Hintergrund: Hunger in der Welt
"Meine Kinder waren hungrig und ich erzählte ihnen: Der Reis kocht.Ich erzählte es ihnen so lange, bis sie vor Hunger einschliefen",
sagt ein Vater in Ägypten.
Aus: Weltbank-Studie "Voices of the Poor" (Stimmen der Armen)
Etwa alle 3,5 Sekunden stirbt ein Mensch an den Folgen von Hunger und Unterernährung – das sind rund 25.000 Menschen am Tag, etwa zehn Millionen Menschen pro Jahr. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder, die nicht einmal ihr fünftes Lebensjahr vollenden. An Hunger und Unterernährung leiden mehr Menschen als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen. Und das, obwohl nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) die verfügbaren Ressourcen ausreichen, um die gesamte Weltbevölkerung zu ernähren.
Hunger ist nicht nur eine Frage des Angebots und der Produktionsmenge, sondern ihm liegen komplexe Ursachen zu Grunde: unfaire Wettbewerbsbedingungen im Weltagrarhandel, fehlende Eigentums- und Nutzungsrechte für den Boden, schlechte politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Umweltzerstörung, die wachsende Nachfrage nach Agrartreibstoffen oder die mangelnde Förderung der ländlichen Entwicklung.
Auf dem Welternährungsgipfel 1996 in Rom und in der Millenniumserklärung hat sich die Weltgemeinschaft dazu verpflichtet, den Anteil der Hungernden an der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2015 um die Hälfte zu reduzieren. Doch dazu ist ein stärkeres Engagement nötig, denn die Aussichten auf eine Verbesserung der Situation sind angesichts tendenziell weiter steigender Lebensmittelpreise ungünstig. Nach Schätzungen des Internationalen Forschungsinstituts für Ernährungspolitik (IFPRI) kann diese Verpflichtung ohne eine deutliche Erhöhung der Investitionen in Agrarforschung, Bewässerung, ländlichen Straßenbau, Wasserversorgung und Bildung nicht erfüllt werden.
Deutschland unterstützt die Weltgemeinschaft beim verstärkten Kampf gegen Hunger und Armut. Die Sicherung der Ernährung und Förderung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums – bei gleichzeitigem Schutz der natürlichen Ressourcen – ist ein wichtiges Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.


