Hauptinhalt

Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger

Grünes Innovationszentrum Kenia

Kühe in einem Stall im Grünen Innovationszentrum am Bukura Agricultural College in Kenia

Über die Hälfte der Bevölkerung Kenias gilt als arm, ein Fünftel der Menschen leidet Hunger. Doch das müsste nicht sein, denn das landwirtschaftliche Potenzial des Landes ist sehr hoch, vor allem im Westen Kenias. Viele Bäuerinnen und Bauern erwirtschaften jedoch bisher kaum mehr, als sie selbst benötigen. Die meisten halten nur eine oder zwei Kühe, die nur sehr wenig Milch geben – oft weniger als zwei Liter am Tag.

Das Grüne Innovationszentrum sorgt in Westkenia für eine höhere Milchproduktion und außerdem für die Verbreitung von Süßkartoffeln, die viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe enthalten (besonders reich sind sie an Vitamin A). Durch die Süßkartoffeln und die zusätzlichen Milchprodukte können die Menschen in Kenia ihren Speiseplan zukünftig nährstoff- und vitaminreicher gestalten.

Was ist innovativ?

Gutes Futter für mehr Milch: Ganzjährige Stallhaltung, ertragreicher Futteranbau, Techniken zur Herstellung von Silage sowie Fortschritte bei der Zucht und den Hygienestandards sollen in den nächsten Jahren den Ertrag von 8.000 Milchbauern deutlich steigern. Die Bäuerinnen und Bauern sollen nicht nur ihre eigenen Familien versorgen, sondern so viel Milch erzeugen, dass sie den Überschuss an Molkereien verkaufen können. Dazu wird in Westkenia ein Milchsammelsystem aufgebaut. Im Grünen Innovationszentrum am Bukura Agricultural College stehen Demonstrationsflächen, einschließlich Stall und Molkerei, für Schulungszwecke zur Verfügung.

Biologische Strom- und Gasversorgung: Einfache Biogasanlagen sollen Energie erzeugen, um Lagerräume für Milch, Gemüse oder Getreide zu kühlen. Das Gas aus den Anlagen kann zusätzlich auch zum Kochen verwendet werden, dadurch wird Holz gespart. Handwerker und Bauern lernen in Schulungen, die Anlagen zu betreiben und zu warten.

Vielversprechende Knolle: 400 Bauern bauen die Vitamin-A-reichen, dürreresistenten und virusfreien Süßkartoffeln bereits an. Das Pflanzgut erhalten sie über das nationale Forschungsinstitut KALRO (Kenya Agricultural and Livestock Research Organization). Die Produktion soll auf deutlich mehr Betriebe ausgeweitet werden. Langfristig sollen sie jährlich 10.000 Tonnen Süßkartoffeln für den Verkauf auf dem Markt und zur weiteren Verarbeitung produzieren. Unter anderem lässt sich aus den Knollen Mehl gewinnen, das zum Brotbacken verwendet wird.


Unsere Ziele

  • 30 Prozent Einkommenssteigerung bei 50.000 Kleinbauern
  • 900 neue Arbeitsplätze
  • Aus- und Fortbildungen für 50.000 Kleinbauern

Wege zum Erfolg

Mathias Litali bewirtschaftet im westkenianischen County Kakamega eine 0,65 Hektar große Fläche. Er besitzt zwei Kühe, einen Bullen und ein Kalb. Seine Tiere hält der 52-Jährige das ganze Jahr über in einem offenen, nur teilweise überdachten Stall, der sich unmittelbar hinter dem Wohnhaus befindet. Statt seine Wirtschaftsfläche von den Tieren abgrasen zu lassen, betreibt er auf seinem Acker intensive Futterwirtschaft. "Ich habe viel über Fütterung in den Schulungen des Grünen Innovationszentrums gelernt", erzählt Litali. Heute verfüttert er frische und holzige Bestandteile von klein gehäckseltem Elefantengras. Die Pflanze liefert das für Wiederkäuer richtige Eiweiß-Rohfaser-Verhältnis.

Zudem gibt er seinen Rindern gemahlenen Körnermais und Baumwollkuchensaat als Kraftfutter in den Trog. Um ein noch hochwertigeres Futtergemisch zu erhalten, fügt er zusätzlich Kalzium hinzu und die Kühe können an einem Salzstein lecken, um ihren Salzbedarf zu decken. Der Erfolg scheint ihm Recht zu geben: "In der Hochproduktion geben meine Kühe Esther und Mary jeden Tag an die 19 Liter Milch", freut sich Mathias Litali.

Langfristig sollen über das Grüne Innovationszentrum Kenia 10.000 Milchbauern besser in die Wertschöpfungskette von Milchprodukten eingebunden werden.


Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen