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Afrikareise

Minister Müller: Äthiopischer Premier legt beeindruckendes Reformtempo vor

Historischer Frieden zwischen Eritrea und Äthiopien


Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und der Premierminister von Äthiopien, Abiy Ahmed

Pressemitteilung vom 24.08.2018 |

Addis Abeba – Am zweiten Tag seiner Afrikareise trifft Bundesentwicklungsminister Gerd Müller heute in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba Premierminister Abiy Ahmed, um eine Vertiefung der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit zu vereinbaren. In den wenigen Monaten seit seiner Wahl im April 2018 hat Premier Abiy grundlegende Reformen in der Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik angestoßen.

Minister Müller: "Äthiopien ist ein Land im Aufbruch: mit dem Friedensschluss vor wenigen Monaten haben Äthiopien und Eritrea Historisches geleistet. Gleichzeitig legt Premierminister Abiy Ahmed ein beeindruckendes Reformtempo vor. Seit meinem letzten Besuch 2017 haben bislang kaum für möglich gehaltene Veränderungen stattgefunden: Der Ausnahmezustand wurde aufgehoben, tausende politische Gefangene wurden freigelassen. Außerdem sollen Staatsbetriebe für ausländische Investoren geöffnet werden. Um diese Reformdynamik weiter zu unterstützen, streben wir an, unsere Zusammenarbeit hin zu einer Reformpartnerschaft zu vertiefen.

Und noch dieses Jahr starten wir in Äthiopien unsere Sonderinitiative 'Ausbildung und Beschäftigung'. Jedes Jahr kommen zwei Millionen junge Menschen neu auf den äthiopischen Arbeitsmarkt. Afrikaweit sind es rund 20 Millionen Menschen. Genau da setzen wir an: Die jungen Leute brauchen Ausbildung und Jobs – deswegen führen wir gemeinsam mit Äthiopien ein Berufsbildungssystem nach deutschem Vorbild ein und setzen Anreize für private Investitionen.
Jetzt ist auch die deutsche Wirtschaft gefragt, die neuen Investitionschancen zu nutzen. Auch die Maßnahmen der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit werden wir auf den Reformkurs neu ausrichten und insbesondere in den Aufbau der beruflichen Bildung investieren."

Auf äthiopischen Wunsch entsteht derzeit mit Unterstützung des BMZ ein praxisnahes System der beruflichen Bildung mit betrieblicher Ausbildung. Schon 200 Unternehmen haben eine solche Ausbildung bis hin zum Meisterabschluss umgesetzt. Bislang wurden 350.000 Berufsschüler erreicht, 8.200 Lehrer ausgebildet und 58 Berufsschulen besser ausgestattet. Zudem unterstützen wir Äthiopien in der sich gerade etablierenden Textil- und Bekleidungsindustrie, damit Sozial- und Umweltstandards von Anfang an mitgedacht und eingehalten werden.

Auch im Kampf gegen den Hunger ist Deutschland ein starker Partner. "Der Klimawandel beraubt Millionen von Äthiopiern ihrer Existenz. Deswegen werden wir verstärkt in klimaangepasste Produktionsmethoden in der Landwirtschaft investieren", so Minister Müller.

Beim Besuch in der Gambella-Region, in der zurzeit über 600.000 Flüchtlinge aus dem Südsudan leben, sagt Müller zudem weiter Unterstützung zu, insbesondere zur Verbesserung der Wasserversorgung.

Fast 80 Prozent der Menschen in Äthiopien leben von der Landwirtschaft. Obwohl die Voraussetzungen gegeben sind, um Nahrung für alle anzubauen, war die Versorgung mit Lebensmitteln im ländlichen Raum lange Zeit mangelhaft. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat daher 1,4 Millionen Bauern mit innovativer Bewässerung und verbesserten Anbaumethoden von Weizen und Ackerbohnen erreicht. Mit dem Grünen Innovationszentrum haben wir bereits 90.000 Bauern in modernen Anbaumethoden und dem Einsatz kleiner Landmaschinen geschult. Die Produktivität konnte zudem auf einer halben Million Hektar Nutzfläche um 40 Prozent durch die Rehabilitierungsmaßnahmen gesteigert werden.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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