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Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger

Grünes Innovationszentrum Ghana

Mais in einer Schale

Mais und Reis zählen zu den Grundnahrungsmitteln der Menschen in Ghana. Die Nachfrage ist groß, doch die Bauern verlieren in jeder Saison rund 40 Prozent ihrer Ernte: Ein Teil der Pflanzen wird bereits auf dem Feld von Krankheiten befallen und kann nicht verwertet werden. Ein weiterer Teil der Ernte verdirbt aufgrund falscher Lagerung.

Besonders das Fehlen von geeigneten Lagerstätten ist ein Problem, denn ohne die Möglichkeit einer sachgerechten Lagerung müssen die Landwirte ihre gesamte Produktion direkt in der Erntesaison verkaufen – und erzielen dann nur geringe Preise. So verdienen sie zu wenig Geld, um in Lagerkapazitäten investieren zu können – ein Teufelskreis, der jetzt mit Hilfe des Grünen Innovationszentrums in Ghana durchbrochen werden soll.

Was ist innovativ?

Maisproduktion steigern: Einige Maissorten aus Ghana sind an die dortigen Böden und klimatischen Verhältnisse optimal angepasst. Das Grüne Innovationszentrum sorgt dafür, dass die Bäuerinnen und Bauern über kleine Erzeugerorganisationen (sogenannte Farmer Based Organisations) Saatgut dieser angepassten Sorten erhalten. Zusätzlich berät es staatliche Landwirtschaftsberater zu Themen wie Bodenbearbeitung, Aussaat, Ernte, Lagerung und Transport. Um Qualitätskontrollen bei den Produkten zu garantieren, plant das Grüne Innovationszentrum eine Zusammenarbeit mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt.

Im Trockner statt auf der Straße: Das Grüne Innovationszentrum testet mit ausgewählten Bäuerinnen und Bauern Solartrockner für Mais. So können die Landwirte einen Teil ihrer Ernte gezielt trocknen und reduzieren auf diese Weise Verluste des Ernteguts. Bislang wird Mais meistens auf der Straße getrocknet, wo er schnell verschmutzt. Außerdem bietet das Innovationszentrum Unterstützung für Betreiber von Lagerhäusern auf Gemeindeebene an, damit bäuerliche Genossenschaften ihre Produkte dort zukünftig professionell lagern können. Wird der Mais nach der Saison vermarktet, erzielt er viel bessere Verkaufspreise und das Einkommen der Bauern steigt unmittelbar an.

Kreativität ist gefragt: Kleinbäuerinnen und -bauern sowie weiterverarbeitenden Betrieben aus der lokalen Ernährungswirtschaft steht ein Innovationsfonds zur Verfügung. Wer eine innovative Geschäftsidee hat, kann hier einen Investitionszuschuss erhalten.


Unsere Ziele

  • 28 Prozent Einkommenssteigerung bei 75.000 Kleinbauern
  • 1.000 neue Arbeitsplätze
  • Aus- und Fortbildungen für 75.000 Kleinbauern

Wege zum Erfolg: Getrockneter Mais von hoher Qualität

Bis vor kurzem hat Maisbauer Albert Amankwa seinen Mais vor dem Haus auf dem Boden getrocknet. Das Ergebnis hat ihn jedes Jahr geärgert: "Der Mais wurde moderig, weil es immer wieder Regengüsse gab. Dann haben sich auch noch Eidechsen und Insekten über meine Ernte hergemacht und den Mais kontaminiert." Kein Käufer wollte für diesen Mais hohe Preise zahlen. So blieb das Einkommen Amankwas gering.

Mit dem Solartrockner hat sich seine Situation geändert. Jetzt schaufelt der junge Familienvater seine Körner in den langen Schlauch des Trockners und verschließt ihn anschließend. Zwei Ventilatoren blasen warme Luft durch den Schlauch und trocknen so den kostbaren Inhalt. Strom oder Diesel braucht der Solartrockner nicht – ihm genügt als Energiequelle die Sonne.

Amankwa ist begeistert: "Der Trockner entfernt aus einer Tonne Mais innerhalb eines Tages 25 Prozent Feuchtigkeit. Das ganze Ungeziefer kommt nicht mehr an meine Ernte heran, und ich habe jetzt Mais von höchster Qualität! Die Kunden zahlen mir fast die Hälfte mehr als im Vorjahr."

Der Trockner ist leicht zu transportieren und überall einsetzbar. Amankwa muss seine Ernte daher nicht zum Trockner hinbringen, sondern dieser kommt zu ihm: Kleinbäuerliche Erzeugergemeinschaften verfügen nun durch das Grüne Innovationszentrum über die Geräte.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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