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Afrika im Aufbruch

BMZ-Zukunftsforum "Globalisierung gerecht gestalten" mit Bundespräsident a.D. Horst Köhler

BMZ-Zukunftsforum "Globalisierung gerecht gestalten", von links: Staatssekretär Friedrich Kitschelt, Amadou Diallo von DHL Global Forwarding, Bundespräsident a.D. Horst Köhler, Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und der beninischen Planungsminister Bio Tchané"

15.02.2017 |

Bundesentwicklungsminister Müller hat am Mittwochabend das dritte BMZ-Zukunftsforum "Globalisierung gerecht gestalten" eröffnet. Als Gastredner sprach Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Horst Köhler über das Thema "Welt im Umbruch, Afrika im Aufbruch – passt unsere Entwicklungspolitik noch ins 21. Jahrhundert?" Mit dem Thema seiner Rede knüpfte Köhler auch an die Eckpunkte für einen Marshallplan mit Afrika an, die Minister Müller vergangenen Monat vorgestellt hat.

Bundesminister Müller: "Gerecht gestaltete Globalisierung braucht eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Perspektive unserer afrikanischen Partner. Afrika ist ein Wachstumskontinent, seine Bevölkerung wird sich bis 2050 verdoppeln und Afrika damit der jüngste Kontinent der Erde sein, mit einem enormen Potenzial für den Aufbruch, für Innovationen und Veränderungen. Aber Afrikas Jugend braucht Perspektiven. Heute sind 60 Prozent der jungen Leute arbeitslos. Das ist vor allem eine Herausforderung für die Regierungen des Kontinents. Aber auch wir müssen uns in einer neuen Dimension politisch, kulturell und wirtschaftlich engagieren. Deshalb unsere Eckpunkte für einen Marshallplan mit Afrika."

Bundespräsident a.D. Horst Köhler während seiner Rede beim BMZ-Zukunftsforum "Globalisierung gerecht gestalten"

Bundespräsident a.D. Horst Köhler: "Der Marshallplan, den Minister Müller vorgelegt hat, gibt konkrete Anhaltspunkte: Wir brauchen internationale Steuergesetze und Regeln, die den illegalen und unmoralischen Kapitalabfluss aus Afrika stoppen. Wir brauchen Handelsverträge, deren Priorität die Schaffung von Arbeitsplätzen in Afrika ist, nicht der Schutz der europäischen Agrarindustrie. Wir brauchen internationale Finanzmärkte, die das hohe Sparaufkommen der alternden Gesellschaften in Europa so sicher wie möglich mit dem hohen Investitionsbedarf in den jungen Gesellschaften Afrikas verbinden. Wir brauchen ein Klimaregime, das die globale Erderwärmung ernsthaft bremst und denjenigen Ländern bei der Anpassung hilft, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, aber am meisten darunter leiden."

Köhler rief in seiner Rede insbesondere dazu auf, der afrikanischen Jugend selbst noch stärker den Kompass in die Hand zu geben. Nirgendwo sei der Abstand zwischen dem Durchschnittsalter der Bevölkerung und dem Durchschnittsalter der politischen Führung so groß. Dabei stellen die jungen Leute die Mehrheit. So sei die Frage der Jugendpartizipation in Afrika eine der wichtigsten Fragen für die afrikanische Demokratie.

Anschließend diskutierten Köhler und Müller nicht nur mit dem beninischen Planungsminister Bio Tchané und Vizepräsident Diallo von DHL Global Forwarding, sondern auch mit Jugendlichen aus Afrika und Deutschland.


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