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Umwelt- und Klimaschutz

Minister Müller: "Lateinamerika Partner Nummer eins beim Tropenwaldschutz"


Bundesentwicklungsminister Gerd Müller besucht während seines Besuchs in Kolumbien einen Urwald auf dem Gelände des Modellbauernhofs Finca Mexico bei San Jose de Guaviare.

04.03.2015 |

Berlin – Im Rahmen der Veranstaltung "Neue Perspektiven der deutschen Entwicklungspolitik in Lateinamerika und der Karibik" hat Bundesminister Dr. Müller am Nachmittag im BMZ in Berlin die künftigen Arbeitsschwerpunkte mit dem Kontinent vorgestellt.

Dabei steht vor allem die Zusammenarbeit beim Umwelt- und Klimaschutz im Fokus. Ziel ist eine Partnerschaft, die auf gemeinsame Werte und Interessen setzt. Grundlage der Neuausrichtung ist das Lateinamerika-Konzept der Bundesregierung.

Minister Müller: "Lateinamerika wird künftig unser Partner Nummer eins beim Tropenwaldschutz sein. Der Kontinent hat die größten Flächen an tropischem Regenwald und ist die Lunge unseres Planeten. Fast die Hälfte aller Arten ist hier beheimatet. Diesen unermesslichen Schatz müssen wir bewahren. Gemeinsam wollen wir zudem die Energiewende voranbringen. Viele Staaten Lateinamerikas sind inzwischen aufstrebende Wirtschaftsnationen und übernehmen Verantwortung. Wir unterstützen sie dabei, einen nachhaltigen Entwicklungspfad einzuschlagen."

So soll die Stromerzeugungskapazität in Lateinamerika um 2.500 Megawatt aus erneuerbaren Energien ausgeweitet werden – dies entspricht der gesamten Stromerzeugungskapazität von Bolivien und Nicaragua. Außerdem sollen der Schutz und die nachhaltigen Nutzung des Amazonas intensiviert werden, ebenso wie die Errichtung eines Biokorridors, der die Waldschutzgebiete von Mexiko bis Panama miteinander verbindet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Schutz und der Renaturierung wichtiger Küsten- und Meeresschutzgebiete, beispielsweise dem mittelamerikanischen Korallenriff, das mit seinen 1.000 Kilometern Ausdehnung das zweitwichtigste Riff der Welt ist.

Trotz seiner Stärken hat Lateinamerika immer noch hohe Gewalt- und Kriminalitätsraten, was vielerorts im Zusammenhang mit dem Drogenanbau steht. Deswegen gehören vor allem die Förderung von Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit sowie die Bekämpfung der Alltagsgewalt zu den Schwerpunkten der Zusammenarbeit, beispielsweise mit Projekten gegen die zunehmende Jugendkriminalität.

Minister Müller war im vergangenen Dezember nach Lateinamerika gereist und hatte sich im Süden Kolumbiens ein Bild über die dramatische Entwaldung im Amazonas gemacht. Zugleich informierte er sich dort über ländliche Entwicklungsprojekte, in denen Bauern mit deutscher Unterstützung andere Einkommensquellen erschließen als den Koka-Anbau. In Peru startete er am Rande der UN-Klimakonferenz ein Programm zur Nutzung von Geothermie in Lateinamerika und sagte mehr Mittel für den Tropenwaldschutz auf dem Kontinent zu.

Das Lateinamerika-Papier finden Sie hier auf unserer Website:

Ein Video über die Kolumbienreise von Minister Müller im Dezember 2014 finden Sie hier.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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