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Marshallplan mit Afrika

Bundesminister Müller stellt neue Energieinitiative vor


Bundesentwicklungsminister Gerd Müller beim Energiekongress des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands (DGRV)

Pressemitteilung vom 27.06.2017 |

Berlin – Eine dezentrale und bürgernahe Energieversorgung für die ländlichen Räume Afrikas – das ist das Ziel einer Initiative, die Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller auf dem Energiekongress des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands (DGRV) vorgestellt hat. Die Initiative "Grüne Bürgerenergie für Afrika" konkretisiert die bereits in den Eckpunkten für einen Marshallplan mit Afrika Anfang des Jahres vorgeschlagenen Reformideen für den Bereich der Energieversorgung.

Bundesminister Müller: "Ohne Energie keine Entwicklung, ohne Entwicklung keine Jobs. Im Schulterschluss mit Genossenschaften, Kommunen und der Privatwirtschaft bringen wir Lösungen für eine grüne Energieversorgung in die ländlichen Regionen Afrikas. So leisten wir einen Beitrag zu einer klimafreundlichen wirtschaftlichen Entwicklung und schaffen nachhaltige Zukunftsperspektiven für die Menschen vor Ort."

Mehr als die Hälfte der afrikanischen Bevölkerung hat keinen Zugang zu Strom. Bevölkerungswachstum und Technologisierung der Wirtschaft erhöhen zudem Afrikas Energienachfrage – bis zum Jahr 2040 um voraussichtlich 80 Prozent.

Müller: "Der enorme Energiebedarf stellt Afrika vor große Herausforderungen. Wir sollten ihn allerdings auch als Chance begreifen, in grüne Energie zu investieren. Afrika kann der erste Kontinent sein, der sich vollständig aus erneuerbaren Energien versorgt."

Bei der Umsetzung der Initiative spielen Genossenschaften, Kommunen und die Privatwirtschaft eine zentrale Rolle. Vorbild sind die 850 Energiegenossenschaften in Deutschland; über 180.000 Menschen organisieren sich in Kommunen und Städten für eine Energieversorgung jenseits der großen Konzerne, zum Beispiel über lokale Stadtwerke oder private Initiativen. Im Rahmen der Energieinitiative sollen unter anderem 100 Bürgerenergiepartnerschaften gegründet werden, bei denen deutsche Bürger und Kommunen ihr Wissen mit afrikanischen Partnern teilen können. Über dezentrale Energielösungen könnten auch in entlegeneren Dörfern Medikamente und Lebensmittel gekühlt werden, Handwerksbetriebe ihre Produktivität steigern oder Landwirte solarbetriebene Pumpen für die Bewässerung ihrer Felder einsetzen.

Der Kongress "Neue Energie für Afrika" des DGRV bildet den Auftakt eines Dialoges zwischen Genossenschaften, Bürgerenergieprojekten sowie kommunalen und staatlichen Entscheidungsträgern aus Deutschland und Afrika. So wird auch die Energieministerin Ugandas, Irene Muloni, zu Gast sein.

Das BMZ-Positionspapier "Grüne Bürgerenergie für Afrika" finden Sie unter dem Link www.bmz.de/grüne-bürgerenergie.

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