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Earth Overshoot Day

Minister Müller zum Erdüberlastungstag 2020: Raubbau an der Schöpfung für Corona-Krise mitverantwortlich


Erdkugel

Pressemitteilung vom 22.08.2020 |

Berlin/Washington – Am 22. August ist der sogenannte Erdüberlastungstag. Das ist der Tag im Jahr, ab dem die Menschheit rechnerisch mehr natürliche Ressourcen verbraucht hat, als unser Planet regenerieren kann. Er liegt in diesem Jahr etwas später als in den vergangenen Jahren wegen der Corona-Krise. 1987 fiel der Weltüberlastungstag allerdings noch auf den 19. Dezember.

Zum diesjährigen Erdüberlastungstag (Earth Overshoot Day) erklärt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller:

"Wir brauchen ein radikales Umdenken in der globalen Wirtschaft, um Mensch und Natur besser zu schützen. Unser Ziel muss sein, dass der Erdüberlastungstag auch ohne Corona jedes Jahr später stattfindet. Die Corona-Krise ist ein Weckruf für uns alle: Wir dürfen nicht zur Normalität der alten Globalisierung zurückkehren. Die Menschheit verbraucht über das gesamte Jahr die natürlichen Ressourcen von 1,7 Erden. Viel zu lange schon nehmen wir den Raubbau an der Natur hin, wie die Rodung der Regenwälder. Das ist ein Grund, warum immer mehr Infektionskrankheiten – wie das Corona-Virus – von Tieren auf Menschen überspringen.

Eine weitere Folge ist der fortschreitende Klimawandel. Deswegen müssen wir beim Weg aus der Krise die Weichen für eine klimaneutrale Entwicklung stellen.

Dazu arbeiten wir auch eng mit dem Internationalen Währungsfonds zusammen. Wir müssen diesen Weg konsequent weitergehen – auch durch ein ehrgeiziges Innovations- und Investitionspaket für den Ausbau erneuerbarer Energien in Afrika und Indien. Das eröffnet auch neue Märkte und Chancen für deutsche und europäische Unternehmen, auch für den Weg aus der Krise heraus."

Mit dem Ziel, ökologische Nachhaltigkeit zum Kernbestand des wirtschaftlichen Wiederaufbaus zu machen, arbeitet das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) eng mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zusammen. So unterstützen beide gemeinsam Schwellen- und Entwicklungsländer bei einer ökologisch nachhaltigen Reaktion auf die Corona-Krise. Erreicht werden soll zum Beispiel der Abbau von Subventionen für fossile Energieträger oder auch CO2-Bepreisungsmechanismen.

Kristalina Georgiewa, geschäftsführende Direktorin des IWF, ergänzt: "Beim Blick in die Zukunft über die Corona-Krise hinaus eröffnet sich der Welt die Chance, unsere Art zu leben neu zu gestalten und eine Welt zu schaffen, die grüner, smarter und gerechter ist. Ich bin Deutschland sehr dankbar für seine Vorreiterrolle im Bereich Klimaschutz, und wir freuen uns, unsere Partnerschaft mit dem BMZ zum Aufbau von Kapazitäten im Bereich Klima weiter auszubauen. Gemeinsam können wir Länder dabei unterstützen, ihre Institutionen zu stärken und wirksame Maßnahmen für ein klimafestes Wirtschaftswachstum für künftige Generationen zu entwickeln."

Der Erdüberlastungstag oder "Earth Overshoot Day" am 22. August erinnert daran, dass ab diesem Tag das weltweite "Guthaben" an natürlichen Ressourcen für 2020 rechnerisch verbraucht wurde. Im Lauf der letzten Jahre hat die Menschheit ihr natürliches Kapital immer früher verbraucht. Der Erdüberlastungstag wird jedes Jahr durch das Global Footprint Network errechnet.

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