Hauptinhalt

Afrikareise

Fluchtursachen bekämpfen, neue Perspektiven eröffnen

Bundesminister Müller in Ägypten und Eritrea


Bundesminister Müller im Gespräch mit dem ägyptischen Staatspräsidenten Abdelfattah Al-Sisi

Pressemitteilung vom 14.12.2015 |

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller ist zu einem dreitägigen Besuch nach Ägypten und Eritrea gereist. Die Reise steht ganz im Zeichen der Bewältigung der aktuellen Flüchtlingskrise. Ägypten ist Transitland für zahlreiche Migranten auf ihrem Weg nach Europa. Eritrea steht auf Platz 1 der afrikanischen Herkunftsländer der Flüchtlinge in Deutschland.

Minister Müller in Kairo: "Wenn wir Fluchtursachen bekämpfen wollen, müssen wir uns dort engagieren, wo viele Flüchtlinge herkommen, auch wenn das schwierig ist. Es geht um eine friedliche und stabile Entwicklung in der Region. Insbesondere junge Menschen brauchen Perspektiven in ihrer Heimat – Bildung, Ausbildung und berufliche Angebote. Gibt es diese nicht, machen sie sich auf den Weg nach Europa."

Erste Station der Reise ist die ägyptische Hauptstadt Kairo. Im Gespräch mit dem ägyptischen Präsidenten Abdelfattah Al-Sisi geht es unter anderem um eine engere Zusammenarbeit bei der dualen Ausbildung in ägyptischen Betrieben. In einer von Konflikten und Instabilität geprägten Region, aus der ein Großteil der nach Europa fliehenden Flüchtlinge stammt, ist Ägypten ein wichtiger Partner Deutschlands. Das BMZ unterstützt die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, insbesondere durch die Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen. Die Jugendarbeitslosigkeit in Ägypten liegt bei 40 Prozent.

Am Nachmittag wird Minister Müller in die eritreische Hauptstadt Asmara weiterreisen und dort Möglichkeiten der Bekämpfung von Fluchtursachen ausloten. Aus Not, Perspektivlosigkeit und der schwierigen Menschenrechtslage verlassen viele Menschen das Land. So ist die Ausübung von Grundrechten, etwa die Rede- und Meinungsfreiheit, Versammlungs- oder Religionsfreiheit, nur eingeschränkt möglich. Hauptfluchtgrund für die meisten eritreischen Flüchtlinge ist der faktisch unbegrenzte nationale Wehr- und Arbeitsdienst.

Minister Müller vor seiner Weiterreise nach Eritrea: "Wir können Eritrea unterstützen, den Exodus der Jugend zu stoppen, indem wir die Lebenssituation vor Ort verbessern und möglichst auch Rückkehrperspektiven eröffnen. Wir bieten Gespräche an und sondieren Hilfen, zum Beispiel in der beruflichen Ausbildung. Dies geht aber nur, wenn die eritreische Regierung wirtschaftliche und politische Reformen einleitet und die Menschenrechtslage verbessert."

Bei seiner Sondierungsreise wird sich Minister Müller mit dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki treffen und Gespräche mit Vertretern der Wirtschaft, Gewerkschaften, Jugend- und Frauenorganisationen führen. Zudem wird er ein internationales Kinder-Operationszentrum und das größte Bildungsinstitut des Landes für Ingenieure besuchen.

Die Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Eritrea wurde 2007 eingestellt. Auch die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen im Land ist stark eingeschränkt. In den vergangenen Monaten hatte die eritreische Regierung jedoch verstärkt Interesse an einer besseren internationalen Zusammenarbeit signalisiert, insbesondere auch mit Deutschland.

Kurzlink zu dieser Meldung

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen