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Ländliche Entwicklung und Ernährungssicherung

Veredelung von Cashewpflanzen in der Cashew Research Station in Wenchi, Ghana

Das Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht. Alle Staaten und Regierungen haben die Pflicht, dieses völkerrechtlich verankerte Recht für ihre Bürgerinnen und Bürger zu verwirklichen.

Dennoch sind laut UN-Ernährungsbericht von 2018 weltweit rund 821 Millionen Menschen chronisch unterernährt. Das sind elf Prozent der Weltbevölkerung. Etwa zwei Milliarden leiden zudem an "verstecktem Hunger", dem Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen. Rund 70 Prozent aller hungernden Menschen leben auf dem Land.

Die Hauptursachen für diese Situation sind Armut, Kriege und Konflikte. Aber auch die Folgen des Klimawandels, etwa extreme Wetterereignisse wie Stürme, Überschwemmungen und Dürren, tragen dazu bei. In vielen Ländern wurde der ländliche Raum zudem lange vernachlässigt – dabei kommt ihm eine entscheidende Rolle bei der globalen Nahrungsproduktion zu. Und diese muss bis 2050 um mindestens 50 Prozent steigen, um die wachsende Weltbevölkerung ernähren zu können.

Deutschlands Beitrag

Die Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger"

Und dennoch sind wir uns sicher: Eine Welt ohne Hunger ist möglich. Mit seiner 2014 ins Leben gerufenen Sonderinitiative trägt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) dazu bei, vor allem die strukturellen Ursachen von Hunger zu adressieren.

Gleichzeitig werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Weltbevölkerung auch in Zukunft ausreichend ernährt werden kann – in produktiven, zukunftsfähigen ländlichen Räumen.

Das BMZ investiert jährlich rund 1,5 Milliarden Euro in die Ernährungssicherung und in ländliche Entwicklung. Etwa ein Drittel dieser Summe entfällt auf die Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger".

Unsere Arbeitsfelder

"EINEWELT ohne Hunger"

Die Staatengemeinschaft der G7 hat sich zum Ziel gesetzt, 500 Millionen Menschen bis zum Jahr 2030 aus Hunger und Mangelernährung zu befreien. Die Beendigung des Hungers und der Mangelernährung zählt auch zu den international vereinbarten Entwicklungszielen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.

Mit der Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" trägt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit dazu bei, dieses Ziel zu erreichen. Das BMZ investiert jährlich rund 1,5 Milliarden Euro in die Schwerpunkte Ernährungssicherung und ländliche Entwicklung. Die Sonderinitiative wird in Partnerländern aktiv, die besonders von Hunger und Mangelernährung betroffen sind. Weiterlesen

Auslesen von Insekten aus einer Schüssel Mais in Burkina Faso

Hunger und Mangelernährung beseitigen

Das Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht. Es ist nicht nur in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert, sondern auch im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (Sozialpakt) von 1976. Daraus folgt die Verantwortung der Staaten und Regierungen, dieses Recht zu verwirklichen.

Ernährungssicherung ist ein Förderschwerpunkt des Bundesentwicklungsministeriums. Deutschland unterstützt seine Partnerländer dabei, die Ernährungslage der Bevölkerung zu verbessern und zu sichern. Zu diesem Zweck sollen die ländlichen Räume entwickelt und die natürlichen Ressourcen geschützt werden. Weiterlesen

Eine Frau zeigt das Ergebnis nach dem Stampfen von Hirse auf einer kleinen Bauernfarm in Ishiara, Kenia.

Ländliche Entwicklung

Hunger und Armut sind wichtige Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen. Städte versprechen Arbeit, höhere Löhne und eine bessere medizinische Versorgung. Auf dem Land sind die Bildungs- und Aufstiegschancen oft schlechter, soziale Leistungen gibt es kaum. Übernutzte natürliche Ressourcen, Landmangel, Naturkatastrophen oder die Folgen des Klimawandels können ebenfalls dazu beitragen, dass Menschen abwandern.

Die Veränderungen auf dem Land zeigen sich am deutlichsten in der Landwirtschaft. Viele Bäuerinnen und Bauern erwirtschaften auf ihren Flächen kein ausreichendes Einkommen. Gleichzeitig haben viele bäuerliche Betriebe das Potenzial, Innovationen aufzugreifen und produktiver zu werden. Und eine steigende Produktivität ist dringend notwendig, denn bis zum Jahr 2050 müssen im Vergleich zu 2012 mindestens 50 Prozent mehr Lebensmittel verfügbar sein. Nur so kann die wachsende Weltbevölkerung ernährt werden. Weiterlesen

Ernte in Côte d‘Ivoire

Ländliche Entwicklung braucht gute Rahmenbedingungen

Der Agrar- und Ernährungssektor stellt für viele Entwicklungs- und Schwellenländer einen der wichtigsten Wirtschaftssektoren dar: Er dient der Ernährungssicherung, bietet Arbeitsplätze und Einkommen, versorgt die wachsenden Städte mit bezahlbaren Nahrungsmitteln und produziert Energie, Tierfutter, Naturfasern und andere Rohstoffe, die für eine nachhaltige Entwicklung der Region benötigt werden.

Gemeinsam mit den vor- und nachgelagerten Wirtschaftszweigen (zum Beispiel Herstellung von Saatgut, Düngemitteln und Landmaschinen sowie Weiterverarbeitung, Transport und Vertrieb von Agrarprodukten) besitzt der Agrar- und Ernährungssektor in vielen Ländern das Potenzial, zum Motor einer nachhaltigen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung zu werden. Weiterlesen

Arbeiter auf der Bananenplantage Ejido Miguel Aleman in Suchiate in Mexiko

Landwirtschaftliche Wertschöpfungs- und Lieferketten

Die Mehrheit der extrem armen und chronisch unterernährten Menschen lebt auf dem Land. Um ihre Lebens- und Ernährungssituation dauerhaft zu verbessern, muss die Wirtschaft – und insbesondere der Agrar- und Ernährungssektor – in den betreffenden Ländern effizienter und wettbewerbsfähiger werden. Doch 80 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe weltweit werden von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern geführt.

Erfolgreich wirtschaften und im harten Wettbewerb bestehen können landwirtschaftliche Kleinbetriebe nur, wenn sie sich eng mit den Unternehmen abstimmen, die ihre Produkte weiterverarbeiten und vermarkten. Um mit diesen Unternehmen auf Augenhöhe verhandeln zu können, benötigen sie Unterstützung in verschiedenen Bereichen. Weiterlesen

Qualitätskontrolle bei Kakaobohnen

Nachhaltige Landwirtschaft

Die Herausforderungen des steigenden Bevölkerungswachstums und des Klimawandels erfordern ein grundsätzliches Umdenken in Bezug auf unsere gegenwärtigen Ernährungssysteme. Schon 2008 konstatierte der Weltagrarbericht, dass weitermachen wie bisher keine Option sei.

Für die landwirtschaftliche Produktion bedeutet dies, dass zukünftig die natürlichen Ressourcen langfristig erhalten werden müssen, ohne die eine Landwirtschaft nicht möglich ist: Boden, Wasser und biologische Vielfalt. Um dies zu erreichen, muss die landwirtschaftliche Produktion einschließlich der Tierhaltung nachhaltiger gestaltet werden – sowohl in den Industrie- als auch in den Entwicklungsländern. Weiterlesen

Eine Bäuerin in Malawi vor einer Solaranlage, die den Strom für die Pumpe eines Tröpfchenbewässerungssystems liefert

Agrarforschung

Weltweit leiden mehr als 820 Millionen Menschen an Hunger, etwa zwei Milliarden sind mangelernährt. Um die wachsende Weltbevölkerung mit gesunder und ausgewogener Nahrung zu versorgen, muss die landwirtschaftliche Produktion bis zum Jahr 2050 um mindestens 50 Prozent steigen. Doch schon heute erhöhen die Auswirkungen des Klimawandels und nicht nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden den Druck auf natürliche Ressourcen wie Boden, Wasser und biologische Vielfalt. Viele Nahrungsmittel gehen zudem durch Pflanzenkrankheiten oder Schädlinge bereits auf den Feldern oder nach der Ernte verloren. Weiterlesen

Junge Maispflanze in einem Forschungslabor

Nachhaltige Fischerei und Aquakultur

Fisch und Fischereiprodukte gehören zu den wichtigsten Protein- und Nährstoffquellen. Weltweit werden 17 Prozent des Bedarfs an tierischen Proteinen durch Fischeiweiß gedeckt, in Entwicklungsländern liegt der Anteil häufig deutlich höher. Fisch kommt deshalb bei der globalen Ernährungssicherung und der Bekämpfung von Mangelernährung eine Schlüsselrolle zu.

Die weltweiten Fischbestände sind bedroht. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt, dass etwa 33 Prozent aller erfassten Bestände überfischt und fast 60 Prozent voll ausgeschöpft sind. Zahlreiche Fischarten sind vom Aussterben bedroht. Weiterlesen

Fischmarkt am Strand von Nouakshott, Mauretanien

Grüne Innovationszentren

 Mit seiner Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" hat das BMZ 2014 auch eine Innovationsoffensive in der Landwirtschaft gestartet: In 15 Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit wurden "Grüne Innovationszentren" ins Leben gerufen. Sie sollen dazu beitragen, die regionale Versorgung mit Nahrungsmitteln zu verbessern, das Einkommen von kleinbäuerlichen Betrieben zu steigern und neue Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu schaffen. Weiterlesen

Innovationszentrum in der Landwirtschaftsschule CAP-Matourkou in Burkina Faso: Landwirtschaftsstudenten und Auszubildende werden in die Benutzung einer neuen Maschine eingeführt.

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