Hauptinhalt

Waldschutz

Neuer Waldbericht der Bundesregierung

Rodung stoppen, Klima retten

Wald in einem Flußtal

Pressemitteilung vom 06.09.2017 |

Kaum ein Land investiert so viel wie Deutschland in den Erhalt der Regenwälder – das ist eine der Kernaussagen des diesjährigen Waldberichts der Bundesregierung, den das Kabinett heute verabschiedet hat.

Die deutsche Entwicklungspolitik setzt derzeit Projekte im Umfang von rund zwei Milliarden Euro zum Waldschutz und zur Aufforstung um. Mit diesen Investitionen leistet Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels. Die weltweite Rodung der Wälder ist nach der Energieproduktion der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen.

Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller: "Das Palmöl in unserer Schokolade und das Soja im Tierfutter sind billig. Der Preis dafür ist aber hoch: Der Regenwald verschwindet. Ohne Wald aber kein Leben – der Regenwald des Amazonas ist die Lunge des Planeten und existenziell für den Erhalt des Klimas. Wir setzen daher auf den Erhalt der Regenwälder und auf Aufforstung. Entwaldungsfreie Lieferketten müssen daher Bedingung für Handelsabkommen der EU sein. Das muss die EU-Kommission nun konkret bei den Verhandlungen zum Handelsabkommen mit Indonesien durchsetzen."

Indonesien ist mit einem Marktanteil von über 50 Prozent der weltweit größte Palmölproduzent. Der herkömmliche Palmölanbau zerstört den Regenwald und schädigt das Weltklima. Zwei Drittel aller Palmölplantagen stehen auf ehemaligen Waldflächen. Die Abholzung des Regenwaldes ist Hauptursache für die hohen indonesischen Treibhausgas-Emissionen. Durch Brandrodung war Indonesien 2015 sogar der drittgrößte CO2-Verursacher weltweit.

In über 40 Ländern arbeitet die deutsche Entwicklungszusammenarbeit zum Thema Waldschutz, zum Beispiel in Brasilien. Der brasilianische Bundesstaat Acre ist ein internationaler Waldschutz-Pionier: Innerhalb der letzten zehn Jahre gelang es mit Unterstützung des Entwicklungsministeriums, die Entwaldung in diesem Amazonasstaat signifikant zu reduzieren und nachhaltige Einkommensquellen für die Bevölkerung zu schaffen. Die durch das Projekt vermiedenen Emissionen entsprechen dem jährlichen CO2-Ausstoß von rund sechs Millionen Autos.

Hintergrund: Der Waldaktionsplan des Bundesentwicklungsministeriums ist die Grundlage der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Waldbereich. Dieser baut auf drei Säulen auf: 1. Wald und Klimaschutz, 2. Wiederbewaldung und 3. die Förderung von entwaldungsfreien Lieferketten.

Weitere Informationen finden Sie hier: Waldaktionsplan der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (PDF 3 MB)

Kurzlink zu dieser Meldung



 

Kommentar schreiben

Wir bitten um Verständnis dafür, dass Ihre Kommentare aus technischen Gründen zeitlich verzögert online erscheinen. Bitte beachten Sie zudem unsere Netiquette.

* Diese Felder sind Pflichtangaben



Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen