Hauptinhalt

Kinderrechte

Minister Müller: "Kinderarbeit ist eine Tragödie für jedes einzelne Kind und für Entwicklungsländer als Ganzes"


Kinderarbeit in einem Steinbruch in Sambia

Pressemitteilung vom 11.06.2019 |

Berlin – Anlässlich der derzeit in Genf stattfindenden Jahreskonferenz der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und im Vorfeld des Internationalen Tages gegen Kinderarbeit am 12. Juni erklärt Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller:

"Auch im Jahr 2019 müssen weltweit noch immer über 150 Millionen Kinder arbeiten, um ihr Überleben zu sichern. Das sind über 150 Millionen Kinder, denen eine sorglose Kindheit und ihr Recht auf Bildung verwehrt werden.

Das ist nicht nur tragisch für jedes einzelne Mädchen und jeden einzelnen Jungen, sondern auch für die Länder als Ganzes. Gerade Entwicklungsländer sind darauf angewiesen, dass ihre Kinder lernen und ihr Potenzial voll entfalten können, um für sich und ihr Land eine bessere Zukunft aufzubauen. Doch Millionen Kinder müssen tagein tagaus schuften, anstatt zur Schule zu gehen.

Das müssen wir ändern – mit Zugang zu Bildung und mit fairen Einkommen für die Eltern der Kinder. Darum fordere ich: Jedes Unternehmen muss bei seiner Lieferkette auf die Einhaltung grundlegender Mindeststandards achten. Ich hoffe aber auch auf ein weiteres Umdenken der Verbraucher. Immer mehr Menschen erkennen, dass billige Schokolade, Kleidung und Bananen ihren Preis haben. Wenn Kinder dafür arbeiten müssen, dann ist der Preis zu hoch. Ich habe mich deshalb gefreut, dass die Kanzlerin anlässlich der ILO-Jahreskonferenz die Bedeutung weltweiter Mindeststandards und der Bekämpfung der Kinderarbeit unterstrichen hat.

In den vergangenen 25 Jahren wurde die Kinderarbeit bereits halbiert. Das Ziel ist es aber, Kinderarbeit ganz zu beenden. Darum werden wir noch intensiver mit ILO, UNICEF und Nichtregierungsorganisationen zusammenarbeiten und Kinderrechtsorganisationen verstärkt fördern."

Hintergrund zur Kinderarbeit

Nach aktuellen Schätzungen der ILO müssen 152 Millionen Kinder im Alter zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten – rund 10 Prozent aller Kinder weltweit. 73 Millionen davon arbeiten unter ausbeuterischen, oft gesundheitsschädlichen und gefährlichen Bedingungen. Von 2000 bis 2016 hat sich die Zahl der arbeitenden Kinder um 94 Millionen reduziert.

In Afrika ist der Anteil von Kindern, die arbeiten müssen, am höchsten und in den vergangenen vier Jahren gestiegen. Dort muss jedes fünfte Kind arbeiten. Jedes zehnte Kind in Afrika ist zudem von den schlimmsten Formen der Kinderarbeit betroffen.

Die Landwirtschaft ist der größte Sektor für Kinderarbeit, vor Dienstleistung und der Industrie. Allein in Côte d’Ivoire arbeiten nach Schätzungen 1,2 Millionen und in Ghana circa 900.000 Kinder rund um den Kakaoanbau. Die schlimmsten Formen der Kinderarbeit finden sich unter anderem in Minen in Zentralafrika, beim Einsatz von Kindern als Soldaten und in der Prostitution. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Kinder in Konflikt- und Krisenregionen müssen überdurchschnittlich häufig arbeiten, da viele von ihnen ihre Eltern verloren haben und auf sich alleine gestellt sind.

Kurzlink zu dieser Meldung

Weitere Informationen

BMZ-Presseservice

Journalistinnen und Journalisten können sich hier in den BMZ-Presseverteiler aufnehmen lassen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen