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Presse

Newsletter Februar 2010


Editorial 

"Erfolgreiche Entwicklungspolitik muss Eigenverantwortung in den Mittelpunkt stellen und stärken."

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel

Liebe Leserin, lieber Leser,

alle Blicke richten sich derzeit auf Haiti – und das zu Recht. Bei einer Katastrophe wie dieser muss schnell und umfassend geholfen werden. Auch das BMZ beteiligt sich daran: zunächst mit Nothilfe, dann mit Wiederaufbauhilfe. Wesentlich verstärkt wird zudem der zivile Aufbau in Afghanistan – auch das ist zu einem guten Teil eine BMZ-Aufgabe. Hinzu kommen vielfältige weitere Herausforderungen: von der weiteren Armutsbekämpfung bis zur Anpassung an den Klimawandel, der gerade die Entwicklungsländer besonders hart trifft. Minister Niebel hat sich zudem persönlich ein Bild von der Situation in drei afrikanischen Ländern gemacht: in Ruanda, in der Demokratischen Republik Kongo und in Mosambik. Die Reise zeigte: Eine Blaupause für Entwicklungshilfe gibt es nicht. Aber wirksame Hilfe tut weiter not. Trotz äußerst angespannter Haushaltslage sieht der BMZ-Haushalt 2010 deshalb auch eine Steigerung vor. Geld, das es verantwortungsbewusst einzusetzen gilt. Mehr zu diesen und anderen Themen in diesem Newsletter. Dazu – wie immer – unsere Servicerubriken

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BMZ-Internetredaktion

Unterwegs in Afrika
Afrikareise: Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel bei seiner Ankunft in Ruanda. Urheberrecht: Photothek.net

Afrika ist Europas Nachbarkontinent. Und es ist der Kontinent, auf dem wir uns am meisten engagieren müssen: Es geht um Bekämpfung der Armut – und es geht um Hilfe zur Selbsthilfe. Denn Afrika ist immer noch ein Kontinent der Not, aber auch ein Kontinent des Aufbruchs. Unter diesen Vorzeichen brach Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel Anfang Januar zu seiner ersten großen Auslandsreise als Minister auf. Das Ziel waren drei afrikanische Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit: Ruanda, die Demokratische Republik Kongo und Mosambik – Länder, die zum einen für Hoffnung und Aufbruch und zum anderen, im Fall Kongo, noch immer für Gewalt und schwere Defizite auf dem Weg in eine bessere Zukunft stehen.

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel mit den ruandischen Staatspräsidenten Paul Kagame. Urheberrecht: Photothek.netIn Ruanda besuchten Minister Niebel und seine Delegation gleich zu Beginn der Reise eine Gedenkstätte für die Opfer des Genozids von 1994 – Ort der Erinnerung an eine furchtbare Vergangenheit, an deren Bewältigung die ruandische Regierung arbeitet. Mit beachtlichem Erfolg. Bei gutem Zusammenspiel von Regierung und Parlament und effektivem Mitteleinsatz wie in Ruanda kann die Gewährung direkter Hilfen für Staatshaushalte (sogenannte Budgethilfe) dazu beitragen, dass die Entwicklungsländer ihre Entwicklung selbst vorantreiben und zunehmend von den Geberländern unabhängig werden, hob Minister Niebel auf dieser Reisestation hervor. Und Hilfe zur Selbsthilfe muss neben der unmittelbaren Armutsbekämpfung Hauptziel aller Entwicklungszusammenarbeit sein.

Anderswo ist direkte Hilfe durch Projekte das Mittel der Wahl. So auch in der Demokratischen Republik Kongo, der zweiten Station der Reise. Dort, in der Provinz Nord-Kivu, hat die kongolesische Zentralregierung wenig Einfluss. Schwere Gewaltverbrechen, Flüchtlingselend und eine ungeordnete, oft illegale Ausbeutung der immensen Rohstoffvorkommen sind an der Tagesordnung. Unter anderem besuchten Minister Niebel und seine Delegation in Goma ein Flüchtlingslager und ein Hilfsprojekt für vergewaltigte Frauen und Mädchen – Projekte, denen deutsche Hilfe zuteil wird.

Schon im Nachbarland Ruanda hatte Minister Niebel zudem hervorgehoben: Der Rohstoffhandel muss transparent gestaltet werden. Eine entsprechende Konzeption, die Deutschland mitträgt, hat zum Ziel, den illegalen Abbau und Handel mit Rohstoffen zu stoppen. Denn er kann Konflikte schüren und Gewaltherrschaft finanzieren.

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel in einem Gespräch während seiner Afrikareise im Januar 2010. Urheberrecht: Photothek.netMit Mosambik besuchte Minister Niebel abschließend ein Land, das auf über 15 Jahre demokratische Erfahrung nach einem jahrzehntelangen Konflikt zurückblickt und heute als Beispiel für erfolgreiche Armutsbekämpfung in Afrika gilt.

Themen waren hier die weitere Bekämpfung der Armut sowie die Fortentwicklung guter Regierungsführung und nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung – Prozesse, die die Bundesregierung und das BMZ in Mosambik besonders unterstützen. Unter anderem eröffnete Minister Niebel die Filiale einer von Deutschland mitgegründeten Mikrofinanzbank.

Resümee der Reise: In Zukunft kommt es darauf an, zivilgesellschaftliche und privatwirtschaftliche Initiativen noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Und: Die Übernahme von Verantwortung durch die Eliten eines Landes muss weiter gestärkt werden – in demokratischer Weise. Denn auch das gehört zur Armutsbekämpfung und zur Hilfe zur Selbsthilfe.

 
Afghanistan: Mehr Geld für den zivilen Aufbau
Schild vor dem deutschen Haus für Entwicklungszusammenarbeit, Kunduz. Urheber: Photothek.net, Köhler

Bessere Regierungsführung und stärkere Reformanstrengungen der afghanischen Regierung, mehr zivile Hilfe sowie der beschleunigte Aufbau afghanischer Sicherheitsorgane sollen den Weg zu mehr Verantwortungsübernahme durch die afghanischen Partner ebnen. Das haben die internationale Gemeinschaft und die afghanische Regierung auf einer großen Afghanistan-Konferenz in London beschlossen. Damit soll sichergestellt werden, dass die afghanische Regierung die Verantwortung für die Sicherheit im Land zunehmend übernehmen kann. Mit der Verantwortungsübernahme durch die afghanische Seite werden die Voraussetzungen für eine Reduktion der internationalen Truppen, darunter der Bundeswehr, geschaffen.

Um dies zu ermöglichen, hat Deutschland in London zugesagt, die Mittel für den zivilen Aufbau auf jährlich 430 Millionen Euro fast zu verdoppeln. Allein im BMZ werden die Mittel – vorbehaltlich der Zustimmung der Haushaltsgremien – für den Zeitraum bis 2013 auf jährlich 250 Millionen Euro erhöht, kündigte Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel zur Londoner Konferenz an.

Gruppe afghanischer Männer. Urheberrecht: Photothek.net/KöhlerDas Ziel dieses beträchtlich verstärkten Engagements ist klar: "Wir haben in Afghanistan schon viel erreicht und möchten an diese Erfolge anknüpfen", so Minister Niebel.

Unter anderem sollen bis 2013 in Nordafghanistan 60 Prozent statt heute 25 Prozent aller Schülerinnen und Schüler eine besser qualifizierte Schulausbildung erhalten; Strom und Wasser soll zwei Millionen Menschen zur Verfügung stehen (heute 900.000); durch verstärkte ländliche Entwicklung soll drei Millionen Menschen zu Einkommen verholfen werden (heute 1,3 Millionen).

Im Fokus des BMZ-Engagements wird noch stärker als bisher der Norden des Landes sein, wo auch der Schwerpunkt des deutschen militärischen Engagements liegt. Dieses Engagement wird ebenfalls noch einmal verstärkt: Zum bisherigen Kontingent von maximal 4.500 Soldatinnen und Soldaten sollen – vorbehaltlich der Zustimmung des Bundestags – weitere 500 Soldatinnen und Soldaten, plus 350 in Reserve, hinzukommen. Denn Wiederaufbau- und Entwicklungsarbeit ist auf ein sicheres Umfeld angewiesen, wofür die internationalen Sicherheitskräfte bislang unverzichtbar sind. Für die Bundesregierung und das BMZ gehören ziviler Aufbau und militärische Sicherheit daher eng zusammen ("vernetzte Sicherheit").

