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September

"Tourismus für nachhaltige Entwicklung"


Rede des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel zur Partnerschaft des BMZ mit dem Bundesverband der deutschen Tourismuswirtschaft

13. September 2016, Berlin

Es gilt das gesprochene Wort!

Liebe Kolleginnen und Kollegen des Deutschen Bundestages,
sehr geehrter Herr Rabe,
sehr geehrte Damen und Herren,

"Die beste Bildung findet der gescheite Mensch auf Reisen" – das hat schon Goethe gewusst.

Und aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Von jeder Reise, die ich für das BMZ unternommen habe, bin ich gescheiter wiedergekommen.

In jedem Land, das ich bereist habe, habe ich etwas Neues gesehen und etwas Neues gelernt – und habe dieses neue Wissen mitgebracht damit möglichst Viele davon profitieren können.

Das ist Dialog!

Und um Dialog, um den Austausch von neuen Erkenntnissen, soll es heute gehen.

Ich freue mich daher, dass Sie unsere Einladung angenommen haben.

Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller, hat auf der diesjährigen Internationalen Tourismusbörse gemeinsam mit dem Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, Herr Dr. Michael Frenzel, eine Partnerschaft ins Leben gerufen.

Eine Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung.

Das heutige Treffen ist der Auftakt dieser Kooperation.

Die Tourismusbranche ist ein wahrer Wirtschafs- und Beschäftigungsmotor: Er generierte 2015 knapp 10 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) und weltweit 9,5 Prozent aller Arbeitsplätze.

In vielen unseren Partnerländern ist die Tourismusbranche der wichtigste Wirtschaftszweig.

Für ein Drittel aller Entwicklungsländer erwirtschaftet der Tourismus die meisten Devisen. Für die Hälfte der ärmsten Länder (least developed countries, LCD) mehr als 40 Prozent des BIP.

Tourismus ist dann ein Hebel für die gesamte Entwicklung eines Landes: Infrastruktur wird verbessert, es kommen verstärkt Aufträge für die lokale Wirtschaft. Gerade arme Menschen vom Land finden oft Beschäftigung in der Tourismusbranche. Und Frauen profitieren besonders – denn zwei Drittel aller Jobs im Tourismus werden von Frauen ausgeübt.

Terroranschläge oder Natur-Katastrophen wirken sich dann umso verheerender auf die gesamte Wirtschaft aus. Das mussten auch viele Länder des nördlichen Afrikas erleben. Die Tourismusbranche dieser Länder hat in den letzten Jahren viele Rückschläge hinnehmen müssen.

Der Tourismus birgt aber selber Gefahren. Ein ungezügelter Massentourismus strapaziert unsere Erde: Knappe Ressourcen werden noch knapper. Naturschätze sind durch Massentourismus gefährdet. CO2-Emissionen steigen, allein das Fliegen verursacht 40 Prozent der Emissionen in der Tourismusbranche.

Wir brauchen daher einen nachhaltigen Tourismus. Einen Tourismus, der die Umwelt schont und das Klima schützt.

Wie soll der Tourismus der Zukunft genau aussehen?

Auf diese Fragen wollen wir heute nach Antworten suchen.

Mit der Tourismuswirtschaft verbindet uns schon eine langjährige Zusammenarbeit:

Aktuell haben wir acht gemeinsame Projekte: Zum Beispiel fördern wir in Tunesien gemeinsam mit TUI die Ausbildung von Frauen im Bereich Tourismus und Hotellerie.

Mit unseren Partnerländern haben wir aktuell 65 Projekte im Bereich des Tourismus: So stärken wir zum Beispiel in Marokko bewusst den Tourismus im ländlichen Raum, um die Infrastruktur und die Beschäftigung in  strukturschwachen Gebieten zu fördern.

Ich bin besonders froh, dass so viele Nichtregierungsorganisationen heute da sind. Denn sie haben ein anderes Wissen, einen anderen Erfahrungsschatz, der uns helfen kann.

Im gemeinsamen Dialog können wir neue Ansätze finden und mit Partnern diese dann auch umsetzen.

Wir werden heute nicht alle Fragen beantworten können. Aber, um es nochmal mit Goethe zu sagen:

"Man reist nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen."

Wir haben diese Partnerschaft gegründet, um mit Ihnen gemeinsam im Dialog nach nachhaltigen Lösungen zu suchen.

Und diese gemeinsame Reise beginnt erst.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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