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Regierungsgespräche

Fördern und fordern: BMZ unterstützt Reformkurs Tunesiens für mehr Investitionen und Beschäftigung


Unterzeichnungszeremonie im Rahmen der deutsch-tunesischen Regierungsgespräche: Fatma Omrani Chargui, Direktorin für die Beziehungen zu den EU-Mitgliedsstaaten im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten von Tunesien, und Stefan Oswald, Unterabteilungsleiter für Subsahara-Afrika im BMZ

20.04.2018 |

Berlin – Deutschland und Tunesien setzen deutliche Akzente für weitere Reformen: Am Freitag einigten sich beide Seiten anlässlich der deutsch-tunesischen Regierungsgespräche unter anderem darauf, die Rahmenbedingungen für in- und ausländische Investitionen im Banken- und Finanzsektor weiter zu verbessern, um so die Grundlagen für neue Jobs zu schaffen.

Daneben sollen gerade strukturschwache Regionen Tunesiens gezielt Unterstützung erhalten, beispielsweise mit Infrastruktur im Bereich erneuerbare Energien oder Wasser. Konkret wurde mit Tunesien auch ein Vorhaben zu beruflicher Bildung in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor vereinbart.

Tunesien ist eins von drei Ländern, mit denen Deutschland eine Reformpartnerschaft vereinbart hat. In diesem Rahmen hat das BMZ dem Land 2017 165 Millionen Euro zur Unterstützung des Banken- und Finanzsektors zugesagt. Zudem ist ein Förderkredit geplant, der weitere 100 Millionen Euro Marktmittel der KfW für diesen Bereich vorsieht. Die Auszahlung der Zusagen ist an die Umsetzung von konkreten wirtschaftlichen und finanzpolitischen Reformen gebunden.

Deutschland und Tunesien verbindet seit den 1960er Jahren eine enge entwicklungspolitische Zusammenarbeit. Um den Prozess der friedlichen Transformation zu unterstützen, hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Mittel für Tunesien nach der "Arabellion" 2011 mehr als vervierfacht. Für das Jahr 2017 hat das BMZ rund 450 Millionen Euro zugesagt, davon den überwiegenden Teil (367 Millionen Euro) als Darlehen. Tunesien profitiert zudem von der BMZ-Sonderinitiative "Stabilität und Entwicklung in Nordafrika und Nahost".

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Tunesien erreicht jährlich rund 114.000 Personen direkt, unter anderem konnten über 13.000 Tunesierinnen und Tunesier beruflich aus- und fortgebildet sowie 500 Existenzgründungen unterstützt werden. Städtische Dienstleistungen wurden für mehr als 280.000 Menschen transparenter und besser zugänglich gemacht. Im Zuge der Unterstützung des Photovoltaikmarktes wurden 250 verarbeitende Firmen gefördert, was zu mehr als 10.000 Installationen mit einer Gesamtkapazität von 35 Megawatt beigetragen hat.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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