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Gavi-Geberkonferenz in Berlin

Lehren aus der Ebola-Krise: Entwicklungsminister Müller für starke Gesundheitssysteme


Gesundheitsstation in Nigeria

26.01.2015 |

Berlin – Zum Auftakt der Geberkonferenz der internationalen Impfallianz (Gavi) betont Bundesminister Dr. Gerd Müller die Bedeutung der Gesundheitssysteme für die Entwicklung von Staaten.

"Die verheerende Ebola-Epidemie muss uns allen eine Lehre sein: Wo Menschen kaum Zugang zu medizinischer Versorgung haben, kann sich ein solches Virus besonders leicht und schnell verbreiten. Es darf nicht sein, dass Eltern nicht wissen, wohin sie ihr Kind zum Impfen bringen können oder eine Schwangere keine Hebamme um Rat fragen kann. Wo es an Ärzten, Krankenschwestern und Gesundheitsstationen fehlt, sterben Menschen an Durchfall, an Grippe, an Malaria – und erst recht an Ebola. Ohne die entsprechende medizinische Infrastruktur werden selbst behandelbare Krankheiten zur Lebensgefahr, erreichen Impfungen nur einen Bruchteil der Kinder. Deswegen müssen wir besonders in den Entwicklungsländern die Gesundheitssysteme stark machen."

Eine funktionierende medizinische Infrastruktur ist zugleich wichtige Voraussetzung, um mit Impfprogrammen möglichst flächendeckend die Kinder zu erreichen. Das ist Thema der Auftaktveranstaltung für die Geberkonferenz der Impfallianz Gavi am morgigen Dienstag. Unter der Überschrift "Gemeinsam für eine gesunde Zukunft – auf starke Gesundheitssysteme kommt es an!" diskutieren auf Einladung des BMZ neben Entwicklungsminister Müller und Gesundheitsminister Hermann Gröhe, nationale und internationalen Gäste über Wege, wie auch in den ärmsten Ländern eine medizinische Basisversorgung sichergestellt werden kann. Neben dem Geschäftsführer der Impfallianz Gavi, Seth Berkley, wird unter anderem auch die senegalesische Gesundheitsministerin Awa Marie Coll-Seck über die Erfahrungen in ihrer Heimat sprechen.

Gesundheit ist ein Schwerpunkt der deutschen G7-Präsidentschaft im Jahr 2015. Die Geberkonferenz ist ein erster wichtiger Meilenstein. Deutschland ist Gastgeber, die Schirmherrschaft hat Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel übernommen.

Gerd Müller: "Die G7-Präsidentschaft gibt uns kräftigen Rückenwind für viele Entwicklungsthemen – und ich bin der Bundeskanzlerin dankbar, dass sie sich mit viel Engagement für unsere Themen einsetzt: Die künftigen Entwicklungsziele der Weltgemeinschaft gehören ebenso dazu wie die Stärkung der Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern."

Deutschland investiert im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit jährlich rund 750 Millionen Euro im Bereich Gesundheit. Einer der Schwerpunkte liegt hierbei auf dem Kampf gegen Kinder- und Müttersterblichkeit, beides zugleich Millenniumsziele, die in den meisten Ländern deutlich verfehlt werden.

Anders in Tansania: Das ostafrikanische Land hat das vierte Entwicklungsziel – die Kindersterblichkeit um zwei Drittel zu senken – bereits vor dem Ende der Frist erreicht. Gelungen ist das, weil Tansania frühzeitig in medizinische Grundversorgung investiert hat. Dazu gehören auch Impfprogramme, um Kinder zum Beispiel vor Durchfall oder Lungenentzündung zu schützen. Deutschland hat diese Impfprogramme in den vergangenen Jahren gezielt unterstützt und so zu ihrem Erfolg beigetragen.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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