Hauptinhalt

Afrikareise

Die Zukunft Eritreas liegt im eigenen Land – Bundesminister Müller beendet Reise nach Eritrea

Gespräche zu Menschrechten und der Bekämpfung von Fluchtursachen


Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im Eritrea Institute of Technology in Asmara

15.12.2015 |

Bundesminister Dr. Müller hat in seinem Gespräch mit dem eritreischen Staatspräsidenten Isaias Afewerki vereinbart, Fragen der Menschrechtssituation in Eritrea als Teil der weiteren Kooperationsgespräche aufzunehmen. Er erwarte deutliche Signale der Reformbereitschaft seitens der eritreischen Regierung, so der Minister. Auf dieser Basis könnten Kooperationsmöglichkeiten in den Bereichen erneuerbare Energien und Berufsbildung geprüft werden.

Der Auftakt der Gespräche ist für kommendes Frühjahr in Berlin geplant. Dafür soll eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern beider Regierungen ins Leben gerufen werden.

Bundesminister Gerd Müller und der eritreische Staatspräsident Isaias Afewerki

Im Gespräch mit Staatspräsident Isaias Afewerki betonte Minister Müller, dass die Zukunft Eritreas im eigenen Land läge. Die Regierung müsse sich für wirtschaftliche und politische Reformen öffnen. Deutschland sei grundsätzlich dazu bereit, das Land dabei zu unterstützen. Voraussetzung sei jedoch, dass die Regierung internationale Menschenrechtsstandards anerkenne.

Im Fokus der Reise von Minister Müller nach Eritrea stand die Bekämpfung von Fluchtursachen. Eritrea ist das Hauptherkunftsland afrikanischer Flüchtlinge in Deutschland. Um sich ein eigenes Bild von der Lage zu machen, traf sich Minister Müller mit vor Ort tätigen internationalen Organisationen, mit Vertretern von Jugend-, Frauen- und Gewerkschaftsverbänden sowie mit Fachleuten aus dem Gesundheits- und Berufsbildungssektor. Im Gespräch mit der eritreischen Regierung ging es darum, Möglichkeiten zu sondieren, wie man für die Menschen im Land Perspektiven schaffen kann, damit sie ihre Heimat nicht verlassen müssen.

Eritrea ist eines der ärmsten Länder der Welt. In 2015 haben rund 25.000 Eritreer Asylanträge in Deutschland gestellt. Weitere 200.​000 registrierte Flüchtlinge befinden sich in Eritreas Nachbarländern Sudan und Äthiopien. Die Menschen verlassen das Land wegen der desolaten wirtschaftlichen Lage und fehlender Zukunftsperspektiven. Fluchtgrund ist auch der obligatorische Nationaldienst, der junge Männer und Frauen zu Wehr- und Arbeitsdiensten von praktisch unbegrenzter Dauer verpflichtet. Die Menschen erhalten dafür nur einen symbolischen Sold, der kaum zum Überleben reicht.

24 Jahre nach Erlangung der Unabhängigkeit befindet sich Eritrea in wirtschaftlicher Stagnation und außenpolitischer Isolation. In letzter Zeit hatte die eritreische Regierung verstärkt Signale nach Unterstützung an die internationale Gemeinschaft gesetzt.


Kurzlink zu dieser Meldung

Weitere Informationen

Video

Standbild aus dem Video von der Reise von Bundesminister Müller nach Ägypten und Eritrea Video starten

Bei der Reise von Minister Müller nach Ägypten und Eritrea stand die Bekämpfung von Fluchtursachen im Vordergrund. Wichtige Themen waren die Verbesserung der Berufsbildung und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

BMZ-Presseservice

Journalistinnen und Journalisten können sich hier in den BMZ-Presseverteiler aufnehmen lassen.

Inhaltsverzeichnis

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen

Besuchen Sie auch weitere Angebote des BMZ: