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Wiederauffüllungskonferenz

Entwicklungsminister Gerd Müller: "Der Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria kann gewonnen werden – Deutschland leistet seinen Beitrag"


In Maputo, der Hauptstadt von Mosambik, untersucht eine Mitarbeiterin des Labors der Deutschen AIDS-Stiftung Blutproben.

Pressemitteilung vom 10.10.2019 |

Berlin – Anlässlich der heutigen Wiederauffüllungskonferenz für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) in Lyon erklärt Entwicklungsminister Gerd Müller:

"Der Globale Fonds leistet großartige Arbeit im Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria. Seit seiner Entstehung im Jahr 2002 konnte er 32 Millionen Menschen das Leben retten. In den Ländern, in denen der Globale Fonds arbeitet, hat sich die Zahl der jährlichen Todesfälle durch diese Krankheiten um ein Drittel reduziert. Das macht Mut und zeigt: Der Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria kann gewonnen werden. Wir haben das Wissen und die Maßnahmen dazu. Aber alle müssen ihren Beitrag leisten.

Für die kommenden Jahre will der Globale Fonds unter anderem über 200 Millionen HIV-Infektionen verhindern. Darum verstärken wir unsere Unterstützung für den Globalen Fonds auf insgesamt eine Milliarde Euro für die Jahre 2020 bis 2022.

Deutschland übernimmt damit international Verantwortung. Andere Staaten bauen ihr Engagement ebenfalls aus und erfreulicherweise übernehmen die Partnerländer mehr als die Hälfte der Mittel selbst. Aber noch schaffen sie es nicht alleine, den Kampf gegen diese drei Krankheiten zu führen.

Denn bei allen Erfolgen bleibt noch viel zu tun. Nach wie vor gibt es jedes Jahr 1,7 Millionen HIV-Neuinfektionen. Junge Frauen und Mädchen sind am stärksten betroffen. Noch immer stirbt alle zwei Minuten ein Kind an Malaria. Auch hier tragen die Schwächsten das höchste Risiko. Deswegen sind deutsche Mittel für globale Gesundheit eine kluge Investition. Nur wer gesund ist, kann zur Schule gehen, eine Ausbildung beginnen und an der Entwicklung seines Landes mitwirken."

Deutschland setzt sich als viertgrößter Geber des Globalen Fonds im Verwaltungsrat und im Strategiekomitee dafür ein, dass die Gesundheitssysteme der Partnerländer gestärkt werden. Von den 14 Milliarden US-Dollar, die der Globale Fonds bei der Wiederauffüllungskonferenz einnehmen möchte, soll künftig mehr als eine Milliarde US-Dollar jährlich in die Stärkung von Gesundheitssystemen fließen.

Dazu Minister Müller: "Um die Erfolge nachhaltig zu sichern, braucht es starke Gesundheitssysteme mit funktionierenden Gesundheitszentren, gut ausgebildetem Gesundheitspersonal und zuverlässigen Lieferketten für Medikamente. Daher freue ich mich, dass der Globale Fonds noch stärker als bisher Gesundheitssysteme unterstützt."

Weitere Informationen

Die Partnerländer des Globalen Fonds haben bis Ende 2018 folgende Ergebnisse erzielt:

  •  HIV/Aids: Knapp 19 Millionen Menschen haben Zugang zu einer HIV-Behandlung. Die Anzahl Aids-bedingter Todesfälle hat sich seit 2005 mehr als halbiert und die HIV-Neuinfektionen sind zwischen 2000 und 2018 um rund 40 Prozent gesunken.
  • Tuberkulose: Knapp 28 Millionen Menschen wurden seit 2002 positiv auf Tuberkulose getestet und behandelt. Die Anzahl an Todesfällen ist zwischen 2000 und 2017 um über 20 Prozent gesunken.
  • Malaria: Mehr als eine Milliarde Moskitonetze zur Prävention wurden seit 2002 verteilt und über 880 Millionen Menschen gegen Malaria behandelt. Die Anzahl an Malaria-bedingten Todesfällen ist zwischen 2000 und 2017 um über 45 Prozent gesunken.

Für die aktuelle Wiederauffüllung für die Jahre 2020–2022 strebt der GFATM mindestens 14 Milliarden US-Dollar an. Damit will er unter anderem rund 230 Millionen Neuinfektionen mit HIV, Tuberkulose und Malaria verhindern und weitere 16 Millionen Menschenleben retten.

Zahlreiche Geber haben ihre Beiträge erhöht und diese bereits im Vorfeld der Wiederauffüllungskonferenz in Lyon verkündet, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel beim G7-Gipfel in Biarritz. Die deutschen Mittel stammen aus dem Etat des BMZ.

Es ist vorgesehen, dass die Partnerländer mit eigenen Mitteln im Gesundheitsbereich den größten Teil der Gesamtkosten im Kampf gegen die drei Krankheiten übernehmen. Dies wäre eine signifikante Erhöhung im Verhältnis zum vorherigen Zeitraum 2017–2019.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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