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Fachleute

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit handelt: die Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger

Bäuerinnen in Mali auf dem Weg zu ihrem Feld

Mit der Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" macht das BMZ den Kampf gegen Hunger und Mangelernährung zu einem seiner Kernanliegen.

Kein Menschenrecht wird so häufig verletzt wie das Recht auf Nahrung. Diese Rechtsverletzung und Missachtung der Menschenwürde ist einer der größten Skandale unserer Zeit. Betroffen sind vor allem die Menschen im ländlichen Raum: Drei Viertel aller Unter- und Mangelernährten leben auf dem Land – dort, wo es an Beschäftigung und Einkommen mangelt und wo die Armut am größten ist.

Die Hauptursache von Hunger und Mangelernährung ist nicht die mangelnde Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln. Es ist vor allem die Armut. Den Menschen fehlt das Geld für gesunde Nahrung. Ernährungsunsicherheit ist vor allem ein strukturelles Problem des ländlichen Raumes. Dieses Problem verschärft sich jedoch bei Naturkatastrophen, Epidemien sowie bei politischen Krisen und Konflikten.

Mehr als 40 Staaten gelten als fragil, mehr als die Hälfte davon befinden sich in Afrika. Während auf der einen Seite immer mehr Länder mit stabiler Staatlichkeit und guter Regierungsführung den Weg aus dem Hunger finden, wächst auf der anderen Seite die Zahl fragiler Staaten und gewalttätiger Auseinandersetzungen. Damit nimmt der Anteil der Menschen, für die politische Instabilität und Konflikte die zentralen Hungerursachen sind, deutlich zu.

Angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung gilt es, die Fähigkeit der Menschen zu stärken, temporäre Krisen schadlos zu überstehen. Dies wird in erster Linie durch die Modernisierung und Professionalisierung der Landwirtschaft erreicht.

Der Kampf gegen Hunger und Mangelernährung hat viele Facetten. Die Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger widmet sich den Herausforderungen in sechs Aktionsfeldern:

  • Ernährungssicherung
  • Vermeidung von Hungersnöten und Stärkung der Widerstandsfähigkeit
  • Innovation im Agrar- und Ernährungssektor
  • Strukturwandel im ländlichen Raum
  • Schutz natürlicher Ressourcen und Bodenrehabilitierung
  • Sicherer und fairer Zugang zu Ressourcen und Land

Dafür steht die Sonderinitiative

  • Kleinbäuerliche Familienbetriebe in den Mittelpunkt stellen:
    Im Zentrum der Sonderinitiative stehen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Frauen spielen in der Ernährungssicherung eine herausragende Rolle, sind jedoch oft benachteiligt, weil Land und Produktionsmitteln nicht in ihrem Besitz sind. Ihnen widmen wir besondere Aufmerksamkeit.
  • Hunger und Mangelernährung bekämpfen:
    Alle Menschen müssen Zugang zu ausreichender und gesunder Nahrung haben. Dies ist elementar für eine gute geistige und körperliche Entwicklung des Menschen. Im Mittelpunkt stehen hier Schwangere, Mütter und Kleinkinder.
  • Ländliche Räume zusammen mit den Partnerländern attraktiv und zukunftsfähig gestalten:
    Der Schlüssel zur Ernährungssicherung liegt in den ländlichen Räumen der Schwellen- und Entwicklungsländern, denn hier leben die meisten Armen, Hungernden und Mangelernährten.
  • Professionellere und zugleich nachhaltigere Landwirtschaft fördern:
    Die Landwirtschaft muss produktiver werden, aber gleichzeitig die natürlichen Ressourcen wie Wasser, Boden und Artenvielfalt erhalten.
  • Landwirtschaft an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen:
    Die regional sehr unterschiedlichen Auswirkungen des Klimawandels wie veränderte Niederschläge und Temperaturen führen sonst zu Produktivitätsrückgängen und Ernteverlusten.
  • Innovationen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft stärken:
    Wir nehmen den gesamten Weg eines Nahrungsmittels in den Blick – vom Acker über die Weiterverarbeitung bis zum Konsumenten. Denn ein großer Teil der heute in Entwicklungsländern produzierten Nahrung geht durch falsche Ernte, schlechte Lagerung oder den Transport verloren.
  • Faire und sichere Landeigentums- und Landnutzungsrechte fördern:
    Ein gesicherter Zugang zu Land ist für die meisten Menschen im ländlichen Raum elementar zur Sicherung ihrer Ernährung.
  • Hungersnöte vermeiden:
    Wir wollen, dass Menschen und Institutionen auf Krisen- und Konfliktsituationen so vorbereitet sind, dass sie auch in diesen schwierigen Lagen ausreichend Nahrung haben. Denn Hungersnöte sind vermeidbar.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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