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Mai

"Eine neue Partnerschaft mit den Religionen"


Rede von Bundesminister Gerd Müller beim Humanitären Weltgipfel in Istanbul am 23.05.2016

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Damen und Herren,

Religionsgemeinschaften gehören zu den "Ersthelfern" in jeder Krise. Sie erreichen Menschen auch noch dort, wo staatliche Strukturen nicht mehr funktionieren, zum Beispiel in der Zentralafrikanischen Republik oder im Südsudan.

Religion verbindet. Sie trennt uns nicht. 80 Prozent der Menschen in der Welt sind religiös, glauben an ihren Gott.

Religionen sind Partner für den Wandel in der Welt. Die deutsche Entwicklungspolitik hat sich in einer neuen Strategie verpflichtet, die Zusammenarbeit mit den Religionen auszubauen.

Auch die Vereinten Nationen sollten die Religionsgemeinschaften als gleichberechtigte Partner einbeziehen.

Wir müssen auch kleineren Organisationen ermöglichen, ihren Beitrag zu leisten – nicht nur den großen, internationalen. Deshalb wird Deutschland lokale religiöse Organisation beim Ausbau ihrer Kapazitäten unterstützen.

Die Religionen müssen in die Umsetzung der Agenda 2030 einbezogen werden. Dafür haben wir mit anderen Gebern und multilateralen Organisationen die "International Partnership on Religion and Sustainable Development" gegründet. Ich lade Sie zum Mitmachen ein!

Damit wir gemeinsam die globalen Herausforderungen bewältigen können, müssen sich aber auch die Religionsgemeinschaften ihrer Verantwortung stellen. Dazu gehört, den Extremismus in den eigenen Reihen zu bekämpfen und sich konsequent gegen Diskriminierung, Hass und Gewalt und für den Frieden einzusetzen. Und selbstverständlich müssen auch religiöse Organisationen ihre Arbeit an internationalen Standards ausrichten. Ihre Hilfsprojekte müssen allen zugutekommen und nicht nur der eigenen Gemeinschaft.

Für den Schutz religiöser und kultureller Vielfalt sind sowohl Religionen als auch Staaten verantwortlich. Nur dort, wo Religionsfreiheit als fundamentales Menschenrecht gewährleistet ist, ist ein Leben in Würde für alle möglich.

Gerechtigkeit, Toleranz, das Ja zum Leben: Gemeinsame Werte verbinden uns über alle Religionsgemeinschaften hinweg. Ein Weltethos der Verantwortung, des Friedens zwischen den Menschen, den Völkern, den Religionen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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