Hauptinhalt

Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger

Grünes Innovationszentrum Benin

Benin: Reisernte mit dem Mähdrescher

Die Mehrheit der Landbevölkerung in Benin lebt in großer Armut. Die Bäuerinnen und Bauern pflanzen zwar Grundnahrungsmittel wie Mais und Maniok an, doch der Verdienst der Bauern ist nur gering. Hinzu kommt, dass die Ernteerträge stetig zurückgehen, weil die Ackerböden auslaugen.

Ein weiteres Problem ist, dass die Aufzucht bei Schafen, Ziegen und Hühnern nicht gut gelingt. Durch bessere Haltungssysteme kann die Verlustrate bei den Jungtieren verringert werden und das Einkommen der Bauern steigen. Bessere Einkommensperspektiven kann auch der Anbau von Reis und Soja bieten. Das Grüne Innovationszentrum in Benin konzentriert sich auf die Nutzung der Potenziale von Reis, Soja und Geflügel

Was ist innovativ?

Coaching in Betriebswirtschaft: Alle zwei Wochen besuchen 60 Experten insgesamt 1.500 landwirtschaftliche Betriebe und Verarbeitungsbetriebe. Sie bieten Unterricht in Betriebswirtschaft an: Unternehmensführung, Buchhaltung, Aufstellung von Geschäftsplänen, Entwicklung von Zukunftsvisionen. So expandieren die Firmen und es entstehen neue Arbeitsplätze.

Den Ernstfall versichern: Die halbstaatliche Organisation AMAB bietet Versicherungen gegen Ernteausfälle bei Reis und Soja an. Sowohl Bauern als auch die weiterverarbeitende Betriebe können sich damit gegen Verluste absichern.

Mobiles Lehrerteam: 100 landwirtschaftliche Lehrkräfte wandern von Dorf zu Dorf, wo sie jeweils Kurse von 25 Bauern unterrichten. Sie erreichen in den nächsten Jahren so insgesamt 35.000 Landwirte. Nach Abschluss der Schulung können die Kleinbäuerinnen und -bauern ausrechnen, wie viel Dünger sie pro Hektar benötigen und wie viele Leute bei der Ernte helfen müssen. Das spart Kosten und erhöht das Einkommen.


Unsere Ziele

  • 33 Prozent Einkommenssteigerung bei 50.000 Kleinbauern
  • 1.000 neue Arbeitsplätze
  • Aus- und Fortbildungen für 70.000 Kleinbauern

Wege zum Erfolg

Bislang ernten die Reisbäuerinnen und -bauern in Benin nur zwei bis drei Tonnen Reis pro Hektar. Indem sie die Pflanzen weniger dicht aneinandersetzen, an Boden und Klima angepasstes Saatgut verwenden, den organischen Dünger ihrer Nutztiere verwenden und ihre Pflanzen kontinuierlich bewässern, können sie die Erträge auf bis zu fünf Tonnen pro Hektar steigern. Das afrikanische Reisforschungsinstitut Africa Rice Center und das Grüne Innovationszentrum werden in den nächsten Jahren 5.000 Bauern die neuen Anbaumethoden ("System of Rice Intensification") vermitteln.

Das Grüne Innovationszentrum in Benin arbeitet eng mit zwei weiteren Projekten der Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger zusammen: einem Vorhaben zur Ernährungssicherung und Resilienzsteigerung (Stärkung der Widerstandskraft) sowie einem Vorhaben zum Bodenschutz. Alle drei Projekte kooperieren eng mit dem Africa Rice Center und dem internationalen Agrarforschungsinstitut IITA (International Institute of Tropical Agriculture). Hier fließen die Gelder verschiedener internationaler Geber zusammen. Mit diesen Mitteln werden Agrarberater fortgebildet und Produktionsgemeinschaften sowie Kleinbäuerinnen und -bauern beraten, wie sie sich besser organisieren und ihre Arbeit effizienter gestalten können.


Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen