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Zukunftsforum

Globalisierung gerecht gestalten


Mit der Veranstaltungsreihe "Zukunftsforum: Globalisierung gerecht gestalten" sucht das Bundesentwicklungsministerium aus unterschiedlichen Blickrichtungen Antworten auf die Frage "Wie gestalten wir die Welt von morgen?"

Ziel ist es, innovative Denkanstöße zu geben und gleichzeitig einen Austausch zwischen verschiedenen Politikfeldern anzustoßen um dadurch im Sinne der Agenda 2030 die Kohärenz zwischen den Politikfeldern zu stärken.

Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist nur auf Einladung möglich.


Drittes Zukunftsforum: "Neue Partnerschaft mit Afrika"

Aufzeichnung der Veranstaltung vom 15.2.2017

Nach einer Einführung durch Bundesminister Dr. Gerd Müller hielt Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Horst Köhler beim dritten Zukunftsforum eine Grundsatzrede zum Thema "Welt im Umbruch, Afrika im Aufbruch – passt unsere Entwicklungspolitik noch ins 21. Jahrhundert?"

Anschließend diskutierten Köhler und Müller mit dem beninischen Planungsminister Bio Tchané und Amadou Diallo von DHL Global Forwarding sowie mit Jugendlichen aus Afrika und Deutschland.

Bundesminister Müller: "Gerecht gestaltete Globalisierung braucht eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Perspektive unserer afrikanischen Partner. Afrika ist ein Wachstumskontinent, seine Bevölkerung wird sich bis 2050 verdoppeln und Afrika damit der jüngste Kontinent der Erde sein, mit einem enormen Potenzial für den Aufbruch, für Innovationen und Veränderungen. Aber Afrikas Jugend braucht Perspektiven. Heute sind 60 Prozent der jungen Leute arbeitslos. Das ist vor allem eine Herausforderung für die Regierungen des Kontinents. Aber auch wir müssen uns in einer neuen Dimension politisch, kulturell und wirtschaftlich engagieren. Deshalb unsere Eckpunkte für einen Marshallplan mit Afrika."

Bundespräsident a.D. Horst Köhler: "Der Marshallplan, den Minister Müller vorgelegt hat, gibt konkrete Anhaltspunkte: Wir brauchen internationale Steuergesetze und Regeln, die den illegalen und unmoralischen Kapitalabfluss aus Afrika stoppen. Wir brauchen Handelsverträge, deren Priorität die Schaffung von Arbeitsplätzen in Afrika ist, nicht der Schutz der europäischen Agrarindustrie. Wir brauchen internationale Finanzmärkte, die das hohe Sparaufkommen der alternden Gesellschaften in Europa so sicher wie möglich mit dem hohen Investitionsbedarf in den jungen Gesellschaften Afrikas verbinden. Wir brauchen ein Klimaregime, das die globale Erderwärmung ernsthaft bremst und denjenigen Ländern bei der Anpassung hilft, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, aber am meisten darunter leiden."

Köhler rief in seiner Rede insbesondere dazu auf, der afrikanischen Jugend selbst noch stärker den Kompass in die Hand zu geben. Nirgendwo sei der Abstand zwischen dem Durchschnittsalter der Bevölkerung und dem Durchschnittsalter der politischen Führung so groß. Darum sei die Frage der Jugendpartizipation in Afrika eine der wichtigsten Fragen für die afrikanische Demokratie.


Zweites Zukunftsforum:
"Faire Bedingungen für Welthandel und Investitionen"

Aufzeichnung der Veranstaltung vom 15.12.2016

Fairer Welthandel und Investitionen sind Voraussetzungen dafür, dass Entwicklungsländer wirtschaftlich wachsen und Armut bekämpfen können. Langfristig können diese Ziele nur durch nachhaltiges Wachstum erreicht werden.

Beim zweiten BMZ-Zukunftsforum haben Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel darüber diskutiert, wie die Rahmenbedingungen aussehen müssen, damit Entwicklungsländer in Zeiten der Globalisierung faire Wachstumschancen haben.

Die beiden Bundesminister stellten ihre neue Initiative für mehr Investitionen in und Handel mit Afrika vor. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das BMZ tragen mit der Initiative dazu bei, dass mehr deutsche und afrikanische Unternehmen in afrikanischen Staaten nachhaltig wirtschaftlich aktiv sind.

Bundesentwicklungsminister Müller: "Afrika ist ein Chancenkontinent. Die deutsche Wirtschaft ist noch zu zurückhaltend mit Investitionen, deshalb möchten wir sie motivieren, stärker in Afrika zu investieren. Dazu gehört auch, dass wir die Investitionsbedingungen verbessern helfen und Risiken absichern. Jobs schaffen Lebensperspektiven für die Menschen vor Ort und wer eine Perspektive hat, der bleibt in seiner Heimat."

Bundeswirtschaftsminister Gabriel: "Der Investitionsbedarf afrikanischer Staaten ist enorm. Technik und Know-how 'Made in Germany' sind besonders gefragt. Das bietet wichtige Chancen für beide Seiten, sowohl für deutsche Unternehmen, aber natürlich auch für die Wirtschaft der afrikanischen Staaten. Daher wollen wir hier die Investitionsbedingungen weiter verbessern. Die Öffnung unserer Deckungspolitik für zahlreiche Länder Subsahara-Afrikas Ende 2014 war hierfür ein erster wichtiger Schritt."

Mit der Initiative soll der Handel in beide Richtungen und damit auch die Wirtschaft in den afrikanischen Partnerländern gestärkt werden. Unternehmensgründungen in afrikanischen Ländern werden durch die Initiative mit Beratung und Training zu Geschäftsmodellen, durch innovative Gründerzentren und Zugang zu Finanzierungen ganz konkret unterstützt. Die Initiative umfasst neben Informationsangeboten für deutsche Unternehmen auch Finanzierungsinstrumente in Zusammenarbeit mit Banken, Exportkredit- und Investitionsgarantien des Bundes.


Erstes Zukunftsforum am 25.10.2016:
"Eine nachhaltige Weltfinanzordnung für das 21. Jahrhundert"

Die Bundesminister Wolfgang Schäuble und Gerd Müller beim ersten BMZ-Zukunftsforum zum Thema "Globalisierung gerecht gestalten"

Zum Auftakt der BMZ-Veranstaltungsreihe "Zukunftsforum: Globalisierung gerecht gestalten" begrüßte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller am 25. Oktober 2016 den Bundesminister der Finanzen, Wolfgang Schäuble, als Gastredner im Bundesentwicklungsministerium. Thema der Veranstaltung war "Eine nachhaltige Weltfinanzordnung für das 21. Jahrhundert".

"Wir sind die erste Generation, die die Technik, die Innovationskraft und das Wissen hat, um eine Welt ohne Hunger zu schaffen, eine Welt in Frieden, ohne Aids, ohne Tuberkulose. Aber wir sind auch die erste Generation, die durch ein 'Weiter so' den Planeten an den Rand der Apokalypse führen kann", sagte Bundesminister Gerd Müller. An wirksamen Beiträgen zur Lösung dieser Menschheitsaufgabe müsse innerhalb der Bundesregierung über die Grenzen der einzelnen Ministerien hinweg gemeinsam gearbeitet werden.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble forderte von den G20-Nationen eine größere Aufmerksamkeit für Entwicklungsländer. "Die globalen Spannungen tendieren dazu, globale Risiken zu werden. Eine stärkere Rolle und Zusammenarbeit von Entwicklungsbanken ist notwendig". Er würdigte zugleich Fortschritte der G20-Staaten bei der fairen Gestaltung der Globalisierung. Dazu gehörten Erfolge beim Kampf gegen Hunger und Armut.

Entwicklungsminister Müller betonte die Potenziale der Globalisierung: "Handel schafft Chancen und reduziert Armut. Der Armutsindex in den vergangenen Jahrzehnten ist erheblich zurückgegangen." Die Politik müsse aber durch die Gestaltung der Rahmenbedingungen den wesentlichen Beitrag für eine gerechte Globalisierung leisten. "Wir regieren in Deutschland sehr föderal und lokal. Wir brauchen aber politische Rahmenbedingungen, die mit den globalisierten Märkten Schritt halten können. Die Freiheit der Märkte braucht zum Wohl der Allgemeinheit Regeln und Grenzen", so der Minister. Dazu gehörten auch verbindliche ökologische und soziale Mindeststandards und die Stärkung und Reform von internationalen Foren wie den Vereinten Nationen und der Welthandelsorganisation.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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