Um die afghanische Regierung in die Lage zu versetzen, künftig selber für Sicherheit zu sorgen, wird zudem die Zahl deutscher Polizeiausbilder beträchtlich erhöht: von 123 auf 200 allein im bilateralen Polizeiprojekt. Ein ebenfalls von Deutschland mitfinanzierter internationalen Fonds soll helfen, Taliban-Aussteigern die Reintegration in die afghanische Gesellschaft zu ermöglichen.

An beachtlichen Erfolgen beim zivilen Aufbau fehlt es schon heute nicht. Aber sie müssen gesichert und ausgebaut werden. Laut einer jüngsten Umfrage glauben 70 Prozent der Afghaninnen und Afghanen, dass sich ihr Land in die richtige Richtung bewegt. Das BMZ will diese Entwicklung weiterhin und verstärkt unterstützen: durch effektive Wirtschaftsförderung und Infrastrukturaufbau, durch Bildung und ländliche Entwicklung, durch Programme zur Stärkung rechtsstaatlicher Strukturen und zum Schutz der Frauenrechte. Zugleich stellte Minister Niebel klar: "Für den Erfolg unserer Arbeit erwarten wir auch von der afghanischen Regierung verstärkte Anstrengungen: bei der Korruptionsbekämpfung, bei strukturellen Reformen und beim Menschenrechtsschutz."

 
Haiti: Nothilfe – und mehr
Verteilung von Hilfsgütern in Haiti. Urheberrecht: GTZ

Am späten Nachmittag des 12. Januar zerstörte ein Erdbeben der Stärke 7,3 die Hauptstadt Port-au-Prince und zahlreiche andere Orte des Inselstaates Haiti. Mehrere Nachbeben folgten. Bis Ende Januar wurden bereits 170.000 Menschen tot geborgen. Zehntausende sind obdachlos. Die Zerstörungen sind so schwer, dass die sofort anlaufende internationale Hilfe zunächst nur langsam vorankam.

Binnen weniger Tage erhöhte das BMZ seine Unterstützung von zunächst fünf auf zehn Millionen Euro. Weitere fünf Millionen Euro humanitäre Soforthilfe stellte das Auswärtige Amt bereit.

Verteilung von Hilfsgütern in Haiti. Urheberrecht: GTZDarüber hinaus ist die Bundesregierung an den Hilfen der Europäischen Union mit rund 66 Millionen Euro beteiligt. Deutschland unterstützt zusätzlich das von der Weltbank angekündigte Engagement in Höhe von 100 Millionen US-Dollar.

Wie stets bei solchen Katastrophen – sei es durch Erdbeben, Überschwemmungen oder Stürme – geht es zunächst um Nothilfe, um Hilfe für Nahrungsmittel und Trinkwasser. Von Anfang an dringend benötigt wird zudem medizinische Hilfe, die gerade auch nicht-staatliche Hilfsorganisationen leisten – nicht zuletzt dank der privaten Spenden in Millionenhöhe, die zusätzlich zu den staatlichen Mitteln zur Verfügung stehen.

Aber Nothilfe ist nicht alles. Sobald wie möglich muss auch Übergangshilfe geleistet werden. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel: "Als Nächstes müssen wir die Lebensbedingungen der Menschen verbessern. Sie brauchen ein Dach über dem Kopf. Um wieder ein Gefühl von etwas Stabilität und Sicherheit zu erhalten."

Mit dem BMZ-Geld werden Notunterkünfte für Familien errichtet. Sie verfügen über Wasser und sanitäre Einrichtungen. Bis zu 160 solche Unterkünfte können pro Woche gebaut werden; bis zu 1.500 sollen es allein mit deutscher Hilfe insgesamt werden.

