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Weltflüchtlingstag

Minister Müller: Weltweite Flüchtlingskrise längst nicht überwunden

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller beim Besuch von Arbeiterinnen und Arbeitern in der irakischen Stadt Erbil, die im Rahmen einer Cash-for-Work-Maßnahme eine Straße erneuern (Februar 2017).

Pressemitteilung vom 19.06.2018 |

Berlin – Zum internationalen Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen am 20. Juni erklärt Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller:

"Flucht und Migration bleiben die große Herausforderung der Zukunft. Die weltweite Flüchtlingssituation ist nach wie vor dramatisch: Jeden Tag kommen über 40.000 Flüchtlinge hinzu. 68 Millionen Menschen sind insgesamt auf der Flucht – fast doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Fast 90 Prozent von ihnen finden Aufnahme in Entwicklungsländern. Kriege, Hunger und Perspektivlosigkeit, gerade für die junge Generation, sind die Auslöser: Die Situation im Umfeld der Kriege in Syrien und im Jemen bleibt katastrophal. In Bangladesch ist mit rund einer Million Rohingya innerhalb weniger Monate eines der größten Flüchtlingslager der Welt entstanden. Und die Zahl der Flüchtlinge im Mittelmeerraum steigt wieder an, wie uns die dramatischen Bilder zur MS Aquarius deutlich vor Augen führen.

Handeln wir nicht entschieden vor Ort, werden sich nicht nur zehntausende, sondern Millionen Menschen in die Hände von Schleppern begeben und sich Richtung Europa aufmachen. Europa muss endlich begreifen: Flüchtlingspolitik fängt in den Herkunftsländern an, dort, wo wir die Ursachen für Flucht verringern können. Wir müssen unser Engagement für Bleibe- und Rückkehrperspektiven deutlich ausbauen: Mit kurzfristig wirksamen Maßnahmen zur Notversorgung von Flüchtlingen in Camps und zum Aufbau der Basisinfrastruktur. Und mit strukturbildenden Maßnahmen wie verbesserten Bildungsangeboten für die Kinder, neuen Ausbildungsmöglichkeiten und Jobs für die jungen Menschen und der Förderung der lokalen Privatwirtschaft."

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) arbeitet weltweit in Krisen- und Fluchtländern und hat sein Engagement für Bleibe-, Zukunfts- und Rückkehrperspektiven in den letzten Jahren deutlich ausgebaut. So ist die Bundesregierung einer der größten Geber im Krisenbogen rund um Syrien. Das BMZ hat dort beispielsweise mit seiner Beschäftigungsoffensive "Cash for Work" mehr als 140.000 Jobs geschaffen. Dank Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit können rund 19.000 syrische Lehrer eine Million Flüchtlingskinder im Libanon, in Jordanien und der Türkei unterrichten. Allein in der vom IS stark zerstörten irakischen Stadt Mossul hat das BMZ den Wiederaufbau von 180 Schulen für 120.000 Kinder unterstützt und die Trinkwasserversorgung wiederhergestellt.

Entwicklungsminister Gerd Müller weiter: "Im Irak konnten mit unserer Unterstützung bereits 270.000 Binnenvertriebene in ihre Heimatorte zurückkehren. Auch eine Rückkehr aus Deutschland ist möglich. Mit unserem Programm "Perspektive Heimat" vermitteln wir Rückkehrer und einheimische junge Menschen gezielt in Ausbildung und Jobs oder helfen ihnen bei der Unternehmensgründung. So ermöglichen wir Rückkehrern einen Neuanfang in ihrer Heimat. Denn niemand soll als Verlierer zurückkehren."

Das BMZ hat dazu Beratungszentren auf dem Westbalkan (Albanien, Kosovo, Serbien), in Nord- und Westafrika (Ghana, Marokko, Senegal, Tunesien) sowie im Irak aufgebaut. Weitere sollen in Nigeria und Ägypten folgen. Sie sind Schnittstelle zu den lokalen Arbeitsagenturen und erste Anlaufstelle für Einheimische, Flüchtlinge und Rückkehrer für Ausbildungs- und Jobmöglichkeiten. Seit 2017 konnten rund 13.000 Rückkehrer aus Deutschland mit Reintegrationsangeboten unterstützt werden.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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