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Red Hand Day

Tag gegen Einsatz von Kindersoldaten – Hilfe auf dem Weg in normales Leben


Besuch des Hilfsprojekts Kinderrepublik Benposta für ehemalige Kindersoldaten und misshandelte Kinder in Bogota, Kolumbien

10.02.2017 |

Berlin – Zum Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten am 12. Februar 2017 betont der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Silberhorn das Engagement des BMZ – auch vor dem Hintergrund jüngster Berichte, wonach die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) schon Kinder zum Töten ausbildet.

Thomas Silberhorn: "Die Grausamkeit der Terrormiliz IS macht nicht einmal vor Kindern halt. Im Irak zwingt sie bereits Neunjährige als Kindersoldaten zum Töten. Kinder und Jugendliche brauchen Schutz vor Extremisten und Schulbildung, um Perspektiven jenseits des Terrorismus zu schaffen."

Ziel des BMZ ist es, betroffenen Kindern und Jugendlichen zu helfen, ihren Weg in ein normales Leben mit Zukunftsperspektive zu finden. Häufig sind Kindersoldaten im Krieg aufgewachsen und kennen als Konfliktlösungsmittel einzig Gewalt. Die Rückkehr in ihre Heimat ist vielen unmöglich, da sie dort nicht als Opfer, sondern als Täter angesehen werden.

Hier setzt das BMZ an und unterstützt die Wiederaufnahme und Wiedereingliederung von ehemaligen Kindersoldaten in ihre Familien und die Dorfgemeinschaft. Zudem fördert das Ministerium die Schul- und Berufsausbildung ehemaliger Kindersoldaten sowie deren Beschäftigung. Nicht zuletzt werden Maßnahmen unterstützt, die bei der Friedens- und Versöhnungsarbeit und der Traumabewältigung helfen und psychosoziale Betreuung anbieten.

Noch immer werden weltweit 250.000 bis 300.000 Minderjährige von Armeen und bewaffneten Gruppen als Kämpfer oder Arbeitskräfte missbraucht und zu Gräueltaten gezwungen. Kindersoldaten werden durch ihre Erfahrungen stark traumatisiert und leiden unter den seelischen und körperlichen Folgen oft ein Leben lang. Die Situation von Mädchen ist dabei besonders grausam, denn sie werden in den Armeen und Rebellengruppen häufig Opfer sexueller Gewalt.

Am 12. Februar 2002 trat das "Fakultativprotokoll zum Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes in bewaffneten Konflikten" in Kraft. Seitdem gibt es auch die roten Hände als Symbol des Protestes gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten – der Internationale Tag ist deshalb auch als "Red Hand Day" bekannt.

In dem Protokoll wurde vereinbart, dass Kinder unter 18 Jahren nicht zum Dienst an der Waffe eingezogen werden dürfen. Im Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag ist außerdem die Rekrutierung von unter 15-Jährigen als Kriegsverbrechen qualifiziert und kann daher international strafrechtlich verfolgt werden.

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