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Februar

"weltwärts – die neue Süd-Nord-Komponente"


Grußwort von Bundes­ent­wick­lungs­mi­nister Dr. Gerd Müller am 20.02.2014

Es gilt das gesprochene Wort!

Exzellenzen,
sehr geehrte Vertre­terinnen und Ver­treter der zivil­gesell­schaftlichen Träger­organi­sationen,
liebe weltwärts-Frei­willige aus Deutsch­land und der Welt,
sehr geehrte Mitar­beiterinnen und Mitarbeiter der En­gage­ment Global,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, Sie zur Auftakt­veranstaltung der neuen Süd-Nord-Kom­ponente unseres weltwärts Programms zu begrüßen.

Vor 6 Jahren, im Jahr 2008, sind die ersten deutschen weltwärts-Frei­willigen aufgebrochen. Sie wollten den eigenen Hori­zont erweitern, im Ausland mit ihren Gast­gebern anpacken und gleichzeitig von- und mitein­ander lernen. Mittler­weile ist weltwärts ein wesent­licher Eck­pfeiler der ent­wick­lungs­po­litischen Enga­gement­förderung und unserer Inlands­arbeit. Das Pro­gramm und die vielen be­geisterten Frei­willigen sind die beste Wer­bung für unser in­ter­na­ti­o­nales En­gage­ment.

Weltwärts ist für das BMZ unverzicht­bar geworden!

Die Zahlen zum Pro­gramm, aber auch die 2011 ab­geschlossene Evaluierung sprechen eine ein­deutige Sprache: weltwärts trifft das Interesse und die Wünsche vieler junger Erwachsener und unserer Partner vor Ort. Mittler­weile arbeiten und lernen jedes Jahr weit über 3.000 junge Frei­willige in mehr als 70 Ländern Afrikas, Asiens, Latein­amerikas und Ost­europas.

Heute begrüße ich bereits unsere 20.000ste welt­wärts-Frei­willige. Herzlich will­kommen, Frau Tiffany Jenkins. In Kürze werden Sie Ihren Dienst auf den Philippinen an­treten. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Freude bei Ihrer Arbeit für den Schutz der Men­schen­rech­te. Hier in Deutsch­land haben Sie sich bereits für Amnesty In­ter­national engagiert. Ich finde es toll, dass Sie Ihren Einsatz nun auf den Philippinen weiterführen. Schon jetzt vielen Dank dafür.

Meine Damen und Herren,

unsere durch weltwärts geförderte globale Partner­schaft soll keine Einbahnstraße sein. Das klingt jetzt nicht nur einfach gut. Sondern das ist ein konkretes Ergebnis unserer Evaluierung von vor drei Jahren. Wir wollen Austausch in beide Rich­tungen, und deshalb stellen wir Ihnen heute eine neue Pro­gramm­kom­ponente vor, nämlich "Süd-Nord".

Mit Süd-Nord ist es jetzt auch jungen Menschen aus unseren Partner­ländern möglich, einen Frei­willigen­dienst in Deutsch­land zu leisten.

Anfang November hat die drei­jährige Pilot­phase begonnen. Die Frei­willigen, die nach Deutsch­land kommen, werden von den uns be­kannten weltwärts-Partner­organi­sationen ausgewählt. Dadurch ist die Qualität des Pro­gramms gesichert. Und gleich­zeitig stärkt das die Zu­sam­men­ar­beit zwischen der Zivil­ge­sell­schaft in Deutsch­land und in unseren Partner­ländern.

Wir setzen den neuen Pro­gramm­teil in Ko­operation mit dem Bun­des­freiwilligen­dienst des Familien­ministeriums um. Das BMZ ist und bleibt aber der Garant dafür, dass weltwärts auch in Zukunft sein klares ent­wick­lungs­politisches Profil behält. Für die gute Zu­sam­men­ar­beit ent­sprechend unserer jeweiligen Zu­ständigkeiten und Expertise bedanke ich mich herzlich.

Mit der Einführung der Süd-Nord-​Kom­ponente kommen wir nicht nur einer lang­jährigen For­derung der Zivil­ge­sell­schaft nach. Auch aus den Reihen der nach Deutsch­land zurück­gekehrten Frei­willigen wurde dieser Wunsch laut­stark geäußert, ebenso wie von vielen unserer Partner­länder. Rezi­prozität war und ist das Stich­wort!