 
Haushalt 2010
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel
Mit einem Zuwachs von 187 Millionen Euro gegenüber 2009 geht das BMZ laut Haushaltsentwurf 2010 ins laufende Jahr. In der Haushaltsdebatte des Bundestags machte Bundesentwicklungsminister Niebel deutlich, dass im Bereich des Klimaschutzes für den BMZ-Etat zusätzliches Geld aufzubringen sein wird, denn die Entwicklungsländer sind vom Klimawandel besonders betroffen. Auch der bereits beschlossene verstärkte zivile Aufbau in Afghanistan erfordert zusätzliche Mittel. Zugleich muss es darum gehen, das Geld so effizient wie möglich einzusetzen. Niebel: "Wir stellen uns nicht zuerst die Frage, ob der Haushalt zu groß oder zu klein ist; zuerst stellen wir uns die Fragen: Ist unsere Entwicklungspolitik wirksam und sichtbar? Sind multilaterale Maßnahmen effektiver? Werden privates Kapital und die private Wirtschaft zum Wohle unserer Partnerländer ausreichend eingebunden? Wird vor allem die Zivilgesellschaft gestärkt?" Beschlossen wird der neue Haushalt voraussichtlich im März.
Kräfte bündeln: BMZ kooperiert mit Israel
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel mit dem israelischen Vizeaußenminister Danny Ayalon. Urheberrecht: BMZ
Vor zwei Jahren trafen das deutsche und das israelische Kabinett zum ersten Mal zu gemeinsamen Konsultationen zusammen – in Jerusalem. Jetzt fand der erste "Gegenbesuch " statt – in Berlin. Bei den Gesprächen ging es auch um eine entwicklungspolitische Zusammenarbeit. Dies nicht im klassischen Sinn, denn Israel ist kein Entwicklungsland. Sondern in Form einer Dreieckskooperation. Sie sieht vor, dass Israel und Deutschland dritten, bedürftigen Ländern gemeinsam helfen. Wichtiger Bezugspunkt ist Israels Erfahrung im Bereich Wasser, Bewässerungswirtschaft sowie Landwirtschaft und Gesundheit – Bereiche, in denen sich auch das BMZ stark engagiert. Beide Regierungen werden Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausloten und entsprechende Programme und Projekte auf den Weg bringen. Der Fokus – so Bundesentwicklungsminister Niebel – liegt auf den Millenniumsentwicklungszielen und auf Hilfe für Afrika, die in der BMZ-Arbeit einen besonders hohen Stellenwert hat.
Weltbank: Mitteleinsatz weiter verbessern
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (rechts) mit Weltbankpräsident Robert Zoellick. Urheberrecht: Photothek.net
64 Millionen Menschen hat die globale Finanz- und Wirtschaftskrise zusätzlich in extreme Armut getrieben; insgesamt stieg die Zahl der Armen auf über eine Milliarde. Um die Krisenfolgen zu bekämpfen, hat die weltgrößte Entwicklungsbank, die Weltbank, nach eigenen Angaben bereits über 100 Milliarden US-Dollar aufgewendet. Doch das genügt noch nicht, betonte Weltbank-Präsident Robert Zoellick bei einem Treffen mit Bundesentwicklungsminister Niebel in Berlin. Noch mehr Geld ist nötig. Zoellick begrüßte die grundsätzliche Bereitschaft der Bundesregierung und des BMZ, eine Kapitalerhöhung der Bank mitzutragen. Minister Niebel, der zugleich deutscher Gouverneur bei der Weltbank ist, stellte klar: Die Weltbank ist ein wichtiger Stützpfeiler der internationalen Finanzarchitektur. Aber mehr Geld zu erhalten, muss auch heißen, dass die anstehenden internen Reformen der Weltbank (etwa die Stimmrechtsverteilung) vorangebracht werden und die Mittel noch effizienter als bisher eingesetzt werden. Deutschland ist nach den USA und Japan drittgrößter Anteilseigner.
Menschrechte sind auch Unternehmenssache
Gudrun Kopp
Wirtschaftliche Interessen und Einhaltung der Menschenrechte sind keine Gegensätze. Es liegt im gemeinsamen Interesse von Staat und Wirtschaft, dass im Ausland operierende Unternehmen anerkannte Standards einhalten. Mehr noch: Die Einhaltung von Menschenrechts-, Sozial- und Umweltstandards trägt zum Ansehen deutscher Unternehmen und zu einem positiven Image Deutschlands bei. Dies unterstrich die Parlamentarische Staatssekretärin im BMZ, Gudrun Kopp, auf einer vom BMZ mitveranstalteten Tagung zu diesem Thema. John Ruggie, Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen für Menschenrechte und Unternehmen, machte auf der Tagung aber auch deutlich: Trotz mancher guter Ansätze kann noch mehr getan werden, um der Sozialverantwortlichkeit (Corporate Social Responsibility, CSR) global agierender Unternehmen gerecht zu werden. Das BMZ fördert zahlreiche Initiativen mit dem Ziel, dass Regierungen, Unternehmen und andere gesellschaftliche Akteure auch in Entwicklungsländern menschenrechtliche Verantwortung wahrnehmen. Auch die Arbeit von Professor John Ruggie unterstützt das BMZ.
Biologische Vielfalt – ein Schatz, der nicht verloren gehen darf
Neemfrüchte mit Schmetterlingen, Urheberrecht: BMZ
Jeden Tag sterben 150 Tier- und Pflanzenarten aus – und diese Entwicklung zu stoppen, ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Denn die Biodiversität zu zerstören, bedeutet, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Lebensgrundlagen zu zerstören. Die Leidtragenden sind wir alle – und vor allem sind es die Menschen in den Entwicklungsländern, wo 80 Prozent aller Arten beheimatet sind. Darauf machten anlässlich der Eröffnungsfeierlichkeiten zum "Internationalen Jahr der Biodiversität" und einer WWF-Tagung zum Thema die parlamentarische Staatssekretärin Gudrun Kopp und Staatssekretär Hans-Jürgen Beerfeltz aufmerksam. Beerfeltz: "Es besteht äußerste Alarmstufe." Ein wichtiges Ziel der BMZ-Arbeit ist es deshalb, die Vielfalt der Erde besser zu schützen – und die Entwicklungsländer am Wert dieses Schatzes angemessen zu beteiligen. Das BMZ hat deshalb in diesem Jahr seine Zusagen für den Erhalt der biologischen Vielfalt auf über 217 Millionen Euro erhöht. Weitere Steigerungen sind geplant. Denn klar ist auch: Die Folgen des Artenverlusts zu bewältigen, würde unvergleichlich schwerer und teurer werden als engagierter Artenschutz.
Rote Karte für Steuerhinterziehung
Logo des International Tax Compact
Ein dreistelliger Milliardenbetrag geht den Entwicklungsländern Jahr für Jahr allein durch Steuerflucht verloren – weit mehr als die rund 100 Milliarden Dollar, die sie als Entwicklungshilfe erhalten. Diese Situation zu verbessern und das entgangene Geld für die betroffenen Entwicklungsländer nutzbar zu machen, ist Ziel des "International Tax Compact" (ITC), einer BMZ-Initiative, in der multilaterale Einrichtungen, Zivilgesellschaft und Privatsektor zusammenwirken. Ein vom BMZ mitgetragener internationaler Workshop in Brüssel hat sich soeben im Rahmen der Initiative mit dem Thema befasst. Es geht darum, die Steuersysteme der Entwicklungsländer zu stärken und Steuerhinterziehung zu bekämpfen. Die EU-Kommission beabsichtigt, mit den Entwicklungsländern einen Dialog darüber aufzunehmen. Der "International Tax Compact" arbeitet an konkreten Umsetzungsvorschlägen. Hier weiterzukommen, liegt im Interesse der Entwicklungsländer ebenso wie im Interesse der Geberländer. Denn ihnen muss daran gelegen sein, Entwicklungshilfe so effizient wie möglich zu gestalten – mit dem Ziel, sie letztendlich entbehrlich zu machen.

