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Mai

Auf einer Wellenlänge


Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und die DW Akademie setzen auf eine strategische Partnerschaft

Artikel des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Silberhorn für die Zeitschrift "Politik & Kultur" des Deutschen Kulturrates (Ausgabe Mai/Juni). Die gesamte Ausgabe finden Sie hier (PDF 8 MB).

Kann eine Welt ohne Meinungsfreiheit gerecht sein? Können Menschen ihr Leben frei gestalten, wenn sie keinen Zugang zu Informationen haben? Die Antwort lautet ganz einfach: Nein. Eine gerechte Welt braucht Meinungsfreiheit, Dialog und Menschen, die sich auf der Grundlage von freien Informationen eine Meinung bilden und mitreden können.

Meinungsfreiheit und der Zugang zu Informationen spielen eine Schlüsselrolle für Entwicklung. Und sie sind das Kerngeschäft der Deutschen Welle (DW). Der deutsche Auslandsrundfunk steht für ein seriöses und umfassendes Informationsangebot, das über Internet, TV und Radio weltweit zu empfangen ist. Unter diesem Dach arbeitet die DW Akademie weltweit im Rahmen von Projekten mit Partnerorganisationen daran, leistungsfähige, freie und vielfältige Medienlandschaften zu gestalten. Seit 2013 bündelt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Projekte im Bereich Meinungsfreiheit und Medienentwicklung bei der DW Akademie. Mit ihrem Engagement bereichert sie die deutsche Entwicklungspolitik – unter anderem auch in Zusammenarbeit mit Durchführungsorganisationen wie der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Ein Leben in Würde ist nur möglich, wenn sich alle frei und ohne Angst informieren und äußern können. Medien sind eine Plattform für den Dialog. Sie sind ein Grundpfeiler einer demokratischen Öffentlichkeit. Sie tragen zum Bewusstsein über die politischen Verhältnisse bei. Sie sorgen für Transparenz. Und sie stärken gute Regierungsführung, weil sie die politischen Akteure zur Rechenschaft ziehen.

Wir leben heute in einer globalen Informationsgesellschaft. Politische Debatten werden weltweit geführt. Die Deutsche Welle vermittelt deutsche Perspektiven mit Hilfe eines starken Programms, ergänzt von einem crossmedialen Angebot im Internet, das weitere Hintergrundinformationen und Analysen liefert. Dazu kommt die Regionalkompetenz des Senders mit einem Medienangebot in 30 Sprachen. Egal, ob es um den Klimawandel geht, um Hungerkrisen oder die Gestaltung der globalen Finanzströme – die Werte, für die Deutschland steht, kommen weltweit zur Geltung: Freiheit, Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und sozialer Ausgleich.

Dabei spielen das Programm der DW und die Projekte der DW Akademie zusammen – wie das Beispiel Ukraine zeigt: Während die Programme auf Deutsch, Englisch und Ukrainisch ausführlich über die aktuelle politische Lage berichten, Analysen und Hintergründe liefern, unterstützt die DW Akademie lokale Medien dabei, in den Regionen des Landes eigene journalistische Angebote zu produzieren, die ausgewogen sind und die Bevölkerung ansprechen. Und sie bringt Medien und Zivilgesellschaft aus den verschiedenen Landesteilen zum Dialog zusammen.

DW-Programm und DW Akademie nutzen gemeinsame Expertise, Ressourcen und Netzwerke. Die Marke DW steht für journalistische Kompetenz und fachliche Unabhängigkeit. Sie sorgt bei den Partnern in den Kooperationsländern für Vertrauen und Anerkennung – eine Basis, von der die Projektarbeit der DW Akademie profitiert. Die DW Akademie blickt auf eine 50-jährige Geschichte zurück: Seit 1965 sind mehrere tausend Medienschaffende aus Entwicklungs- und Schwellenländern ausgebildet worden – oft mit Förderung des BMZ.

Doch längst geht ihr Angebot über die Schulung von Journalisten und Journalistinnen hinaus. Das BMZ und die DW Akademie setzen auf umfassende Ansätze: bessere rechtliche und politische Rahmenbedingungen, gute Qualifizierungschancen für Medienschaff ende und die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Medien. Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien bieten dabei große Chancen – vor allem für Dialog und Mitsprache. Neben den klassischen Medienhäusern spielen zivilgesellschaftliche Organisationen und auch staatliche Partner immer öfter eine zentrale Rolle.

Auf dem sich öffnenden Medienmarkt in Myanmar besteht beispielsweise ein großer Bedarf an professionell ausgebildeten Journalisten und Journalistinnen. Deshalb unterstützt das BMZ die Gründung des Myanmar Journalism Institute. Es hilft außerdem beim Aufbau eines Presserates und fördert lokale Community-Medien für ethnische Minderheiten. An Schulen in den Palästinensischen Gebieten lernen Jugendliche nun Medien kompetent zu nutzen, um sich für ihre Anliegen Gehör zu verschaffen. In Uganda wird ein parlamentarisches Forum gefördert, in dem Abgeordnete, Journalisten und Menschenrechtsexperten gemeinsam die Medien- und Meinungsfreiheit stärken. Und in Ghana unterstützt die deutsche Entwicklungspolitik Menschen und Medien dabei, Informationen von öffentlichen Stellen einzufordern.

Während die DW-Programme sich vor allem an Entscheidungsträger richten, konzentrieren sich die Projekte der DW Akademie in der Regel auf die besonders benachteiligten Gruppen: Jugendliche in sozial schwachen Randgebieten der großen Städte zum Beispiel in Afrika; Menschen auf dem Land, wo das mediale Angebot oft unzureichend ist; indigene Minderheiten, die bei nationalen Debatten zum Beispiel in Lateinamerika übergangen werden. Die Deutsche Welle vermittelt im globalen Dialog und stärkt die Stimmen der Menschen vor Ort. Beides ist notwendig, damit jeder Mensch eine gerechte Entwicklungschance erhält.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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