituten gezüchtet wurden, sorgen in den Entwicklungsländern bereits für höhere Ernten und bessere Qualität.

Die Forschung kann auch Lösungen entwickeln, wenn sich vormals fruchtbares Land in Wüste verwandelt, wenn Krankheiten und Schädlinge Pflanzen und Vieh bedrohen oder wenn das ökologische Gleichgewicht zu kippen droht.

Agrarforscherinnen und -forscher erstellen zum Beispiel Prognosen, ob Anbaugebiete wegen Klimaveränderungen in ein Gebiet verschoben werden müssen, das klimatisch besser geeignet ist. Außerdem züchten sie widerstandsfähige Pflanzensorten, die Klimafolgen wie größere Trockenheit oder einen höheren Salzgehalt im Boden vertragen.

Agrarforschung kann Kleinbäuerinnen und Kleinbauern auch bei einer nachhaltigeren Landwirtschaft unterstützen. So arbeitet die Forschung zum Beispiel an umweltverträglichem Pflanzenschutz. Um Ernteausfälle zu verringern, werden Getreide- und Gemüsesorten gezüchtet, die widerstandsfähiger gegen Schädlinge sind. Auch fast vergessene lokale Gemüsesorten werden von den Forscherinnen und Forschern nachgezüchtet. Denn oft sind diese besser an ihren Standort angepasst, nährstoffreicher und liefern bessere Erträge als Sorten, die aus anderen Regionen eingeführt wurden.


Nutzen von Agrarforschung weltweit

Ohne die Forschungsergebnisse der CGIAR-Institute

  • hätte die weltweite Nahrungsmittelproduktion in der Vergangenheit um vier bis fünf Prozent niedriger gelegen;
  • wären die Weltgetreidepreise um 18 bis 21 Prozent höher, was vor allem arme Familien treffen würde;
  • hätte die Fläche, auf der in den Entwicklungsländern Nahrungspflanzen angebaut werden, um weitere 11 bis 13 Millionen Hektar ausgedehnt werden müssen – Urwälder und andere Ökosysteme mit großer Artenvielfalt wären weiter zerstört worden;
  • wäre die Nahrungsmittelversorgung pro Kopf in Entwicklungsländern durchschnittlich um fünf Prozent niedriger gewesen, in den ärmsten Ländern sogar um sieben Prozent;
  • würden 13 bis 15 Millionen mehr Kinder unter Mangelernährung leiden

Quelle: CGIAR Fund Office (2011)


Forschung für alle

Die Ergebnisse dieser öffentlich finanzierten Forschung sind allen interessierten Nutzern auf der Welt zugänglich. Innovationen, Expertenwissen und genetische Ressourcen, die in den Genbanken der Forschungsinstitute eingelagert sind, stehen frei zur Verfügung. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern überall auf der Welt können beispielsweise neue Pflanzensorten nutzen und für die Aussaat vermehren. Bei Sorten, die in kommerziellen Forschungsinstituten gezüchtet wurden, ist dies oft nicht möglich. Auf diese Weise verbessert die öffentlich geförderte Forschung direkt die Ernährung der Menschen in den Entwicklungs- und Schwellenländern.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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