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Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger

Grünes Innovationszentrum Sambia

Sambia: Harison und Sarah Mbao sind Vertragspartner von COMACO (Community Markets for Conservation). Das gemeinnützige Unternehmen kauft die Erdnussernte der kleinbäuerlichen Familien zu einem fairen Preis auf.

Das Hauptnahrungsmittel der Menschen in Sambia ist Mais. Gemüse, andere Getreidesorten oder Obst tauchen auf dem Speiseplan kaum auf. Das hat ernste Folgen: 40 Prozent der Bevölkerung leiden durch die einseitige Ernährung unter Mangelerscheinungen; ihnen fehlen Vitamine, Mineralstoffe und Proteine. Darüber hinaus sind viele Böden durch den ausschließlichen Anbau von Mais ausgelaugt und unfruchtbar. Mit Soja, Erdnüssen und Milch will das Grüne Innovationszentrum in Sambia der Monokultur Mais und einseitiger Ernährung etwas entgegensetzen.

Was ist innovativ?

Erdnüsse vom Feld in den Handel: Das gemeinnützige Unternehmen Comaco (Community Markets for Conservation) kauft die Erdnussernte der kleinbäuerlichen Familien auf, röstet sie oder verarbeitet sie zu Butter und bringt sie in den Handel. Je umweltfreundlicher die Produktion ist, desto mehr Geld erhalten die Bauern für ihre Ernte.

Joghurt unter eigener Marke: Die Genossenschaften der Milchbauern verarbeiten einen Teil der angelieferten Milch selbst zu Trinkjoghurt und entwickeln eine eigene Marke. Das Produkt ist bereits in verschiedenen Geschmacksrichtungen zu haben.

Kleiner Baum mit großer Wirkung: 27.000 Kleinbäuerinnen und -bauern im Osten Sambias werden in den kommenden Jahren Gliricidia-Bäume auf ihre Felder pflanzen. Der kleinwüchsige Baum führt dem Boden Stickstoff zu und seine Blätter sind guter Dünger. So macht er ausgelaugte Böden wieder fruchtbar und bietet Erdnuss- und Sojapflanzen Schutz vor der Sonne.


Unsere Ziele

  • 25 Prozent Einkommenssteigerung bei 70.000 Kleinbauern
  • 350 neue Arbeitsplätze
  • Aus- und Fortbildungen für 100.000 Kleinbauern

Wege zum Erfolg: Erdnussbutter in Bioqualität

Schon am frühen Morgen stehen rund 20 Männer vor dem Tor der Lebensmittelfabrik von Comaco im Gewerbegebiet von Chipata, im Osten Sambias. Sie warten auf einen Job. Fast jeden Tag gibt es Lastwagen voller Säcke mit Soja oder Erdnüssen zu entladen. Das schaffen die knapp 80 fest angestellten Arbeitskräfte in der Produktion nicht allein. "Wir bezahlen ein gutes Drittel mehr als den Mindestlohn", sagt Chisanga Shula, der Produktionsmanager.

Am Rande des zweitgrößten Wildparks des südostafrikanischen Landes fördert das gemeinnützige Unternehmen Comaco landwirtschaftliche Aktivitäten der Kleinbauern, die mit dem Schutz von Tier- und Pflanzenwelt vereinbar sind. Die Lebensmittelfabrik verarbeitet die Produkte von rund 20.000 Farmern. Das hat die Ernährungsbasis der kleinbäuerlichen Familien verbessert und ihre Einkommen fast verdreifacht.

Unter der eigenen Marke "It's wild" verkauft Comaco die Produkte unter anderem an zwei große Supermarktketten im Land, in denen die wachsende Mittelschicht Sambias einkauft. Vor allem Erdnussbutter wird hier stark nachgefragt. "Um die rasant steigende Nachfrage bedienen zu können, müssen wir dringend in eine effizientere Produktion investieren", erklärt Chisanga Shula. Dabei unterstützt ihn das Grüne Innovationszentrum ebenso wie bei Schulungen neuer Bauerngruppen.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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