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Wiederaufbau und Versöhnung

Bundesentwicklungsminister Müller in den Irak aufgebrochen

Wiederaufbau und Rückkehr von irakischen Flüchtlingen aus Deutschland im Zentrum der Reise


Bundesentwicklungsminister Gerd Müller trifft in Bagdad den irakischen Parlamentspräsidenten Salim Al-Jabouri.

Pressemitteilung vom 21.04.2018 |

Berlin – Im Mittelpunkt der Reise steht die deutsche Unterstützung beim Wiederaufbau und der Versöhnung des Landes sowie die Schaffung von wirtschaftlichen Perspektiven für Binnenvertriebene und rückkehrende Iraker aus Deutschland.

Vor seiner Abreise nach Bagdad erklärte Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller: "Der IS ist im Irak militärisch besiegt, aber noch immer sind über zwei Millionen Menschen im Land vertrieben. Hunderttausende syrische Flüchtlinge müssen im Irak ausharren, bis der mörderische Krieg in Syrien endlich ein Ende hat. Brücken, Krankenhäuser, ganze Städte sind zerstört. Damit der Terrorismus nicht wieder Fuß fassen kann, ist es wichtig, dass die Menschen wieder in ihre Heimatorte zurückkehren können. Daher legen wir den Schwerpunkt unserer Hilfe auf Schule und Ausbildung für Kinder und Jugendliche sowie den Wiederaufbau. Durch Investitionen in Infrastruktur, Ausbildung und Jobs geben wir den Menschen eine Chance für den Neuanfang. Hunderttausende Binnenvertriebene konnten so bereits in ihre Heimatstädte zurückkehren. Jetzt geht es darum, auch die Rückkehr von irakischen Flüchtlingen aus Deutschland vorzubereiten."

Mit der irakischen Regierung wird Minister Müller eine enge Zusammenarbeit bei der Rückkehr und Reintegration von Irakern vereinbaren. Auf dem Programm steht auch die Eröffnung des ersten Beratungszentrums des BMZ-Rückkehrerprogramms "Perspektive Heimat" im Irak, das Ausbildungsplätze und Jobs vermittelt.

Zudem sind Gespräche mit Überlebenden des IS-Terrors, Christen und dem religiösen Oberhaupt der Jesiden sowie Besuche von Gesundheits-, Bildungs- und Friedensprojekten vorgesehen, bei denen sich Minister Müller zum Stand des Wiederaufbaus informieren wird.

Minister Müller: "Die Menschen brauchen eine Perspektive vor Ort. Wir bieten deshalb konkrete und schnelle Hilfe, zum Beispiel mit Cash for Work-Programmen: Familien helfen beim Wiederaufbau und erhalten dafür ein Einkommen. Gleichzeitig fördern wir die wirtschaftliche Entwicklung und schaffen neue Jobs und Ausbildungsplätze, auch zusammen mit der deutschen Wirtschaft. Von der Regierung erwarte ich, dass sie die Rahmenbedingungen konsequent verbessert: die weit verbreitete Korruption bekämpft, Rechtsstaatlichkeit stärkt und die Versöhnung voranbringt."

Die Reise findet einen Monat nach der internationalen Wiederaufbaukonferenz für den Irak statt. Minister Müller hatte dem Irak dort weitere Hilfen der Bundesregierung in Höhe von 350 Millionen Euro zugesagt, unter anderem für die Versorgung von Flüchtlingskindern, den Bau von Schulen und Krankenhäusern sowie die Ausbildung von Fachkräften.

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) hat im Irak bereits über zwei Million Menschen mit Trinkwasser versorgt und einer Million Menschen psychosoziale Hilfe gegeben. 270.000 Binnenvertriebenen wurde mit Unterstützung des BMZ die Rückkehr in ihre Heimatstädte und -dörfer ermöglicht. Allein in Mossul hat das BMZ 180 Schulen für rund 120.000 Kinder wiederaufgebaut.

Seit 2014 hilft die Bundesregierung, die politische, soziale und wirtschaftliche Stabilität im Irak wiederherzustellen. Mit knapp 1,3 Milliarden Euro, davon mehr als 700 Millionen Euro aus dem Haushalt des BMZ, ist Deutschland der zweitgrößte Geber. Weltweit finanzieren fünf Staaten – darunter Deutschland – zwei Drittel der Entwicklungshilfe.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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