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Weltbank-Jahrestagung

Minister Müller: "Schwerpunkt der Weltbank muss weiter auf Klimaschutz und Afrika liegen"

Feldarbeit in Nordkenia

Pressemitteilung vom 17.10.2019 |

Berlin/Washington, D.C. – Anlässlich der Jahrestagung der Weltbank erklärt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller:

"Globaler Klimaschutz, Engagement in den Krisenregionen und Überwindung von Hunger und Armut vor allem in Afrika: Bei den Überlebensfragen der Menschheit ist die Weltbank unser zentraler Partner. Vor allem in Subsahara-Afrika stehen wir vor großen Herausforderungen. Nach Angaben der Weltbank werden im Jahr 2030 fast 90 Prozent aller Menschen in extremer Armut in Subsahara-Afrika leben. Der Klimawandel wird die Lage weiter verschärfen. Die Weltbank geht davon aus, dass 100 Millionen Menschen bis 2030 in extreme Armut geraten, weil sie ihre Lebensgrundlage verloren haben. Deswegen stellen wir gemeinsam mit der Weltbank den Kampf gegen den Klimawandel und das Engagement in Afrika ins Zentrum. Gemeinsam arbeiten wir an einer ambitionierten Wiederauffüllung des Fonds für die ärmsten Länder im nächsten Jahr. Und wir haben die Initiative ProGreen gestartet, die in den Waldschutz in den drei größten Tropenwaldregionen der Erde, Amazonien, Zentralafrika und Indonesien, investiert."

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hatte mit dem neuen Weltbank-Präsidenten David Malpass eine stärkere Fokussierung der Arbeit auf Afrika sowie eine engere Zusammenarbeit beim Klimaschutz und zur Überwindung von Hunger und Armut vereinbart. Seit der Frühjahrstagung hatten sich Bundesminister Müller und Weltbank-Präsident Malpass mehrfach getroffen, so zum Beispiel während des Klimagipfels der Vereinten Nationen in New York und eine Woche später in Berlin. Bei dem Treffen in New York haben Bundesminister Müller und Malpass ein Abkommen zur Gründung des ProGreen-Fonds unterzeichnet. Als Initiator des internationalen Waldschutzprogramms investiert Deutschland 200 Millionen Euro.

Die aktuellen Zahlen der Weltbank zeigen auch, dass absolute Armut im globalen Maßstab abnimmt. Die Zahl der Armen ist weltweit von 1,89 Milliarden Menschen im Jahr 1990 auf 736 Millionen im Jahr 2015 gesunken. Aber zehn Prozent der Weltbevölkerung müssen immer noch mit weniger als 1,90 Dollar am Tag auskommen.

Vor allem in Afrika kommt die Armutsbekämpfung nur langsam voran: Heute leben schon mehr als die Hälfte aller absolut armen Menschen in Subsahara-Afrika, 2030 werden es 85 Prozent sein. Gerade das Bevölkerungswachstum stellt Afrika vor enorme Herausforderungen. Bis 2050 wird sich die dortige Bevölkerung auf zwei Milliarden Menschen verdoppeln.

An der diesjährigen Jahrestagung der Weltbank nimmt Entwicklungsstaatssekretär Martin Jäger teil. Neben dem Klimaschutz steht bei der Jahrestagung auch das Engagement der Weltbank in Krisenregionen wie dem Sahel auf der Agenda sowie Gespräche über die anstehende Wiederauffüllung des Weltbank-Fonds für die ärmsten Länder (IDA).

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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