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Oktober

Eröffnungsrede des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Silberhorn beim United Nations Volunteers Partnerships Forum 2016


am 13. Oktober 2016 im World Conference Center Bonn

Es gilt das gesprochene Wort!

Exzellenzen,
sehr geehrte Damen und Herren,

es freut mich, das United Nations Volunteers (UNV) Partnerships Forum 2016 gemeinsam mit UN Volunteers und der Stadt Bonn zu eröffnen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist sehr gerne erneut Mitveranstalter und Mitstreiter.

Ich schätze es, dass das Forum den direkten persönlichen Austausch zu strategischen Fragen der Freiwilligenarbeit ermöglicht. Daher danke ich unseren Kolleginnen und Kollegen von UNV für die hervorragende Planung und Organisation der Veranstaltung und, dass sie es wieder Mal geschafft haben, spannende Vertreterinnen und Vertreter zur Teilnahme zu motivieren.

UNV hat sich in den letzten Jahren intensiv mit den Prioritäten der Programmländer, der Kunden und Geber auseinandergesetzt und sich so nahezu neu erfunden. Ich verstehe die offene Diskussion in dieser Veranstaltung als wichtigen Impuls für noch bessere Partnerschaften.

UNV ist sich seiner Bedeutung für die UN-Mitgliedstaaten und für das UN-Entwicklungssystem bewusst und baut darauf auf. UNV arbeitet ergebnisorientiert und entwickelt neue strategische Ansätze zum Beispiel bei Süd-Süd-Kooperationen und bei Partnerschaften mit der Privatwirtschaft.

Und wir wissen, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von UNV in der Zentrale und international hart und mit großer Leidenschaft für den Erfolg von UNV arbeiten. Dafür unser herzlicher Dank!

UNV hat sich ganz der Umsetzung der Agenda 2030 verschrieben. "Revitalizing Partnerships: Volunteerism for the Sustainable Development Goals" ist eine ambitionierte Agenda für das diesjährige Forum!

Alle Staaten sind gleichermaßen in der Verantwortung, ihren Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 zu leisten. Aber nicht nur Staaten, sondern alle Akteure sind dazu aufgerufen, an der Umsetzung mitzuwirken – je nach Rolle und Kapazitäten.

Die Wende zu nachhaltiger Entwicklung kann nicht von oben verordnet, sondern muss von unten gelebt werden. Nichtregierungsorganisationen und Freiwilligenorganisationen, sprich die Zivilgesellschaft, spielen dabei eine wichtige Rolle.

Denn Freiwilligenarbeit kann gesellschaftliche Ansätze und Lösungen finden. Freiwilligenarbeit bildet soziales Kapital, indem es den Zusammenhalt von Gesellschaften fördert und marginalisierten Gruppen eine Stimme gibt.

Darum ist es auch so wichtig, dass UNV mit einem internationalen Netzwerk von Freiwilligengruppen aktiv die Umsetzung der Agenda 2030 mitgestaltet!

Freiwilligenarbeit benötigt die Unterstützung von Regierungen und der internationalen Gemeinschaft, insbesondere wenn es um Pionierarbeit geht. Wir unterstützen deshalb den UNV Special Voluntary Fund, der es erlaubt, Pilotprogramme zu entwickeln und erfolgreiche Ansätze in größerer Skala umzusetzen. Und wir ermutigen andere UN-Mitgliedstaaten, unserem Beispiel zu folgen.

Wir schätzen auch sehr die Möglichkeit, ausgewählte Projekte direkt zu unterstützen. Zum Beispiel unterstützen wir den Friedensprozess in Mali durch Maßnahmen von UNV im Bereich der Jugendbildung.

Großes Interesse und hohe Erwartungen verbinden wir auch mit unserem Engagement für Online Volunteering und Corporate Volunteering. Beides ermöglicht innovative Lösungen zur Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft und dem Privatsektor und kann eine hohe Anzahl von freiwilligen Dienstleistungen mobilisieren.

Seit Jahrzehnten finanziert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auch direkte Personaleinsätze von Freiwilligen. Die freiwilligen Experten kommen aus Deutschland oder dem globalen Süden und werden an strategischen Schnittstellen im UN-Entwicklungssystem eingesetzt. Zurzeit unterstützen wir durch gezielte Personaleinsätze die Arbeit von einem Dutzend der UN Resident Coordinators, die die UN-Organisationen auf Länderebene koordinieren.

Besonders freut es uns, dass UNV diese erfolgreiche Arbeit in unserer unmittelbaren Nachbarschaft Bonn durchführt! Deutschland ist stolz darauf, seit nunmehr 20 Jahren der Sitzstaat von UNV zu sein.

Als eine der ersten größeren UN-Organisationen, die nach Bonn kamen, hat UNV eine wesentliche Rolle dabei gespielt, die UN-Organisationen in Bonn miteinander zu vernetzen und neue an den Standort zu bringen. Dies verdanken wir besonders dem Leiter von UNV, also Ihnen, Richard Dictus.

Ich spreche Ihnen meinen außerordentlichen Dank und meine tiefe Anerkennung für Ihre Arbeit aus. Sie haben die strategische Neuausrichtung von UNV mit großem Nachdruck und hoher Dynamik vorangetrieben und sich erfolgreich für den Ausbau des UN-Standortes Bonn engagiert. Unsere Zusammenarbeit war vertrauensvoll und eng, zum Beispiel bei der Einführung des Strategic Framework 2014–2017.

Es ist Ihr Verdienst, dass UNV seine Möglichkeiten und Potenziale kennt und sich die Partnerschaften mit Regierungen und UN-Organisationen verfestigt haben. Ich wünsche Ihnen alles Gute für die neuen Herausforderungen, denen Sie sich in Kairo stellen werden. Wir werden Sie in Bonn vermissen.

Die nunmehr 19 UN-Einrichtungen mit ihren rund 1.000 Beschäftigten sowie die Vielzahl an nationalen und internationalen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen in Bonn zeigen deutlich auf, welche Entwicklung die Stadt in den letzten 20 Jahren genommen hat.

Und es geht weiter! In den letzten Monaten bezogen zwei für die Umsetzung der Agenda 2030 wichtige Organisationen ihre Büros im Haus Carstanjen: Das UN System Staff College mit ihrem Knowledge Center for Sustainable Development. Und das SDG-Kampagnenbüro der Vereinten Nationen. 2017 will UNIDO ein Büro in Bonn eröffnen.

Herzlichen Dank den Teilnehmern, die aus aller Welt nach Bonn gekommen sind. Ich bin zuversichtlich, dass diese Konferenz klären wird, wie Freiwilligenarbeit die Agenda 2030 begleiten und mit umsetzen kann.

Vielen Dank!

Lexikon der Entwicklungspolitik

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