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Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger

Grünes Innovationszentrum Tunesien

Tunesien: Mitglieder einer Kooperative besprechen die Futtermischung für ihre Schafe und Kühe.

Rund die Hälfte der Jugendlichen in den ländlichen Gebieten Tunesiens hat keinen Job. Viele haben kein Interesse, in die elterliche Landwirtschaft einzusteigen, denn die Verdienstmöglichkeiten sind gering und die Arbeit ist beschwerlich. Anders als in Deutschland sind die Bauern nicht in Genossenschaften organisiert – die meisten sind "Einzelkämpfer".

Perspektiven im ländlichen Raum versprechen jedoch die Fleisch- und Milchwirtschaft und der Anbau von bestimmten Obst- und Gemüsesorten, die für den nationalen Markt bestimmt sind. Ansätze, diese Potenziale zu nutzen, verwirklicht das Grüne Innovationszentrum in Tunesien gemeinsam mit der staatlichen Agentur zur Förderung von Agrarinvestitionen (Agence de Promotion des Investissements Agricoles, APIA).

Was ist innovativ?

Frische Kartoffeln im Herbst: Das Grüne Innovationszentrum sorgt dafür, dass sich Kleinbäuerinnen und -bauern auf den tunesischen Hochplateaus nahe der algerischen Grenze eine neue Pflanzperiode erschließen. Ihre Kartoffeln kommen im Herbst auf den Markt, wenn die Ernte aus dem Flachland längst verkauft ist. Indem sie diese Marktlücke füllen, können die Bauern deutlich höhere Preise erzielen. Das Innovationszentrum erleichtert ihnen den Zugang zu hochwertigem Saatgut und schult sie in verbesserten Anbaumethoden.

Mit mehr Wissen zum Erfolg: 5.000 Milchbauern und 500 Schafzüchter werden in Selbstorganisation und nachhaltiger Produktionssteigerung geschult.

Neue Futterquellen erschließen: Spezielle Häcksler verarbeiten bestimmte Kakteenarten zu Futter für Schafe und Kühe. Der Vorteil: Die Kakteen speichern viel Flüssigkeit und können die Tiere auch bei geringen Niederschlägen mit Wasser versorgen.


Unsere Ziele

  • 19 Prozent Einkommenssteigerung bei 12.500 Kleinbauern
  • 200 neue Arbeitsplätze
  • Aus- und Fortbildungen für 15.000 Kleinbauern

Wege zum Erfolg

Damit Kühe mehr Milch in guter Qualität geben und der Fleischzuwachs bei Schafen verbessert wird, arbeiten die Bäuerinnen und Bauern in Produktionsgemeinschaften zusammen. Dort lernen sie, wie sie Olivenschnitt sowie Olivenpresskuchen und Tomatenkuchen, die bei der Ölgewinnung beziehungsweise der Herstellung von Tomatenmark anfallen, als Futter verwenden können. Hinzu kommen zerkleinerte Kakteen. So ernähren die Bauern ihre Tiere ausgewogen und die Milch- und Fleischproduktion steigt. Darüber hinaus hat das Innovationszentrum für moderne Melkmaschinen gesorgt, die den Landwirten die Arbeit immens erleichtern.

Viele Absolventen der Agrarhochschulen haben das Ziel, ein eigenes Unternehmen zu führen. Doch eine gute Idee allein führt noch nicht zum Erfolg. Ein Ideenwettbewerb zur Unternehmensgründung in den Agrarhochschulen gibt jungen Erwachsenen die Chance auf Unterstützung: Die 30 Gewinner erhalten konkrete Starthilfe durch eine ausführliche Unternehmens- und Finanzierungsberatung – finanziert wird der Ideenwettbewerb durch das Grüne Innovationszentrum in Tunesien.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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