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Klimaschutz

Müller zu Sonderbericht des Weltklimarats zu globaler Erwärmung: "Jetzt entschlossen handeln!"


Bewohner eines Dorfes in der Somaliregion in Äthiopien, die wegen der anhaltenden Dürre mit Lebensmitteln des Welternährungsprogramms WFP versorgt werden müssen

09.10.2018 |

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller warnt anlässlich der Veröffentlichung des Sonderberichts des Weltklimarats vor den Folgen einer globalen Erwärmung über 1,5 Grad Celsius hinaus und ruft die die internationale Gemeinschaft zur stärkeren Unterstützung von Entwicklungsländern im Kampf gegen den Klimawandel auf:

"Der Weltklimarat zeigt uns eindringlich: Der Klimawandel wird immer mehr zur Überlebensfrage der Menschheit. Die Erderwärmung nimmt viel zu schnell zu. Auch bei uns in Deutschland zeigt die Rekordhitze mit ihren erheblichen Ernteausfällen, dass der Klimawandel in vollem Gange ist. In vielen Regionen der Welt hat er längst lebensbedrohliche Folgen. Bei meinem Besuch im Grenzgebiet zwischen Äthiopien und Somalia habe ich das selbst gesehen. Dort hat es seit drei Jahren nicht mehr geregnet. Die Pflanzen sind verdorrt, Tiere liegen tot am Straßenrand und die Menschen können nur durch internationale Hilfe überleben. Handeln wir jetzt nicht entschlossen, werden Millionen Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen."

Laut Weltklimarat würden bei einer Erwärmung des Erdklimas um bis zu zwei Grad über 400 Millionen mehr Menschen extremen Hitzewellen ausgesetzt sein und über zehn Millionen Menschen zusätzlich von den Auswirkungen eines ansteigenden Meeresspiegels betroffen sein als bei einer Erwärmung um maximal 1,5 Grad. Dem Bericht zufolge ist der Handlungsdruck für die Erreichung des 1,5-Grad-Ziels groß: Höchstens 600 Milliarden Tonnen CO2 dürfen noch freigesetzt werden, um dieses Ziel mit einer Chance von 50 Prozent zu erreichen. Beim aktuellen Emissionsniveau wäre dieses Budget allerdings in 12 bis 16 Jahren aufgebraucht.

Außerdem müssten Anpassungsmaßnahmen vor allem in Entwicklungsländern weiter gestärkt werden, um verminderten Ernteerträgen, Wasserknappheit, Ressourcenkonflikten und Migrationsdruck entgegenzuwirken.

Für die anstehenden Klimaverhandlungen im Dezember (COP24) sind die Berichtsergebnisse des Weltklimarats von zentraler Bedeutung. Sie schaffen einen gemeinsamen Wissensstand und Grundkonsens der Ausgangslage für die Verhandlungen.

Um den Klimawandel zu bremsen, seine Folgen abzuwehren und die Schäden abzufedern, hat die Bundesregierung 2017 knapp 3,65 Milliarden Euro bereitgestellt. Davon hat allein das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) gut drei Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, um Klimaschutz- und Anpassungsprojekte in Entwicklungsländern zu ermöglichen.

Um vor allem in Entwicklungsländern die wirtschaftlichen Folgen von Klimarisiken wie Dürren oder Überschwemmungen abzufedern, arbeitet das Bundesentwicklungsministerium mit vielen Partnern in der "InsuResilience Global Partnership" an innovativen Versicherungslösungen. Bereits während der deutschen G7-Präsidentschaft 2015 hatte die Bundesregierung mit der Gründung der InsuResilience-Initiative den Ausbau von Klimarisikoversicherungen vorangetrieben. Darüber hinaus unterstützt das BMZ in fast allen seinen Partnerländern auch Vorhaben zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels, zum Beispiel den Bau widerstandsfähiger Infrastruktur, von Bewässerungsanlagen oder die Entwicklung nationaler Anpassungsstrategien.

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