NEUE BMZ-PUBLIKATIONEN

Deckblatt: Palästinensische Gebiete – Chancen und Herausforderungen
Palästinensische Gebiete – Chancen und Herausforderungen
Faltblatt, November 2009, 23 Seiten
Detail eines Terminkalenders. Urheberrecht: Katrin Silva

Medien und Entwicklung: Den Armen eine Stimme geben!
Medien sind für die Entwicklungszusammenarbeit wichtige Instrumente, um ein Umdenken herbeizuführen und Entwicklung voranzubringen – etwa bei der Demokratieförderung, bei der Konfliktprävention oder in Gesundheitsfragen. Anhand von konkreten Beispielen erklärt Oliver Ramme die Möglichkeiten und die Grenzen von Medien hierbei. Der Journalist und Dozent bildete unter anderem in Nampula (Mosambik) Journalisten aus und war dort maßgeblich am Aufbau des Fachgebiets Entwicklungskommunikation beteiligt.
Wann: 04.02.2010, 19:00 Uhr
Wo: InWEnt, Bad Honnef
Weitere Informationen über die Veranstaltung

 

Demographie als Herausforderung für die internationale Zusammenarbeit
Bevölkerungswachstum, Migration und Alterung gewinnen in den Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit zunehmend an Bedeutung. Damit einher gehen knappere Ressourcen, Arbeitslosigkeit, "Verteilungskämpfe" um Bildung und Gesundheit, verstärkte Migrationsbewegungen und anderes. Gleichzeitig ergeben sich für die Entwicklungsländer auch Chancen. Die Veranstaltung stellt Ansätze und Erfahrungen aus Politik, Wissenschaft und Entwicklungszusammenarbeit vor.
Wann: 08.02.2010, 17:30 Uhr
Wo: GTZ-Haus Berlin

 

Biokraftstoffe: Die zweite Generation
Sind Biokraftstoffe aus Abfall- und Reststoffen der Kraftstoff der Zukunft? Stellen sie im Gegensatz zu Biokraftstoffen der ersten Generation keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion dar? – Vorstellung der Studie "Sustainable Production of Second-Generation Biofuels", die Strategien zum Umgang mit den Risiken wie den Nutzungschancen beschreibt.
Wann: 09.02.2010, 14:00 Uhr
Wo: GTZ-Haus Berli

 

Bilder aus dem südlichen Afrika
Gegenseitiges Verständnis und Sensibilität für die Kultur des Anderen bestimmen nicht zuletzt den Erfolg oder Misserfolg der Entwicklungszusammenarbeit. Der Dialog durch Kunst und über Kunst lehrt viel über die jeweilige Kultur und weckt Interesse füreinander. Vor diesem Hintergrund zeigt die GTZ zeitgenössische Gemälde und Grafiken aus Botsuana, Lesotho, Namibia, Sambia, Simbabwe, Südafrika und Tansania. Alle Bilder sind verkäuflich.
Wann: bis 12.02.2010
Wo: GTZ, Eschborn

 

Mexiko: Markt für erneuerbare Energien und Energieeffizienz
Mexiko verfügt über enorme Potenziale für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, die bislang nur begrenzt genutzt werden. Die schrittweise Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen in Mexiko eröffnet neue Marktperspektiven. – Deutsche Unternehmen berichten über erste Erfolge auf dem mexikanischen Markt. Informationstag für Unternehmen.
Wann: 23.02.2010, 09:30 Uhr
Wo: InWEnt, Berlin
Weitere Informationen über die Veranstaltung

 

Quo Vadis Europa? Entwicklungspolitische Herausforderungen
Wo muss Europa handeln, wenn seine Politik in den nächsten fünf Jahren die globale Entwicklung fördern will? Wie verändern sich die Rahmenbedingungen für Entwicklungspolitik und welche Konsequenzen hat dies für Europa? Experten geben Antwort. – Eine Veranstaltung der Reihe Bonner Impulse.
Wann: 04.03.2010, 16:00 Uhr
Wo: Haus der Geschichte, Bonn
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Glossar des BMZ
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