Unser Anspruch an Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit ist Partner­schaft auf Augen­höhe. Diese fängt im Kleinen an, von Mensch zu Mensch. Durch die Süd-Nord-Kom­ponente stärken wir deutlich die Pers­pektive unserer Partner im welt­wärts-Programm. Beide Seiten lernen voneinander und profi­tieren vom inter­kulturellen Aus­tausch. Beide Seiten können sich besser verstehen und Vorurteile abbauen. Und beide Seiten legen so den Grund­stein für die in­ter­natio­nale Kooperation der Zukunft.

Meine Damen und Herren,

Anfang Dezember sind die ersten Süd-Nord-Frei­willigen in Deutsch­land an­gekommen. Vielleicht wird seine Exzellenz, Botschafter Amadeu Paulo Samuel da Conceição, ein paar Worte zu Lionel Dzidzi aus Mosambik sagen. Er arbeitet in Greifswald in der ent­wick­lungs­po­liti­schen Bildung mit.

Ich will Ihnen nur ganz kurz zwei unserer Gäste aus Kamerun vorstellen.

Sandrina Tanlaka ist 20 Jahre alt. Letztes Jahr hat sie die High School abgeschlossen und engagiert sich in der Kirchen­gemeinde und für den Sport. Jetzt hilft sie in Limburg in der Pfarrei St. Antonius mit.

Claris Yufenyuy ist 23 und hat einen Bachelor an der Government Technical High School gemacht. Auch sie hat sich lange in der Gemeinde­arbeit und der Jugend­vertretung eingebracht. Seit Dezember arbeitet sie in Wiesbaden in der Kinder­tagesstätte St. Bonifatius mit.

Inzwischen haben bereits 14 Frei­willige ihren Dienst in Deutsch­land be­gonnen, unter anderem auch aus Bolivien, Kolumbien, Mexiko und Chile. Ich begrüße Sie alle ganz herzlich in unserem Land!

Ins­gesamt werden dieses Jahr 150 Frei­willige aus Latein­amerika, Afrika, Asien, Mittel- und Ost­europa nach Deutsch­land kommen. Das enorme Interesse hat die Zahl der Plätze sogar noch weit über­troffen und zeigt deutlich, wie wichtig die Einführung von Süd-Nord ist.

Die Freiwilligen arbeiten in ganz vielen Bereichen: in der Kinder­betreuung, in Umwelt­projekten oder in der ent­wick­lungs­po­litischen Bildungs­arbeit. Das Programm umfasst auch Seminare zu ent­wick­lungs­po­litischen Themen wie zum Beispiel Globa­lisierung, Welt­handel oder dem Kampf gegen den Hunger. So bleibt auch bei uns in Deutsch­land die Ent­wick­lungs­po­li­tik ein zen­traler Be­stand­teil des Frei­willigen­diensts.

Gleich­zeitig können wir hier in Deutsch­land durch den Aus­tausch mit in­ter­na­ti­o­nalen Freiwilligen neue Zielgruppen für ent­wick­lungs­po­litische Themen erreichen.

Und die Süd-Nord-Teil­nehmen­den können nach der Rück­kehr unsere Bot­schafter in ihren Heimat­ländern sein. Der Kreis schließt sich also.

Ich bin mir sicher, dass das unserer Zu­sam­men­ar­beit sehr gut tun wird. Wirksame Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit braucht Menschen, die sich einbringen, überall auf der Welt.

Menschen wie Sie, liebe Frei­willige. Vielen Dank, dass Sie sich hier in Deutsch­land engagieren.

Mein Dank gilt auch den Mit­arbeiterinnen und Mit­arbeitern des BMZ,  der En­gage­ment Global und der Zivil­ge­sell­schaft, die weltwärts mit ihrem tag­täglichen Einsatz zu einem Gemein­schaftswerk werden lassen. Weltwärts ist für mich der lebende Beweis, was Staat und Zivil­ge­sell­schaft gemein­sam erreichen können.

Ich wünsche mir, dass die Ent­wick­lungs­po­li­tik insgesamt von diesem Gemein­sinn getragen wird. Deshalb will ich mit allen In­teressierten in der deutschen Ge­sell­schaft eine nationale Zukunfts­charta ent­wickeln, die Ende des Jahres in einen großen Eine-Welt-Kon­gress münden soll. Schon jetzt meine herzliche Ein­ladung dazu.

Sie alle hier setzen sich ein für den Erhalt unserer Schöpfung, für eine gerech­te Welt und eine bessere Zukunft. Ich hoffe, dass Sie dieses En­gage­ment mit uns fort­setzen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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