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Welthunger-Index 2018

Müller: "Hunger ist der größte vermeidbare Skandal unserer Zeit"


Füße eines unterernährten Kleinkindes auf einer Waage in Bolivien

10.10.2018 |

Anlässlich des heute veröffentlichten Welthunger-Index 2018 erklärt Minister Gerd Müller:

"Noch immer müssen mehr als 820 Millionen Menschen weltweit hungern, trotz aller Erfolge, die wir in den vergangenen Jahrzehnten verzeichnen konnten. Die Zahl der Hungernden war seit 1990 kontinuierlich gesunken, obwohl die Weltbevölkerung gleichzeitig um mehr als zwei Milliarden Menschen gewachsen ist. Seit drei Jahren steigt die Zahl der Hungernden aber wieder. Das ist ein Skandal – denn unser Planet hat Potenzial, alle Menschen zu ernähren. Das Wissen und die Technologie sind vorhanden für eine Welt ohne Hunger. Die Voraussetzungen sind in vielen Ländern gut. Aber immer häufiger sind gewaltsame Konflikte der Grund für Hunger. Der Welthunger-Index stellt zu Recht heraus, dass Hunger, Flucht und Vertreibung eng zusammenhängen – in Syrien, im Jemen oder im Südsudan. Dort sind Krieg und Gewalt verantwortlich, dass sieben Millionen Menschen akut vom Hunger bedroht sind. Viele internationale Helfer trauen sich nicht mehr in die Krisengebiete. Wir müssen schnellstens unsere Anstrengungen verstärken, diese Konflikte auch politisch zu lösen, wenn wir den Kampf gegen den Hunger gewinnen wollen."

Der Welthunger-Index (WHI) 2018 zeigt auf, dass langfristig erneut Fortschritte in der Hungerbekämpfung erzielt werden konnten. Seit dem Jahr 2000 ist der Gesamtwert des WHI von 29,2 auf 20,9 gesunken (Schweregrad auf Skala von 0 bis 50). Dennoch gibt es große Unterschiede zwischen den Weltregionen. Südasien und Subsahara-Afrika sind weiterhin am stärksten von Ernährungsunsicherheit betroffen. Zudem ist die Hungersituation in allen Hauptherkunftsländern von Flüchtlingen ernst bis gravierend.

Das Bundesentwicklungsministerium hat 2014 die Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" ins Leben gerufen. Damit fördern wir unter anderem mit 15 Grünen Innovationszentren in Afrika und Indien nachhaltige und innovative Anbaumethoden. Davon profitieren schon jetzt eine Million Kleinbauern. Insgesamt verbesserte die Sonderinitiative die Ernährungssicherheit von 18 Millionen Menschen. Zudem konnten 340.000 Hektar Boden wieder fruchtbar gemacht werden.

Das BMZ hat darüber hinaus in den letzten Jahren seine Unterstützung für das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen deutlich ausgebaut und in den Jahren 2015 bis 2017 knapp 700 Millionen Euro zugesagt – insbesondere im Krisenbogen rund um Syrien.

Die Deutsche Welthungerhilfe (WHH) und die irische Nichtregierungsorganisation CONCERN Worldwide geben den Welthunger-Index seit 2006 jährlich heraus. Der WHI erfasst die globale, regionale und nationale Hungersituation und stellt damit eine wichtige Datengrundlage dar. Thematischer Schwerpunkt des WHI 2018 ist der Zusammenhang zwischen Flucht, Vertreibung und Hunger.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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