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Fairer Handel

Fairhandels-Messe in Stuttgart: Entwicklungsministerium will mehr Anreize für nachhaltigen Konsum


Ein Plantagenarbeiter mit einem Kakaosetzling

05.04.2018 |

Mehr Nachhaltigkeit beim Konsum in Deutschland und in der globalen Wirtschaft – darauf dringt das Bundesentwicklungsministerium in der neuen Legislaturperiode. Auch auf der heute eröffneten Messe "Fair Handeln" in Stuttgart setzt das BMZ diesen Schwerpunkt.

Entwicklungsminister Müller: "Die Industrieländer dürfen ihren Reichtum nicht länger auf dem Rücken der Entwicklungsländer aufbauen. Noch viel zu oft bezahlen wir den Menschen in Afrika keine fairen Löhne für unseren Kaffee, den Kakao in unserer Schokolade und die Rohstoffe, ohne die kein Handy funktioniert. Deswegen möchten wir Anreize für nachhaltigen Konsum schaffen. Für nachhaltig produzierten und fair gehandelten Kaffee sollte zum Beispiel die Kaffeesteuer ausgesetzt werden. Damit erhalten die Bauern ein deutlich höheres Einkommen, die Kinder können zur Schule gehen. Und dieser faire Kaffee kostet nicht mehr als herkömmlicher."

Um Verbrauchern ihre Kaufentscheidung für faire Produkte zu erleichtern, hat das BMZ das Portal Siegelklarheit.de ins Leben gerufen. Es gibt Auskunft darüber, welche Umwelt- und Sozialsiegel glaubwürdig und anspruchsvoll sind.

Außerdem treibt das BMZ seine Partnerschaften mit der Wirtschaft und Zivilgesellschaft voran, vor allem im Bündnis für nachhaltige Textilien und im Forum Nachhaltiger Kakao. So konnte der Anteil nachhaltig produzierten Kakaos im deutschen Einzelhandel bereits von drei Prozent (2001) auf 55 Prozent im letzten Jahr erhöht werden. Ziel ist es, dass in wenigen Jahren nur noch fair gehandelter Kakao auf dem Markt ist.

Die Messe rund um globale Nachhaltigkeit wurde heute vom Parlamentarischen Staatssekretär Norbert Barthle eröffnet. Ein wichtiges Thema dabei ist die öffentliche Beschaffung: Bund, Länder und Kommunen besitzen mit einem jährlichen Volumen von rund 350 Milliarden Euro einen starken Hebel, um den fairen Handel in Deutschland zu fördern. Die öffentliche Hand übernimmt als Konsumentin künftig größere Verantwortung. So will die Bundesregierung bis 2020 erreichen, dass die Hälfte der öffentlich beschafften Textilien nachhaltig sind.

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