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Ernährungssicherung

Minister Müller zu Welternährung: "Eine Welt ohne Hunger ist möglich – wir brauchen eine grüne Agrarrevolution"


Veredelung von Cashewpflanzen in der Cashew Research Station in Wenchi, Ghana

Pressemitteilung vom 12.10.2020 |

Berlin – Zum Start der Welternährungswoche stellt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller die Studien zweier weltweit renommierter Forschungsinstitute zur Überwindung der globalen Hungerkrise vor.

Minister Müller: "Bei der Reduzierung der weltweiten Hungerzahlen waren wir auf einem guten Weg. Allerdings macht die Coronakrise jetzt viele Fortschritte zunichte: Bis zu 130 Millionen Menschen fallen durch Corona in Hunger und Armut zurück. Jeden Tag verhungern immer noch 15.000 Kinder. Wir können und müssen das ändern. Denn Hunger ist und bleibt der größte vermeidbare Skandal. Der Planet hat die Ressourcen, zehn Milliarden Menschen zu ernähren. Die neuen Studien zeigen, mit einer grünen Agrarrevolution und Investitionen von jährlich 14 Milliarden Dollar zusätzlich durch die Industrieländer lässt sich das Ziel in den nächsten zehn Jahren erreichen. Dies darf nicht am politischen Willen scheitern."

Auf der Konferenz "Eine Welt ohne Hunger ist möglich – Was zu tun ist" am Dienstag, den 13. Oktober (Livestream morgen ab 10.00 Uhr auf www.bmz.de) stellen die Wissenschaftler mit Bundesentwicklungsminister Müller die Ergebnisse zweier neuer Studien vor, unter anderem der Cornell University, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), des International Food Policy Research Institute und des ZEF. An der Konferenz nehmen Wirtschaftsnobelpreisträger Professor Banerjee, Bill Gates und weltweit führende Agrarwissenschaftler teil.

Minister Müller: "Die neue Studien zeigen: mit jährlich 14 Milliarden Dollar zusätzlich bis 2030 können die Industrieländer die notwendigen Investitionen finanzieren. Auch die Entwicklungsländer müssen Land- und Ernährungswirtschaft zum Schwerpunkt machen und die vergleichbare Investitionen erbringen. Damit könnten 500 Millionen Menschen bis 2030 den Hunger überwinden, die Einkommen der Kleinerzeuger verdoppelt und eine klimaresistente Landwirtschaft aufgebaut werden. Das ist absolut machbar und erfordert jetzt politisch richtungsweisende Entscheidungen! Der Friedensnobelpreis an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen ist deshalb das richtige Zeichen zur richtigen Zeit."

Die Wissenschaftler schlagen vor, die Mittel auf folgende Schwerpunkte zu konzentrieren:

  • eine nachhaltige Landwirtschaft, besseres Saatgut, eine zielgenaue Bewässerung für mehr Produktivität. Um alle Menschen zu ernähren, muss die Landwirtschaftsproduktion bis 2050 um 60 Prozent steigen.
  • Volle Teilhabe der Frauen an Grund und Boden, an Krediten und Ausbildungsprogrammen
  • Reformen, um den innerafrikanischen Handel zu steigern und Kleinbauern den Marktzugang zu steigern, wie faire EU-Handelsabkommen und ein erleichterter Zugang zum EU-Markt

Müller weiter: "Deutschland geht hier voran. Wir investieren rund zwei Milliarden Euro pro Jahr in Ernährungssicherung und ländliche Entwicklung. Das ist doppelt so viel wie 2013. Damit werden wir beispielsweise die Ernährung von 20 Millionen Menschen sichern und haben bereits acht Millionen Menschen aus Hunger und Mangelernährung geführt. Wenn alle Geber ihr Engagement erhöhen, ist EINEWELT ohne Hunger bis 2030 zu erreichen."

Nachdem sich 20 Jahre lang die weltweite Hungersituation verbessert hatte, nahm die Zahl der Hungernden in den letzten Jahren wieder zu und ist im letzten Jahr auf 690 Millionen Menschen gestiegen. Das liegt an Konflikten und Bürgerkriegen wie im Krisenbogen um Syrien und dem Jemen. Hinzu kommt die Heuschreckenplage in Ostafrika. Der Klimawandel und Corona verschärfen die Lage weiter.

Unter den folgenden Links können die beiden neuen Studien heute ab 17.00 Uhr abgerufen werden:

www.bmz.de/zef-fao_publikation

www.bmz.de/Ceres2030-Studie

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