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Oktober

Eröffnungsrede des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Silberhorn


anlässlich der Verleihung des Förderpreises der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung für medizinische Entwicklungszusammenarbeit am 20. Oktober 2016 in Berlin

Es gilt das gesprochene Wort!

Exzellenzen,
sehr geehrte Frau Dr. Kröner,
sehr geehrter Herr Dr. Schenk,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

Gesundheit ist eine wesentliche Grundlage für ein Leben in Würde. Gesundheit ist ein Menschenrecht und gehört zu den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung.

Der heutige Förderpreis und die Arbeit der Wettbewerbsteilnehmer tragen dazu bei, die Gesundheit von Menschen in unseren Partnerländern zu verbessern. Dafür schon jetzt meinen herzlichen Dank!

Aber ich möchte Ihr zivilgesellschaftliches Engagement auch noch in anderer Hinsicht würdigen: Die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung gehört selbst zur Zivilgesellschaft. Sie wissen deshalb, was Organisationen wie Ihre benötigen. Dieses Wissen und diese Erfahrungen geben Sie weiter. Das ist gelebte Partnerschaft!

Für mich ist die heutige Veranstaltung Ausdruck der wachsenden Bedeutung von privaten Stiftungen und Philanthropen für global nachhaltige Entwicklung. Deshalb freut es mich, dass mein Ministerium und die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung seit wenigen Wochen eine offizielle Partnerschaft verbindet. Eine solche Partnerschaft sehen wir als Beispiel und Vorbild für weitere Kooperationen mit Stiftungen.

193 Staaten haben im vergangenen Jahr der so genannten "Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung" zugestimmt.  Zu den 17 gemeinsamen Zielen für nachhaltige Entwicklung, die bis 2030 erreicht werden sollen, gehören die Beendigung von Armut und Hunger, ein gesundes Leben und Bildung. Dazu gehört auch, die Ungleichheit zu verringern, nachhaltig zu konsumieren und zu produzieren sowie den Klimawandel zu bekämpfen.

Das werden die Regierungen der Welt nicht alleine erreichen können. Es braucht die Mitwirkung aller: der Wirtschaft, der Zivilgesellschaft, der Kommunen, aber auch der Stifter und Philanthropen!

Der von den Vereinten Nationen verabschiedete Text der Agenda 2030 spricht Stiftungen und Philanthropen direkt an: "Wir sind uns der Rolle bewusst, die der breit gefächerte Privatsektor […] sowie die Organisationen der Zivilgesellschaft und philanthropische Organisationen in der Umsetzung der neuen Agenda spielen werden."

Auch wir im BMZ haben begonnen, die Arbeit deutscher Stiftungen und Philanthropen gezielter und systematischer zu fördern. Denn Stiftungen und Philanthropen verfügen über viele einzigartige Stärken:  Sie haben Wissen und Erfahrung, oft auch als Unternehmer. Sie haben wichtige Kontakte und Netzwerke, und last but not least verfügen Sie über beträchtliche Vermögen.

Stiftungen und Philanthropen stehen für beeindruckende Innovationen und neue Wege. Denn sie können oft schneller und flexibler handeln als wir. Und Sie erreichen andere Zielgruppen als wir und können noch mehr Menschen motivieren, sich zu engagieren.

Wir dagegen bringen die Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit unseren Partnerländern mit. Wir haben direkte Kontakte zu den Regierungen vor Ort und ein großes Netzwerk von Experten. Wir können die Strukturen bieten, auf denen Sie Ihre Arbeit aufbauen.

Damit wir noch stärker mit Stiftungen wie der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung zusammenkommen, bieten wir Unterstützung für die Zusammenarbeit an:

  • Wir haben eine "Servicestelle für Stiftungen und Philanthropen" ins Leben gerufen. Damit bündeln wir die Angebote und das Wissen von BMZ und unseren Durchführungsorganisationen GIZ, KfW Entwicklungsbank und Engagement Global. Ziel der Servicestelle ist es, Stiftungen und Philanthropen zu beraten und sie mit Partnern und Organisationen zu vernetzen, die ähnliche Interessen haben wie sie.
  • Gemeinsam mit der KfW Entwicklungsbank entwickeln wir Angebote zur Anlage von Stiftungskapital, dem sogenannten "Impact" oder "Mission Investment". Damit können Sie Ihr Stiftungskapital in Fonds anlegen, die entwicklungspolitisch sinnvolle und rentable Maßnahmen in Entwicklungsländern fördern.
  • Wir haben ein "Stiftungs-Matching" entwickelt. Hierbei bringen wir Stiftungen und Philanthropen mit deutschen Nichtregierungsorganisationen in Kontakt, die schon Vorhaben in Entwicklungsländern umsetzen. Und wir bieten auch direkte finanzielle Fördermöglichkeiten, sowohl im Rahmen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit im Inland, als auch bei der Durchführung von Vorhaben in Entwicklungsländern.

Unser Wissen und unsere Möglichkeiten ergänzen sich hervorragend mit denen der Stiftungen. Und wir haben auch ein großes Interesse daran, gemeinsame Initiativen zu entwickeln.

Eine solche gemeinsame Initiative haben wir mit der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung vor wenigen Tagen offiziell ins Leben gerufen:  die Klinikpartnerschaften! Deutsche und Krankenhäuser in Entwicklungsländern werden Partner. So können sie zum Beispiel von medizinischen Einrichtungen profitieren.

Dies wird eine Menge Know-how in unsere Partnerländer bringen: von der Ausbildung von Hebammen bis zu Hygienemaßnahmen zur Patientensicherheit. Die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung hat an der Entwicklung des Konzepts mitgewirkt und wird sich in einer ersten Phase finanziell mit 1,6 Millionen Euro beteiligen.

Für mich zeigt die Arbeit der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung vorbildlich, wie das Engagement einer großen deutschen Privatstiftung aussehen kann. Ich begrüße es deshalb sehr, dass die Stiftung nun auch verstärkt an die Öffentlichkeit tritt. Denn Sie und wir gemeinsam eröffnen uns damit die Chance, ein Zeichen zu setzen für ein Engagement für nachhaltige Entwicklung. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen.

Mein Dank geht auch an alle, die sich mit ihren tollen Projekten am Wettbewerb um den Preis für medizinische Entwicklungszusammenarbeit beteiligt haben. Das Beispiel der "Ein-Dollar-Brille", für die Herr Aufmuth 2014 den Förderpreis der EKFS erhielt, ist sehr vielversprechend! Ich wünsche Ihnen und den diesjährigen Preisträgern viel Erfolg in der Umsetzung Ihrer Vorhaben. Ich bin sicher, wir werden noch öfter von Ihnen hören!

Lexikon der Entwicklungspolitik

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